Ozaena

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 20. September 2017
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Bei der Ozaena handelt es sich um eine Krankheit, die die Schleimhaut der Nase betrifft. Der Krankheitsbegriff leitet sich von den griechischen Wörtern für ‚stinken‘ und ‚schlecht riechender Nasenpolyp‘ ab. Die Erkrankung wird mitunter auch ‚Rhinitis atrophicans cum foetore‘ genannt. In der Umgangssprache ist die Ozaena auch als Stinknase bekannt. Die Ozaena kommt relativ selten vor.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Ozaena?

Bei der Ozaena ist die Nasenschleimhaut von krankhaften Veränderungen betroffen. Die Krankheit kommt mit sehr geringer Prävalenz in der Durchschnittsbevölkerung vor. Die medizinische Wissenschaft unterscheidet in erster Linie zwei verschiedene Formen der Ozaena. Dabei handelt es sich um die primäre und die sekundäre Ozaena.

An der primären Ozaena erkranken die betroffenen Personen aktuellen Vermutungen zufolge durch genetische Ursachen. Bei dieser Form der Erkrankung der Nasenschleimhaut besteht keine Assoziation zu anderen Krankheiten. Die sekundäre Form der Ozaena entwickelt sich vor allem im Zusammenhang mit anderen Erkrankungen oder diversen äußerlichen Faktoren, etwa als Folge eines chirurgischen Eingriffs.

Typisch für beide Formen der Ozaena ist der Rückgang von Gewebe im Bereich der Schleimhaut der Nase. Dieses Phänomen wird mit medizinischem Fachterminus als Atrophie bezeichnet. In der Folge dieses Verlusts an Schleimhautgewebe bildet sich eine Lebensgrundlage für bakterielle Erreger. Diese siedeln sich zunehmend in der Nase an und führen zu einem starken unangenehmen Geruch. Aus diesem Grund trägt die Ozaena den umgangssprachlichen Namen Stinknase.

Ursachen

Die exakten Entstehungsgründe der Ozaena sind bisher noch überwiegend unerforscht. Diese Ungewissheit bezüglich der Ursachen bezieht sich insbesondere auf die primäre Form der Ozaena. In diesem Fall gehen Ärzte allerdings davon aus, dass eine erbliche Komponente an der Entstehung der Krankheit beteiligt ist. An dieser Art der Ozaena leiden in erster Linie weibliche Patienten ab der pubertären Phase.

Darüber hinaus zeigen Beobachtungen, dass die Krankheit in bestimmten Familien gehäuft auftritt. Bei der sekundären Form der Ozaena sind die Ursachen für die Entstehung der Erkrankung besser erforscht. Hier sind in erster Linie externe Faktoren verantwortlich, die zu einem Rückgang der Nasenschleimhaut führen. Auch vergrößerte Nebenhöhlen der Nase kommen als Entstehungsfaktoren in Frage.

Weitere äußerliche Einflüsse der sekundären Ozaena bestehen zum Beispiel in Schädigungen der Nebenhöhlen oder der Nase, Tumoren im Bereich der Nase sowie chirurgischen Eingriffen in der Nasengegend. Weitere Risikofaktoren stellen die intensive Nutzung von Nasensprays mit einer schwellungslindernden Wirkung sowie Anomalien in der Anatomie der Nasenscheidewand dar.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Verschiedene Symptome und Beschwerden charakterisieren das Krankheitsbild der Ozaena. Das Leitsymptom der Krankheit besteht in einem starken, übelriechenden Geruch, der von der erkrankten Nase ausgeht. Der Geruch bildet sich in der Folge des Verlusts von Schleimhautgewebe im Inneren der Nase.

Denn dadurch sind spezielle Arten von Bakterien in der Lage, sich in der Nase auszubreiten. Durch diese bakteriellen Erreger entsteht ein schleimiger Belag in der Nase. Der Belag verströmt den charakteristischen Geruch der Ozaena, der faulig riecht. Nicht nur die Schleimhäute, sondern auch die Schleimdrüsen sind vom Rückgang der Schleimhaut in der Nase betroffen.

