Osteolyse

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 30. Januar 2017
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Bei der Osteolyse handelt es sich um den Prozess des Knochenabbaus. Dieser findet in der Regel im Rahmen des normalen Stoffwechsels statt. Wenn jedoch das Gleichgewicht zwischen Knochenabbau und Knochenaufbau gestört ist, kann es zum pathologischen Verlust von Knochensubstanz kommen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Osteolyse?

Osteolyse ist die wissenschaftliche Bezeichnung für Knochenabbau, welcher einen normalen und notwendigen Prozess im Rahmen des Knochenstoffwechsels darstellt. Während dieses Prozesses werden ständig Knochen umgebaut, indem bestehende Knochensubstanz abgebaut und an anderer Stelle wieder aufgebaut wird. Der Knochenstoffwechsel wird dabei hormonell reguliert.

Im Knochen existieren zwei Zelltypen. Das sind zum einen die Osteoblasten und zum anderen die Osteoklasten. