Oxyuriasis

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 7. September 2017
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Als Oxyuriasis wird ein Madenwurmbefall des Menschen bezeichnet. Die Madenwürmer schlüpfen und reifen im Darm. Die weiblichen Würmer erreichen etwa zwei Wochen nach Befruchtung ihre volle Ausreifung und legen mehrere Tausend Eier außerhalb des Afters bevor sie selbst zugrunde gehen. Der Madenwurm benötigt keinen Zwischenwirt und verursacht meist keine schwerwiegenden Symptome.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Oxyuriasis?

Mit Oxyuriasis wird der Befall eines Menschen mit dem sogenannten Madenwurm bezeichnet, einem etwa acht bis dreizehn Millimeter langen weißen Fadenwurm (Weibchen), dessen Eier oral aufgenommen werden und den Befall bewirken. Der Madenwurm durchläuft etwa drei Madenstadien im Darm, benötigt aber keinen Zwischenwirt. Es handelt sich um einen ungewöhnlich einfachen Entwicklungs- und Infektionsweg.

Der Madenwurm durchläuft innerhalb von zwei bis drei Wochen im Darm zwei bis drei Larvenstadien und setzt sich nach Erreichen der Geschlechtsreife und Befruchtung für weitere zwei Wochen im Bereich des Blinddarms fest bis die Eier ihr Reifestadium erreichen. Danach wandert der weibliche Wurm in Richtung Anus und verlässt den After vorwiegend nachts, um seine 5.000 bis über 11.000 Eier abzulegen. Anschließend geht der weibliche Wurm zugrunde.

Der männliche Madenwurm stirbt bereits nach der Begattung ab und wird mit dem Stuhl ausgeschieden. Die Eier sind mit einem speziellen Protein umgeben, das einerseits die Eier an der Haut nahe des Afters festklebt und andererseits einen Juckreiz auslöst, der den Betroffenen – besonders während des Schlafs – dazu veranlasst, sich zu kratzen. Dadurch wird ein Teil der Eier mit den Fingern aufgenommen und kann so wieder Neuinfektionen oder Infektionen bei anderen Personen verursachen.

Ursachen

Der Madenwurm, ein als Nematode klassifizierter Fadenwurm mit der lateinischen Bezeichnung Oxyuris vermicularis oder Enterobius vermicularis, befällt wahrscheinlich nur den Menschen. Das bedeutet, dass nur mit Oxyuriasis infizierte Menschen beziehungsweise die ausgeschiedenen Eier des Madenwurms als Infektionsquelle in Frage kommen. Die männlichen Würmer gehen nach dem Begattungsakt zugrunde und werden ausgeschieden. Auch die weiblichen Würmer sterben nach der Eiablage außerhalb des Afters ab, weshalb der Organismus von selbst wurmfrei wird, wenn nicht immer wieder Eier aufgenommen werden.

Da die Eiablage vorwiegend nachts erfolgt und mit dem heftigen Juckreiz am After verbunden ist, erfolgt das Kratzen häufig unbewusst im Schlaf, so dass die Finger und die Fingernägel mit den winzigen Wurmeiern kontaminiert werden. Ein weiterer Infektionsweg besteht in der Kontaminierung von Nahrungsmitteln mit Wurmeiern oder durch Versprühen kontaminierten Aerosols. Die Wurmeier bleiben unter günstigen Umweltbedingungen bis zu drei Wochen überlebensfähig und infektiös.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Eine Oxyuriasis wird anfangs von nur wenigen Symptomen begleitet. Auffälligstes Symptom ist der nächtliche Juckreiz am After, der durch spezielle Proteine ausgelöst wird, in die die Wurmeier „verpackt“ sind und mit denen die Eier an der Haut praktisch anhaften. Bei einem länger anhaltenden Wurmbefall kann es zu Symptomen wie verminderter Appetit und Gesichtsblässe, Gewichtsabnahme, verminderte Leistungsfähigkeit und Bauchschmerzen, ähnlich denen einer Blinddarmentzündung, kommen.

In Extremfällen können sich chronischer Durchfall und rektale Blutungen einstellen. Der Madenwurm dringt zwar nicht in andere Gewebe ein und auch nicht in Blutgefäße, aber in sehr seltenen Fällen kann der Wurm den Genitaltrakt von Mädchen und Frauen befallen und eine Vulvovaginitis auslösen.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Falls ein allnächtlich auftretender Juckreiz im Bereich des Afters einen Verdacht auf Oxyuriasis begründet, besteht eine gute Diagnosemöglichkeit darin, mit einem transparenten Klebestreifen, morgens mögliche Eier des Wurmes am After aufzunehmen und unter dem Lichtmikroskop zu untersuchen. Der Vorgang kann bei negativem Ausgang an mehreren Tagen wiederholt werden.

