Oxidativer Stress

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für innere Medizin) am 25. Oktober 2016
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Oxidativer Stress beschreibt einen Zustand des Stoffwechsels, bei dem vermehrt freie Radikale (reaktive Sauerstoffverbindungen) vorhanden sind. Der Körper kann diese normalerweise mit der Hilfe von Mineralien, Spurenelementen, Vitaminen, sekundären Pflanzenstoffen, essentiellen Fettsäuren und Aminosäuren neutralisieren. Wenn diese Stoffe jedoch fehlen oder sie sind nur ungenügend vorhanden, resultiert daraus ein Überschuss an den freien Radikalen, was in den Körperzellen zu irreversiblen Schäden führen kann.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Oxidativer Stress?

Oxidativer Stress entsteht durch die Bildung von zu vielen freien Radikalen. Um diese abzubauen, sind nicht ausreichend Antioxidantien vorhanden. Bei den freien Radikalen handelt es sich um besonders reaktionsfreudige Sauerstoffverbindungen. Diese entstehen in einem normalen Maß bei körpereigenen Reaktionen, beispielsweise dem Atmen.

Es gibt jedoch verschiedene Faktoren wie Stress, die dazu führen können, dass zusätzliche Radikale gebildet werden. Wenn zu viele davon im Umlauf sind, reagieren sie mit anderen Körperzellen willkürlich, bevor sie in einer oxidativen Reaktion zerstört werden. Damit im Organismus alles im gesunden Gleichgewicht bleibt, setzt der Körper so genannte Antioxidantien ein.

Hierbei handelt es sich um Radikalfänger. Diese reagieren mit den freien Radikalen, um die anderen Körperzellen somit vor einer Oxidation zu schützen. Sind für die Bindung der freien Radikale aber nicht genügend Antioxidantien vorhanden, wird vom oxidativen Stress gesprochen.

Ursachen

Bleibt nur noch die Frage: Wodurch entsteht oxidativer Stress? Für die vermehrte Bildung der reaktiven Sauerstoffverbindungen kommen verschiedene Stressoren infrage. Dazu gehören beispielsweise Entzündungen im Körper, falsche Ernährung, übermäßiger Genuss von Nikotin und Alkohol und emotionaler Stress, zum Beispiel auf der Arbeit oder durch Probleme im sozialen Umfeld.

Aber auch eine übermäßige Einwirkung von UV-Strahlung, Aufnahme von Umweltgiften, zum Beispiel Schadstoffe aus der Luft, Schwermetalle und Pestizide oder die Einnahme bestimmter Medikamente, beispielsweise Antibiotika und Hormonpräparate können oxidativen Stress begünstigen.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Die Folgen, die oxidativer Stress verursachen kann, sind vielfältig. Zu den typischen Warnzeichen gehören, Müdigkeit, Leistungsabfall und Erschöpfung. Auch Energiemangel und eine gesteigerte Infektanfälligkeit, chronische Infektionen, Bluthochdruck und eine verschlechterte Wundheilung machen sich bei oxidativem Stress bemerkbar.

Oxidativer Stress ist zudem maßgeblich am Alterungsprozess beteiligt, denn er beeinträchtigt die Regeneration und Entgiftung der Körperzellen. Oxidativer Stress kann daher beispielsweise zu einer vorzeitigen Bildung grauer Haare und zur Alterung der Haut beitragen.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Um zu überprüfen, ob ein oxidativer Stress vorliegt, kann die antioxidative Kapazität im Blut ermittelt werden. Der Test gibt einen guten Aufschluss, welches Verhältnis zwischen den freien Radikalen und den Antioxidantien (Radikalenfängern) vorliegt. Hierbei handelt sich um den so genannten Screeningtest, der die wichtigen antioxidativen Schutzfaktoren erfasst.

Des Weiteren weist der Test nach, wie gut es dem Körper gelingt, die freien Radikale unschädlich zu machen. Somit ist diese diagnostische Methode ideal, um eine Entgleisung des antioxidativen Gleichgewichts frühzeitig zu erkennen. Dieser Parameter dient zudem der Kontrolle und Optimierung der Behandlung mit Antioxidantien, die auf einer Umstellung der Ernährung basiert.