Dadurch entwickelt sich eine fortschreitende Austrocknung des Innenbereichs der Nase. Zudem entsteht eine typische Borke, die in der Regel gelblich bis schwarz gefärbt ist. Die Borke wirkt sich unter Umständen negativ auf die Atmung durch die Nase aus. Löst sich die Borke im Inneren der Nase ab, kommt es häufig vermehrt zu Blutungen.

Darüber hinaus sind auch die Geruchsnerven durch den Rückgang des Gewebes beeinträchtigt. Dadurch verschlechtert sich in zahlreichen Fällen der Geruchssinn der erkrankten Patienten. Zudem ist mitunter auch der Geschmackssinn reduziert. Durch den verschlechterten Geruchssinn sind die betroffenen Personen nicht in der Lage, den übelriechenden Gestank aus der Nase zu realisieren.

Weitere potentielle Beschwerden der Ozaena bestehen in Schmerzen der Nase und des Kopfes sowie Eiterbildungen. Bei besonders schweren Krankheitsverläufen kommt es zu Rückbildungen des knöchernen Anteils der Nasenmuschel.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Die Diagnose der Ozaena übernimmt in der Regel ein Hals-Nasen-Ohren-Spezialist. Der Patient legt zuerst seine Hauptbeschwerden sowie die Umstände deren Entstehung dar. Danach untersucht der behandelnde Facharzt den betroffenen Patienten körperlich. Der Arzt analysiert zum Beispiel den Zustand der Schleimhaut der Nase durch ein Rhinoskop.

Dabei zeigen sich unter anderem die typischen Borken und weitere Auffälligkeiten. Außerdem fertigt der Arzt in der Regel einen Abstrich von der Schleimhaut der Nase an. Dadurch sind die vorliegenden bakteriellen Erreger genau identifizierbar, sodass eine gezielte Therapie möglich ist. Ein wichtiges Kriterium zur Diagnose der Ozaena stellt der charakteristische Geruch dar, anhand dessen der Arzt die Krankheit üblicherweise rasch erkennt.

Komplikationen

Bei dieser Krankheit leiden die Betroffenen an einem sehr üblen und unangenehmen Geruch, der in der Regel aus der Nase ausgeht. Dabei kann dieser Geruch auch mit Hilfe von häufigem Waschen und Putzen der Nase nicht entfernt werden. In vielen Fällen kommt es aufgrunddessen zu Minderwertigkeitskomplexen oder zu einem deutlich verringerten Selbstwertgefühl des Patienten.

Die Betroffenen schämen sich sehr oft für die Beschwerde und es kommt zu sozialen Schwierigkeiten. Bei Kindern kann Ozaena zu Beschwerden führen, die Mobbing oder Hänseleien nach sich ziehen. Sollte die Krankheit nicht behandelt werden, so werden die Geruchsnerven in der Nase irreversibel zerstört, sodass diese auch nach einer Behandlung nicht wiederhergestellt werden können.

Auch Schmerzen an der Nase oder im Kopf treten krankheitsbedingt auf und verringern die Lebensqualität des Patienten erheblich. Die Krankheit kann leider nicht vollständig geheilt werden. Die Beschwerden selbst können allerdings mit Hilfe von Sprays gelindert werden. Besondere Komplikationen treten dabei in der Regel nicht auf. Die Lebenserwartung des Patienten wird von der Krankheit ebenfalls nicht negativ beeinflusst.

Behandlung &Therapie

Die primäre Ozaena ist oft nicht vollständig heilbar. Die Patienten können jedoch Maßnahmen zur Linderung und Verbesserung der Beschwerden anwenden, die auch bei der sekundären Ozaena zum Einsatz kommen. Besonders wichtig ist die stetige Befeuchtung der Schleimhaut der Nase. Zu diesem Zweck trinken die Personen viel Wasser, nutzen ölige Nasentropfen und spezielle Nasenduschen.

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Vorbeugung

Eine Prävention der primären Ozaena ist schwierig, während sich der sekundären Ozaena durch Vermeidung der Risikofaktoren teilweise vorbeugen lässt.

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Quellen

  • Arnold, W.: Checkliste Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. Thieme, Stuttgart 2011
  • Boenninghaus, H. G., Lenarz, T.: Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. Springer, Heidelberg 2012
  • Reia, M.: Facharztwissen HNO-Heilkunde. Springer, Heidelberg 2009

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