Oxycodon

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für innere Medizin) am 29. November 2016
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Oxycodon ist ein Opioid, das als starkes Schmerzmittel eingestuft wird. Es dient zur Therapie von intensiven Schmerzen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Oxycodon?

Als Oxycodon wird ein stark wirkendes Analgetikum bezeichnet, das der Gruppe der Opioide angehört. Opioide gelten allgemein als stärkste und wirksamste Schmerzmittel. Die Herstellung von Oxycodon erfolgt halbsynthetisch. Seine Wirkung ist noch stärker als die von Morphin.

Die Entwicklung von Oxycodon fand 1916 an der Universität Frankfurt/Main durch die deutschen Chemiker Edmund Speyer (1878-1942) und Martin Freund (1863-1920) statt, die das Mittel aus Thebain synthetisierten. Schon ein Jahr später gelangte der Arzneistoff durch die Firma Merck auf den Markt und erhielt die Präparatsbezeichnung Eukodal®.

Das Medikament wurde zur Behandlung von Schmerzen und Husten verabreicht. Ab 1919 ließ es sich auch als reines Schmerzmittel verwenden. Eukodal war bis 1990 in Deutschland erhältlich, dann verschwand es aus dem Handel, da es ein hohes Missbrauchs- und Suchtpotential aufwies. Die ersten Fälle von Oxycodon-Missbrauch waren bereits in den frühen 1920er Jahren aufgetreten und erhielten die Bezeichnung Eukodalismus.

In der heutigen Zeit findet der Vertrieb von Oxycodon in Deutschland sowie den USA unter dem Präparatnamen Oxygesic® oder Oxycontin® statt. In der Bundesrepublik fällt der Wirkstoff unter das Betäubungsmittelgesetz. In den USA zählte Oxycodon noch bis ins Jahr 2010 zu den umsatzstärksten Arzneimitteln. Seither ist der Verkauf des Medikaments jedoch rückläufig.

Seit 2006 wird Oxycodon auch als Kombinationspräparat mit Naloxon, einem Opioidantagonisten, unter der Bezeichnung Targin® angeboten. Durch das Zusammenwirken der beiden Stoffe soll einer Verstopfung, die oft bei der Anwendung von Opioiden eintritt, entgegengewirkt werden. Außerdem schränkt es eine missbräuchliche Darreichung ein.

Pharmakologische Wirkung

Seine Wirkung entfaltet Oxycodon an unterschiedlichen Opioid-Rezeptoren innerhalb des Gehirns. Dabei arbeitet der Arzneistoff als Agonist und weist keinerlei antagonistische Eigenschaft auf. Der schmerzstillende Effekt von Oxycodon fällt zwei Mal so hoch aus wie bei Morphin. Zustande kommt die Wirkung durch das Besetzen der Opioid-Bindungsstellen, was zum Unterdrücken der Schmerzwahrnehmung führt. Da das Opioid am K-Rezeptor eine zusätzliche Wirkung entfaltet, gilt es als besser verträglich als andere starke Schmerzmittel. Eine Bestätigung für diesen Effekt durch unabhängige Studien liegt allerdings nicht vor.

Eine weitere positive Wirkung von Oxycodon stellt das Dämpfen von Husten dar. Aus diesem Grund fand der Arzneistoff in früheren Jahren zur Behandlung von Hustenerkrankungen Verwendung.

Bei der Einnahme von Oxycodon als Tablette gelangt der Arzneistoff zu 60 bis 85 Prozent in die Blutbahn des Organismus. Bis der schmerzstillende Effekt einsetzt, dauert es rund eine Stunde. Die Wirkung des Mittels hält ca. vier Stunden an. Einige Präparate verfügen jedoch über eine längere Effektdauer (8 bis 12 Stunden). Der Abbau von Oxycodon findet durch Enzyme innerhalb der Leber statt. Aus dem Körper gelangt der Wirkstoff durch die Nieren.

