Osteom

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 23. August 2017
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Unter einem Osteom wird ein gutartiger Knochentumor verstanden. Häufig zeigt es sich in der Schädelregion wie in den Nasennebenhöhlen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Osteom?

Das Osteom zählt zur Gruppe der gutartigen Knochentumore. Unter Knochentumoren werden Geschwülste verstanden, die im Knochengewebe entstehen. Es gibt sowohl gutartige als auch bösartige Knochentumore. Im Gegensatz zum Knochenkrebs kommt es bei einem Osteom jedoch nicht zu einer Entartung des betroffenen Gewebes.

Außerdem büßt es seine Ursprungsfunktion nicht ein. Neben Osteomen gehören auch Osteochondrome zu den gutartigen Knochentumoren. Ein typisches Merkmal des Osteoms ist sein gestieltes Aussehen. Des Weiteren verfügt der gutartige Knochentumor über ein schwammiges und gestieltes Aussehen.

In der Medizin wird zwischen drei unterschiedlichen Osteom-Typen unterschieden. So gibt es das feste Osteom (Osteom durum), das schwammige Osteom (Osteom spongiosum) sowie das gehirnprominente Osteom (Osteom medullosum). Es besitzt einen größeren Hohlraum, in dem sich Knochenmark befindet.

Ursachen

Prinzipiell können sich Osteome an sämtlichen Stellen des Skeletts bilden. In den meisten Fällen treten sie allerdings am Schädel auf. Besonders betroffen ist die Stirnhöhlenregion. Gelegentlich kommen sie auch am Siebbein (Os ethmoidale) oder an der Kieferhöhle (Sinus maxillaris) vor.

Die Ursachen für die Entstehung eines Osteoms sind unterschiedlich. Bei vielen Patienten lässt sich jedoch keine genaue Ursache feststellen. Die Osteome entstehen aus reifen Knochen und sind entweder kompakt oder schwammartig. Das kompakte Osteom setzt sich ausschließlich aus Knochen zusammen.

Nicht selten stellt es eine Begleiterscheinung von gutartigen Tumoren an den Meningeomen (weiche Hirnhäute) dar. Die Zusammensetzung eines schwammartigen Osteoms besteht aus Knochen und Hohlräumen. Mitunter treten sie im Rahmen von Erbkrankheiten wie dem Gardner-Syndrom auf. Das Gardner-Syndrom ist gekennzeichnet durch Schädel-Osteome, Hauttumore und Darmpolypen.

Ferner bilden sich in der Nähe der Osteome zusätzlich Knochenfibrome. Diese haben ihren Ursprung im Bindegewebe. Darüber hinaus sind Knochenhämangiome vorhanden, die aus den Gefäßen entstehen. Als mögliche Auslöser von Osteomen werden biochemische, physikalische oder chemische Prozesse diskutiert. Beweise ließen sich bislang jedoch nicht finden. Ein möglicher Zusammenhang wird zu einem raschen Knochenwachstum gesehen. So entstehen gutartige Knochentumore vorwiegend in einem Lebensalter zwischen 20 und 30 Jahren.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Ein Osteom kann verschiedene Beschwerden hervorrufen. Die meisten Patienten leiden unter Kopfschmerzen, deren Intensität im Laufe der Zeit zunimmt. An den Nasennebenhöhlen entsteht mitunter eine Vorwölbung der betroffenen Wände. Des Weiteren droht durch das Osteom das Verlegen des Ausführungsgangs der Nasennebenhöhle.

Dies begünstigt wiederum die Bildung einer Nasennebenhöhlenmukozele. Nicht selten ruft die Mukozele ein Druckgefühl innerhalb des Kopfes hervor. Ebenso sind Einschränkungen des Visus als auch das Sehen von Doppelbildern im Bereich des Möglichen. Durch ein Osteom kann es zudem zum Verdrängen des Augapfels kommen. Dehnt sich der gutartige Knochentumor weiter aus, führt dies zu einem Gewebeschwund an der Dura mater (harte Hirnhaut). Dadurch besteht das Risiko von endokraniellen Komplikationen.

Weitere denkbare Beschwerden sind das Ansammeln von Flüssigkeit bei einen gelenknahen Osteom, das Hemmen des Knochenwachstums, Verformungen an Knochen und Gelenken, Druckschäden an Nerven oder Gefäßen, Knochenfrakturen sowie Schmerzen an der betroffenen Körperstelle. Die Beschwerden hängen auch von der Art des Tumors und seiner Körperposition ab.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Das Beschwerdebild spielt auch bei einer ärztlichen Untersuchung eine bedeutende Rolle. So ergeben sich aus ihm erste Hinweise auf die Erkrankung, was insbesondere für Knochenverformungen gilt. Im Rahmen der Untersuchung führt der behandelnde Arzt verschiedene Schmerz- und Funktionstests durch. Dazu zählen ein Belastungstest oder eine Kontrolle der Durchblutung.

