Osteomalazie

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 29. September 2017
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Osteomalazie ist eine Schmerzen verursachende Erweichung der Knochen. Sie wird meist verursacht durch einen Mangel an Vitamin D oder Kalzium.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Osteomalazie?

Osteomalazie bezeichnet das Aufweichen der Knochen im menschlichen Körper, häufig verursacht durch einen Mangel an Vitamin D. Bei Kindern werden diese Symptome auch als Rachitis bezeichnet.

Weiche, von Osteomalazie betroffene, Knochen laufen höherer Gefahr verletzt zu werden oder zu brechen als härtere und gesündere Knochen. Osteomalazie ist nicht mit Osteoporose zu verwechseln, eine andere Störung, die ebenfalls zu Knochenverletzungen führen kann. Osteomalazie entsteht durch einen Defekt im Knochenbildungsprozess, während Osteoporose eine Schwächung der bereits entwickelten Knochenstruktur bezeichnet.

Muskel- und Knochenschmerzen sind die häufigsten Anzeichen und Symptome für Osteomalazie. Eine Behandlung von Osteomalazie beinhaltet die Korrektur des vorherrschenden Mangels von Kalzium und Vitamin D; sowie die gezielte Heilung jeder zugrundeliegenden Erkrankung, die mit der Entwicklung der Osteomalazie in Verbindung steht.

Ursachen

Der menschliche Körper verwendet Kalzium und Phosphate um starke Knochen zu bilden. Die Erkrankung an Osteomalazie entsteht meist durch eine mangelnde Versorgung dieser Nährstoffe innerhalb der Diät. Ebenso, wenn der Körper die Stoffe nicht ausreichend verarbeiten kann.

Vitamin D wird vom Körper gebildet, wenn Sonnenlicht auf die Haut trifft. Vitamin D wird benötigt um Kalzium zu verarbeiten. So kann Osteomalazie bei Menschen auftreten, die keine oder nur wenig Zeit im Sonnenlicht verbringen, oder in Gegenden leben, in denen die Sonnenscheindauer kurz oder die Luft stark verschmutzt ist.

Auch durch bestimmte Operationen des Magens (Gastrektomie) kann Osteomalazie entstehen. Da die Aufnahme von Vitamin D aus Lebensmitteln so vermindert wird. Zöliakie, Leber- oder Nierenschäden können ebenso zu Osteomalazie führen, da sie essentielle Körperprozesse stören.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Um die Ursache der Osteomalazie auszumachen und mögliche andere Krankheiten auszuschließen, wird der Patient möglicherweise folgende Untersuchungen an sich durchführen lassen müssen. Blut- und Urintest: Falls die Osteomalazie durch einen Mangel an Vitamin D oder durch Phosphat-Verlust hervorgerufen wird, können diese abnormen Werte im Blut oder im Urin nachgewiesen werden.

Röntgenuntersuchung: Osteomalazie führt zu charakteristischen Verletzungen in den Knochenstrukturen, die auf Röntgenbildern ausgemacht werden können.

Knochenbiopsie: Während einer Knochenbiopsie führt der Arzt eine dünne Nadel durch die Haut in den Knochen ein. Es wird eine kleine Probe des Knochen entnommen, um diese anschließend unter dem Mikroskop zu untersuchen. Auch wenn die Biopsie sehr akkurat zur Bestimmung von Osteomalazie ist, wird sie nur selten angewandt.

Komplikationen

Die Osteomalazie ist eine Erkrankung, die mit ausreichender Versorgung des Körpers mit Vitamin D verhindert werden kann. Bei bestehender Erkrankung sind schwerwiegende Komplikationen nur mit Hilfe einer intensiven Behandlung vermeidbar. Unbehandelt entwickelt sich in der Regel eine sogenannte schleichende pathologische Fraktur.

