Oszillographie

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 26. September 2017
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Die Oszillographie ist ein in der Bevölkerung eher unbekanntes und zugleich stark unterschätztes medizinisches Verfahren. Die Oszillographie wird zumeist bei Durchblutungsstörungen angewendet. Besonders Volumenänderungen von Gewebe und das Ein- Und Auströmen von Blut stehen hier im Fokus.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Oszillographie?

Unter Oszillographie versteht man gemeinhin ein Verfahren, mit dem die arterielle Durchblutung der Hände, Füße und Beine gemessen wird. Zur Durchführung einer Oszillographie wird ein Oszillograph verwendet, mit dessen Hilfe ein Gefäßchirurg die Vergrößerung des Beinumfangs, die durch den Puls in den Arterien verursacht wird, messen und vom Oszillograph aufzeichnen lassen kann.

Die dabei entstehenden Aufzeichnungen werden Oszillogramm genannt und kennzeichnen sich durch stark an- und schnell wieder abfallende Kurven. Heutzutage werden die meisten Oszillogramme digital und nicht mehr analog wiedergegeben. Im Gegensatz zu anderen Verfahren mit denen man die arterielle Durchblutung messen kann, ist die Oszillographie ein nichtinvasives Verfahren.

Das heißt, dass der Arzt dabei nicht in den Körper des Patienten eindringen muss, sondern alles von außerhalb durchführen kann. Aufgrund dessen gilt die Oszillographie als besonders schonendes und risikoarmes Verfahren zur Erkennung von Durchblutungsstörungen.

Funktion, Wirkung & Ziele

Eine Oszillographie kann entweder an den Beinen oder aber an den Zehen und Fingern durchgeführt werden. Dabei werden dem Patienten an Fingern und Zehen bzw. an den Beinen und Knöcheln Manschetten angelegt und anschließend aufgepumpt. Die Volumenänderungen in den Arterien der von den Manschetten umschlossenen Körperteile übertragen sich dann auf die Manschetten und von dort aus auf das Messgerät.

Bei der Oszillographie der Zehen und Finger sitzt oder liegt der Patient während der Messung regungslos. Diese Messung dient dazu, mögliche Durchblutungsstörungen in den winzig kleinen Schlagadern der Hände und Füße zu erkennen. Da von Durchblutungsstörungen betroffene Gefäße häufig so klein sind, dass man sie mit anderen Verfahren, wie beispielsweise einer Ultraschalluntersuchung, nicht zuverlässig erkennen bzw. darstellen kann, ist die Oszillographie hierbei besonders hilfreich.

Eine moderne Variante dieser Messung ist die sogenannte akrale Oszillographie, bei der anstatt Manschetten, die aufgepumpt werden, die Durchblutung mit Hilfe von lichtgesteuerten Impulsen gemessen wird. Die akrale Oszillographie wird z.B. zur Diagnostik des Raynaud-Syndroms angewandt, bei der sich die Finger und Hände der Betroffenen aufgrund von Durchblutungsstörungen weiß verfärben.

Zur Durchführung einer Oszillographie wird ein Oszillograph verwendet, mit dessen Hilfe ein Gefäßchirurg die Vergrößerung des Beinumfangs, die durch den Puls in den Arterien verursacht wird, messen und aufzeichnen lassen kann.

Bei der Oszillographie der Beine wird der auf dem Rücken liegende Patient nach einer ersten Messung im Ruhezustand zusätzlich aufgefordert je 40 Zehenstände und 20 Kniebeugen zu machen. Nach jeder dieser beiden kurzen körperlichen Ertüchtigungen wird dann eine erneute Messung durchgeführt und mit den beiden anderen verglichen. Dieser Vergleich ermöglicht es dem Arzt zu überprüfen, ob der Patient entweder nur bei Belastung oder auch im Ruhezustand Durchblutungsstörungen in den Beinen hat. Dieses Verfahren wird unter anderem zur Diagnose der Peripheren Arteriellen Verschlusskrankheit genutzt.

Eine weitere, spezielle Form der Oszillographie ist die sogenannte Funktions-Oszillographie, bei der der Patient während der Messungen bestimmte Bewegungen mit seinem Armen durchführen muss. Dies dient der Aufspürung sogenannter funktioneller Durchblutungsstörungen, also Durchblutungsstörungen, die nur bei bestimmten Bewegungen mit den Armen, etwa dem Verschränken der Arme hinter dem Kopf, auftreten. Alle diese unterschiedlichen Formen der Oszillographie dienen aber lediglich dem Zweck der Erkennung von Durchblutungsstörungen bzw. der Krankheiten, die diese verursachen. Eine Therapie dieser Krankheiten kann die Oszillographie hingegen nicht leisten.

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Risiken & Nebenwirkungen

Wie bereits angedeutet, gilt die Oszillographie als ein besonders schonendes und risikoarmes Verfahren zur Erkennung von Durchblutungsstörungen. Nennenswerte Risiken, Nebenwirkungen oder gar Gefahren sind nicht bekannt.

Im Gegenteil: Die Oszillographie bietet im Gegensatz zu weit teureren Verfahren, wie einer CT- oder MRT-Untersuchung, die meist mehrere Hundert Euro kosten, eine sehr viel günstigere und zudem noch genauere Alternative. Denn im Gegensatz zu diesen liefert sie ein sehr genaues Bild über die Qualität der Durchblutung von Beinen, Händen und Füßen und kostet weniger als 10 Euro.

CT und MRT können hingegen nur statische Abbildungen der Gefäße liefern. Doch trotz dieser zahlreichen, offensichtlichen Vorteile und der geringen Kosten weigern sich nach wie vor viele Krankenkassen eine Oszillographie zu bezahlen.

Bücher über Durchblutungsstörungen

Quellen

  • Arasteh, K., et. al.: Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013
  • Grüne, S., Schölmerich, J.: Anamnese, Untersuchung, Diagnose. Springer, Heidelberg 2007
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016

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