Sicher diagnostizieren lässt sich ein Osteom durch die typischen Veränderungen, die sich auf einer Röntgenaufnahme erkennen lassen. Bestehen noch Zweifel darüber, ob ein gutartiger oder ein bösartiger Tumor vorliegt, müssen weitere Untersuchungen stattfinden. Dazu gehören eine Computertomographie (CT) sowie eine Magnetresonanztomographie (MRT). Des Weiteren ist die Entnahme einer Gewebeprobe (Biopsie) möglich, die anschließend unter einem Mikroskop untersucht wird.

Wichtige Hinweise liefert zudem die genaue Position des Knochentumors. So zeigen sich Osteome oft an bestimmten Stellen des Körpers. Von Wichtigkeit ist außerdem eine Differentialdiagnose zu anderen Erkrankungen, die ähnliche Beschwerden aufweisen. Dazu zählt in erster Linie die Ostitis fibrosa, bei der es zu einer schmerzlosen Aufreibung der Stirn und des Oberkieferknochens kommt. Da Osteome zu den gutartigen Knochentumoren zählen, fällt ihr Verlauf normalerweise positiv aus. Mitunter kann ein Osteom erneut auftreten.

Komplikationen

Die Betroffenen leiden durch das Osteom in erster Linie an sehr starken Kopfschmerzen. In der Regel treten diese Kopfschmerzen ohne besonderen Grund und vor allem sehr sporadisch auf. Weiterhin kommt es auch zu sehr unangenehmen Druckgefühlen im Kopf und auch in der Nase. Dadurch kommt es nicht selten zu einer deutlich verringerten Konzentrationsfähigkeit des Patienten, sodass auch die Entwicklung des Kindes möglicherweise eingeschränkt werden.

Auch das Sichtfeld wird durch das Osteom nicht selten eingeschränkt und erheblich verringert. Ebenso führt das Osteom zu einem verringerten Knochenwachstum, sodass es vor allem nach Unfällen oder Frakturen nicht zu einer vollständigen Heilung kommt. Weiterhin hängen allerdings die Beschwerden und der weitere Verlauf dieser Krankheit sehr stark von der genauen Position und der Austrug des Tumors ab, sodass eine allgemeine Voraussage über die Komplikationen in der Regel nicht getroffen werden kann.

Die Behandlung des Osteoms erfolgt durch einen operativen Eingriff. Komplikationen treten dabei in der Regel nicht auf. Möglicherweise ist der Betroffene dann auf Implantate angewiesen. Bei einer erfolgreichen Behandlung kommt es nicht zu einer Beeinflussung der Lebenserwartung des Patienten.

Behandlung & Therapie

Die Behandlung eines Osteoms hängt davon ab, ob es Beschwerden verursacht oder nicht. Auch eventuelle Komplikationen sowie das Lebensalter des Patienten sind von Bedeutung. Schreitet das Wachstum des Tumors nur langsam voran und bestehen keine Symptome, wird in der Regel abgewartet und der weitere Verlauf beobachtet.

Falls erforderlich, erfolgt eine Operation des Osteoms. Dabei achtet der Chirurg auf eine möglichst schonende Vorgehensweise. Im Verlauf des chirurgischen Eingriffs entwurzelt und entfernt der Operateur des Osteom aus dem Körper, was auch als Exstirpation bezeichnet wird. Bei Bedarf lässt sich zudem ein Ersatz durch körpereigenes Gewebe oder künstliche Implantate einbringen.

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Vorbeugung

Präventive Maßnahmen, die zur Vorbeugung eines Osteoms dienen, sind nicht bekannt. Zeigen sich erkennbare Verformungen oder Beschwerden, gilt es daher, so schnell wie möglich einen Arzt aufzusuchen und die Ursachen zu ergründen. Auf diese Weise lässt sich weiteren Beeinträchtigungen wie Knochenbrüchen vorbeugen.

Bücher über Knochenkrebs

Quellen

  • Breusch, S., Clarius, M., Mau, H., Sabo, D. (Hrsg.): Klinikleitfaden Orthopädie, Unfallchirurgie. Urban & Fischer, München 2013
  • Niethard, F., Pfeil, J., Biberthaler, P.: Orthopädie und Unfallchirurgie. Thieme, Stuttgart 2014
  • Pfeifer, B., Preiß, J., Unger, C. (Hrsg.): Onkologie integrativ. Urban & Fischer, München 2006

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