Medizinische Anwendung & Verwendung

Oxycodon ist ein Opioid, das als starkes Schmerzmittel eingestuft wird.

Weil Oxycodon stärker wirkt als Morphin, gilt es als eines der stärksten Schmerzmittel überhaupt. Aus diesem Grund kommt es zur Therapie von starken oder sehr starken Schmerzen zur Anwendung. Dazu gehören neuropathische Schmerzen, bei denen das Nervensystem stark geschädigt wurde, Schmerzen durch Tumorerkrankungen sowie Schmerzen im Rahmen von Knochenschwund (Osteoporose). Weiterhin lässt sich das Opioid bei chirurgischen Eingriffen als Betäubungsmittel einsetzen.

Auf eine Anwendung als Hustenstiller wird in Deutschland meist verzichtet, da Codein sowie Dihydrocodein hierzulande populärer sind.

Die Einnahme von Oxycodon erfolgt in der Regel oral in Form von Kapseln oder Tabletten. Weiterhin besteht die Option, den Wirkstoff durch eine intravenöse Injektion unmittelbar in eine Vene zu verabreichen. Im Anfangsstadium der Oxycodon-Behandlung wird das Opioid zwei Mal täglich eingenommen. Falls Bedarf besteht, kann die Dosis im weiteren Verlauf der Therapie auch erhöht werden.

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Risiken & Nebenwirkungen

Zu den möglichen Nebenwirkungen von Oxycodon gehört in erster Linie das Abhängigkeitspotential des Schmerzmittels. So besteht durch die Einnahme des Opioids das Risiko einer körperlichen Abhängigkeit, wenn es über einen längeren Zeitraum verabreicht wird. Des Weiteren kann es zu einer psychischen Abhängigkeit kommen.

Die Nebenwirkungen von Oxycodon fallen ähnlich aus wie bei anderen Opioiden. Dazu gehören Kopfschmerzen, Verstopfung, Übelkeit, Erbrechen, Schwindelgefühle, Verengungen der Pupillen, krampfartige Bronchienverengungen, das Unterdrücken des Atemvorgangs, gerötete Haut und Juckreiz. Zudem sind Schüttelfrost, Veränderungen der Stimmung, Schweißausbrüche, eine Herabsetzung der intellektuellen Fähigkeiten, rasche Müdigkeit, Durst, Mundtrockenheit, Schluckbeschwerden, Schluckauf, Euphorie, Verwirrtheit, Depressionen, Ängste, Durchfall, Magenbeschwerden, Bauchschmerzen, verringerter Appetit sowie ein Absinken des Blutdrucks im Bereich des Möglichen.

Im Falle einer Überempfindlichkeit gegen Oxycodon darf der Patient das Schmerzmittel nicht einnehmen. Das Gleiche gilt bei schweren chronischen Lungenkrankheiten durch das Verlegen oder Verkrampfen der Atemwege, schweren Beeinträchtigungen der Atemfunktion, akuten Darmbeschwerden, einer Darmlähmung oder einem Darmverschluss.

Nicht zur Anwendung gelangen darf Oxycodon zudem während der Schwangerschaft und Stillzeit. So kann das Opioid den Mutterkuchen durchdringen und das ungeborene Kind erreichen. Ebenso sind Atembeschwerden oder Entzugserscheinungen beim Baby denkbar. Bei Kindern darf Oxycodon erst ab einem Alter von 12 Jahren verabreicht werden.

Durch die zeitgleiche Einnahme von Oxycodon und anderen Arzneimitteln können Wechselwirkungen auftreten. Dazu gehört das Verstärken der Nebenwirkungen bei der gleichzeitigen Darreichung von anderen Opioiden, Antidepressiva, Mitteln gegen Morbus Parkinson, Neuroleptika, Medikamenten gegen Übelkeit und Erbrechen, Schlafmitteln, Beruhigungsmitteln sowie Antihistaminika. Durch Cimetidin ist wiederum das Hemmen des Oxycodon-Abbaus möglich.

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