Osteosarkom

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 29. August 2017
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Ein Osteosarkom bezeichnet einen bösartigen Knochentumor und wird daher umgangssprachlich auch Knochenkrebs genannt. Die Krebszellen befallen den Knochen und breiten sich auch im Körper, besonders in der Lunge, aus. Bei frühzeitiger Behandlung der Erkrankung bestehen allgemein gute Heilungschancen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Osteosarkom?

Unter dem Begriff Osteosarkom oder auch osteogenem Sarkom verstehen Mediziner einen bösartigen Tumor, der die Knochen des Patienten befällt. Dabei wird sowohl der Knochen als auch oftmals ein in der Nähe liegendes Gelenk befallen und zerstört. Über die Blutbahn wandern die Krebszellen in die Lunge und bilden dort Metastasen.

Das Osteosarkom ist der am häufigsten auftretende Knochentumor - jährlich erkranken in Deutschland ca. 200 Menschen daran. Besonders häufig betroffen sind männliche Personen zwischen 10 und 25 Jahren.

Die Krankheit befällt meist die sogenannten Röhrenknochen wie Oberarme oder Oberschenkel, besonders in der Nähe des Schulter- bzw. Kniegelenks. Osteosarkome an der Wirbelsäule oder am Schädel kommen dagegen nur in sehr seltenen Fällen vor.

Ursachen

Die genauen Ursachen für ein Osteosarkom sind noch nicht bekannt. Da die Erkrankung aber besonders oft während der Pubertät auftritt, wird vermutet, dass die zu dieser Zeit stattfindende vermehrte Knochenaktivität in Zusammenhang mit dem Osteosarkom steht.

Zusätzlich zum Knochenwachstum spielen mit hoher Wahrscheinlichkeit auch genetische Faktoren eine Rolle. Bereits bestehende Erkrankungen der Knochen oder Knorpel wie Morbus Paget] oder auch das Osteochondrom können das Risiko eines Osteosarkoms erhöhen. Eine vorherige Krebserkrankung mit zusätzlicher Chemo- oder Strahlentherapie kann ebenfalls dazu beitragen, dass sich ein Osteosarkom bildet.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Besteht Verdacht auf ein Osteosarkom, wird der behandelnde Arzt eine Röntgenaufnahme der Knochen anordnen. Oftmals kann bereits aufgrund dieser eine Diagnose gestellt werden. Um festzustellen, inwiefern sich die Krebszellen bereits im Körper ausgebreitet haben, können zusätzlich etwa eine Computertomografie und eine Blutuntersuchung stattfinden.

Auch eine Gewebeprobe direkt aus dem Tumor kann die Diagnose erhärten und Auskunft über den Zustand des Patienten geben. Wird das Osteosarkom rechtzeitig behandelt, bestehen je nach Allgemeinzustand und Ausbreitung der Metastasen recht gute Heilungs- und Überlebenschancen. Statistisch gesehen überleben 70 % der Patienten die ersten 5 Jahre nach der Diagnose. Bleibt eine Therapie jedoch aus, handelt es sich bei einem Osteosarkom durchaus um eine lebensbedrohliche Erkrankung.

Komplikationen

In der Regel kommt es bei einem Osteosarkom zu Krebs in den Knochen. Dieser Krebs tritt in den meisten Fällen direkt in den Beinen und in den Armen des Patienten auf, sodass es vermehrt zu starken Schmerzen und zu Einschränkungen im Alltag und auch in er Bewegung des Patienten kommt. Die Betroffenen wirken weiterhin auch abgeschlagen und leiden an einer deutlich verringerten Belastbarkeit.

Ebenso kann sich der Tumor auch in andere Regionen des Körpers ausbreiten und dort Krebszellen ausbilden. Dabei wird die Lebenserwartung des Patienten in den meisten Fällen verringert. Komplikationen und lebensgefährliche Zustände treten in der Regel dann auf, wenn das Osteosarkom nicht behandelt wird. Eine Selbstheilung tritt dabei nicht auf.

Die Behandlung des Osteosarkoms erfolgt in der Regel mittels einer Chemotherapie und einer anschließenden Operation. Dabei treten in der Regel keine Komplikationen auf. Die Chemotherapie selbst kann allerdings mit starken Nebenwirkungen verbunden sein. Auch eine Strahlentherapie ist beim Osteosarkom möglicherweise notwendig, um den Krebs vollständig zu besiegen. In den meisten Fällen sind die Patienten beim Osteosarkom allerdings auch auf eine psychologische Behandlung angewiesen.

Behandlung & Therapie

Hat der behandelnde Arzt eindeutig ein Osteosarkom diagnostiziert, wird er mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Chemotherapie anordnen. Diese soll helfen, die Krebszellen am Wachsen und am weiteren Ausbreiten im Körper zu hindern.

Zudem wird der Tumor durch diese Art der Behandlung meist verkleinert und ist so besser zugänglich. Anschließend findet eine Operation statt, bei der der Tumor entfernt wird. Bestehen bereits Metastasen, müssen auch diese chirurgisch entfernt werden, sofern dies möglich ist. Grundsätzlich wird bei diesem Eingriff auch immer gesundes Gewebe aus der unmittelbaren Umgebung mit entfernt, um auszuschließen, dass das Osteosarkom erneut auftritt.

Unter Umständen muss eine Amputation des betroffenen Körperteils erfolgen; dies ist allerdings eher selten der Fall. Meist wird im Anschluss an die Operation eine erneute Chemotherapie notwendig. Konnte der Tumor nicht vollständig entfernt werden, kann zusätzlich eine Strahlentherapie stattfinden.

Auch nach erfolgter Heilung muss eine regelmäßige Nachsorge stattfinden, um zu gewährleisten, dass keine Krebszellen mehr im Körper vorhanden sind. Dazu wird unter anderem auch die Lunge ausführlich untersucht, und das über einen Zeitraum von ungefähr fünf Jahren. Erst dann kann im medizinischen Sinne von einer vollständigen Heilung gesprochen werden. Ob die Therapie anschlägt und der Krebs besiegt werden kann, hängt vom Allgemeinzustand des Patienten und auch vom Stadium der Erkrankung ab.

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Vorbeugung

Da die Ursachen für ein Osteosarkom nicht eindeutig geklärt sind, ist eine Vorbeugung im eigentlichen Sinne nicht möglich. Treten jedoch über einen längeren Zeitraum Beschwerden wie Schmerzen, Rötungen und Schwellungen im Bereich des Kniegelenks bzw. des Oberarm- oder Oberschenkelknochens auf, sollte grundsätzlich vorsichtshalber ein Arzt aufgesucht werden, um ein mögliches Osteosarkom auszuschließen.

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Quellen

  • Breusch, S., Clarius, M., Mau, H., Sabo, D. (Hrsg.): Klinikleitfaden Orthopädie, Unfallchirurgie. Urban & Fischer, München 2013
  • Niethard, F., Pfeil, J., Biberthaler, P.: Orthopädie und Unfallchirurgie. Thieme, Stuttgart 2014
  • Pfeifer, B., Preiß, J., Unger, C. (Hrsg.): Onkologie integrativ. Urban & Fischer, München 2006

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