Da hier die Knochen jedoch weicher sind, finden die Brüche nicht plötzlich, sondern schleichend statt. Sie äußern sich somit in zunehmenden Verkrümmungen an Stellen, wo verstärkte Biegebeanspruchungen vorliegen. So kommt es zur Verkrümmung des Oberkörpers. Besondere Biegebeanspruchungen herrschen auch am Oberschenkelhals, sodass bei Osteomalazie häufig auch Oberhalsschenkelbrüche auftreten können. Das ist besonders bei älteren Personen der Fall, da bei ihnen aufgrund der oft starken Unterversorgung mit Vitamin D neben der Knochenerweichung auch eine verstärkte Osteoporose besteht.

Oberschenkelhalsbrüche bereiten den Patienten meist starke Schmerzen und führen zu Einschränkungen der Beweglichkeit. Der Heilungsprozess schreitet in der Regel nur sehr langsam voran. Bei der konservativen Behandlung einer Oberschenkelhalsfraktur besteht ein erhöhtes Risiko für Beinvenenthrombosen und Lungenembolien. Aufgrund dieser Tatsache kann die Osteomalazie bei älteren Personen auch häufiger zum Tode führen. Gerade deshalb ist gerade bei älteren Menschen auf eine ausreichende Versorgung mit Vitamin D zu achten.

Behandlung & Therapie

Wenn Osteomalazie durch eine Fehlernährung oder mangelnde Sonnenbestrahlung hervorgerufen wird, kann dieser Mangel durch eine einfache Zuführung von Vitamin D behandelt werden.

Normalerweise nehmen betroffene Patienten Vitamin D-Präparate oral ein. Über die Dauer von einigen Wochen oder Monaten. Weniger üblich ist die direkte Injektion von Vitamin D durch eine Vene in den Arm. Falls auch die Level von Kalzium und Phosphor niedrig sind, wird gegebenenfalls auch hier eine Therapie mit Präparaten verschrieben. Zusätzlich verbessert die Behandlung einer zugrundeliegenden Erkrankung wie Nierenversagen oder Primär biliäre Zirrhose auch die Symptome der Osteomalazie.

Betroffenen wird meist geraten, vermehrt das Sonnenlicht aufzusuchen. Hierbei sollte darauf geachtet werden, sich mehreren kürzere Einheiten (15 Minuten täglich) Sonnenlicht auszusetzen, als längeren unregelmäßigen Einheiten (Sonnenbrandrisiko).

In fortgeschrittenen Fällen kann es für die Betroffenen nötig sein, die schwachen Knochen mit Orthesen zu stützen oder verformte Knochen durch Operationen zu korrigieren. Durch eine erfolgreiche Behandlung können die Auswirkungen und Symptome von Osteomalazie vollständig geheilt werden, manchmal bereits in wenigen Monaten.

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Vorbeugung

Da die direkten Ursachen für Osteomalazie eindeutig auszumachen sind, kann jeder einen guten Beitrag zur Prävention leisten. So sollte regelmäßig der direkte Aufenthalt im Sonnenlicht gesucht werden. 15 Minuten pro Tag reichen aus. Auch innerhalb der Ernährung sollte darauf geachtet werden Lebensmittel mit hohem Vitamin D-Anteil zu sich zu nehmen. Hierzu zählen: ölige Fischsorten wie Lachs und Sardinen; auch Getreideprodukte wie Brot, oder Milchprodukte wie Joghurt sind reich an Vitamin D.

Bücher über Vitamin D

Quellen

  • Breusch, S., Clarius, M., Mau, H., Sabo, D. (Hrsg.): Klinikleitfaden Orthopädie, Unfallchirurgie. Urban & Fischer, München 2013
  • Niethard, F., Pfeil, J., Biberthaler, P.: Orthopädie und Unfallchirurgie. Thieme, Stuttgart 2014
  • Wülker, N., Kluba, T., Roetman, B., Rudert, M.: Taschenlehrbuch Orthopädie und Unfallchirurgie. Thieme, Stuttgart 2015

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