Ein weiteres Indiz können Würmer im Stuhl sein, die mit bloßem Auge erkennbar sind und eventuell vorhandene abgestorbene weibliche Würmer in der Bett- oder Nachtwäsche. Der Krankheitsverlauf ist meist unproblematisch und geht kaum über Appetitlosigkeit und schlimmstenfalls über Schmerzen, die an eine Blinddarmentzündung erinnern, hinaus.

Komplikationen

In den meisten Fällen kommt es bei der Oxyuriasis anfangs nicht zu besonderen Beschwerden oder zu anderen Symptomen. Allerdings leiden die Betroffenen im weiteren Verlauf dieser Krankheit an einem sehr starken Juckreiz im After, der hauptsächlich in der Nacht auftritt. Ebenso kommt es zu einem Appetitmangel und damit zu einem Gewichtsverlust und zu verschiedenen Mangelerscheinungen.

Auch eine Blässe im Gesicht und eine deutlich verringerte Belastbarkeit des Patienten gehen mit dieser Krankheit einher. Die Oxyuriasis wirkt sich damit sehr negativ auf die Lebensqualität des Betroffenen aus und verringert diese enorm. Weiterhin leiden die Patienten an heftigen Bauchschmerzen, die nicht selten auch zu Depressionen oder zu anderen psychischen Beschwerden führen können.

Auch innere Blutungen treten dabei nicht selten auf und können in einigen Fällen zu einer Anämie führen. Weiterhin kann es im schlimmsten Falle auch zu einer Blinddarmentzündung kommen. Dieser muss dann operativ entfernt werden. Besondere Komplikationen treten dabei nicht ein. Mit einer Behandlung können die Beschwerden auch vollständig eingeschränkt werden. Die Lebenserwartung des Patienten wird davon nicht beeinflusst.

Therapie & Behandlung

Die Oxyuriasis spricht gut auf eine einmalige Gabe von Antihelminthika an, allerdings werden die Eier durch die Medikamente nicht abgetötet. Aufgrund der Gefahr einer Autoinfektion durch vorhandene Eier und aufgrund des Entwicklungszyklus des Madenwurmes empfiehlt es sich, eine Behandlung jeweils 14 und 28 Tage nach der Erstbehandlung zu wiederholen. Innerhalb einer Familie sollten die Familienmitglieder prophylaktisch ebenfalls behandelt werden, um eine mögliche Anfangsinfektion bei Familienmitgliedern gleich zu Beginn zu bekämpfen.

Anfangsinfektionen sind in den ersten 4 bis 6 Wochen meist völlig symptomlos bevor die ersten weiblichen Würmer mit der Eiablage beginnen. Antihelminthika enthalten Wirkstoffe, die speziell auf den Stoffwechsel von Nematoden und Plattwürmern wie Band- und Saugwürmer toxisch wirken, für den menschlichen Stoffwechsel aber in der vorgeschriebenen Menge unbedenklich sind.

Vor einer Behandlung mit einem Antihelminthikum sollte bekannt sein, welche Art von Würmern die Krankheit ausgelöst hat, um gezielt vorgehen zu können. Einige Mittel sind nur gegen Nematoden und andere nur gegen Plattwürmer wirksam.

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Vorbeugung

Als vorbeugende Maßnahme ist in erster Linie eine strenge Hygiene zu nennen. Das gilt besonders für Menschen innerhalb einer Familie, wenn ein Familienmitglied betroffen ist. Die Hygienemaßnahmen bestehen darin, täglich Unter- und möglichst auch Bettwäsche zu wechseln und diese in einem Kochwaschgang zu waschen, um eventuell vorhandene Wurmeier und Maden zuverlässig abzutöten. Besondere Sorgfalt gilt der Hygiene der Hände, die nach jedem möglichen Kontakt mit Seife gewaschen und die Fingernägel mit einer Nagelbürste penibel bearbeitet werden müssen.

Bücher über Würmer & Wurmbefall

Quellen

  • Hahn, H., et al.: Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie. Springer, Berlin 2012
  • Hahn, J.-M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013
  • Wenk, P., Renz, A.: Parasitologie. Thieme, Stuttgart 2003

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