Der Antioxidantien-Test gibt gleichzeitig auch über das Ausmaß und die Schwere der oxidativen Belastung Aufschluss und ermöglicht somit eine adäquate Therapie, damit oxidativer Stress verhindert werden kann. Dies ist sehr wichtig, um zum Teil schwerwiegende Folgen zu vermeiden.

Die Oxidation spielt eine große Rolle beim Alterungsprozess und bei der Entstehung von verschiedenen Erkrankungen, beispielsweise Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Parkinson, Alzheimer, Übersäuerung, Arteriosklerose, Diabetes bis hin zu Krebs. Hierbei muss jedoch erwähnt werden, dass oxidativer Stress einer von verschiedenen Faktoren sein kann, der dazu beiträgt.

Behandlung & Therapie

Oxidativer Stress verursacht letzten Endes keine Erkrankungen, aber begünstigt, dass sie entstehen. Daher ist es für die Gesundheitsvorsorge umso wichtiger, ihn möglichst zu reduzieren. Dies ist mit verschiedenen Maßnahmen möglich, beispielsweise indem mit dem Rauchen aufgehört und der Stress im Alltag reduziert wird.

Zudem ist eine gesunde und ausgewogene Ernährung sehr wichtig, denn diese sorgt dafür, dass ein optimales Gleichgewicht (oxidative Homöostase) wiederhergestellt wird. Die falsche Ernährung ist ein ernst zu nehmender Faktor beim Entstehen von oxidativem Stress. Es sollte beispielsweise auf zu viel Eiweiß, kurzkettige Kohlehydrate und industriell gefertigte Lebensmittel verzichtet werden.

Viele der Nahrungsmittel liefern nicht genügend Mikronährstoffe beziehungsweise Antioxidantien, denn diese gehen durch den Produktionsprozess sowie die lange Lagerung oftmals verloren. Eine wichtige Unterstützung, um oxidativen Stress zu reduzieren, erhält der Körper durch Mikronährstoffe, beispielsweise durch die Vitamin B12, Vitamin C, Vitamin E, Provitamin A und Zink.

Das Coenzym Q 10 scheint ebenfalls sehr wirksam zu sein. Es soll nicht nur die freien Radikale verringern, sondern zudem zum Reparieren der Zellen beitragen. Vor allem frisches Obst und Gemüse enthalten zahlreiche verschiedene Antioxidantien und sollten daher ein fester Bestandteil des Speiseplans sein.

Das Gleiche gilt für Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, hochwertige pflanzliche Öle und Nüsse. Als Therapiemaßnahmen empfehlen sich eine Ernährungsumstellung, eine Infusionstherapie mit Antioxidantien oder/sowie eine Entgiftung.

Die Infusionstherapie ist bei schweren Krankheitsverläufen wie neurologischen Erkrankungen oder Krebs oftmals die einzige Möglichkeit, um effektiv einzugreifen und oxidativen Stress abzuwenden.




Vorbeugung

Oxidativer Stress kann vorgebeugt werden, wenn ein Gleichgewicht zwischen den Oxidantien und den Antioxidantien, den körpereigenen Radikalfängern, vorhanden ist. Dadurch bleibt die Entgiftungs- und Reparaturfunktion einer Zelle aufrechterhalten. Der Körper kann die Antioxidantien allerdings nur in einem geringen Umfang selbst herstellen, sodass sie über die Nahrung oder Nahrungsergänzungsmittel zugeführt werden müssen.

Eine gesunde und ausgewogene Ernährung, die viel Obst und Gemüse enthält, regelmäßige Bewegung und ein geringer Konsum von Nikotin und Alkohol sind grundlegende Voraussetzungen. Die gekauften Lebensmittel sollten BIO-Qualität haben, denn in natürlichen Lebensmitteln kommen meist mehrere Antioxidantien vor.

Diese wirken synergetisch, sodass der gesundheitliche Wert höher ist als bei Vitaminpräparaten. Mit einer ausgewogenen Ernährung ist eine gute Grundlage für einen optimalen Antioxidantienhaushalt geschaffen.

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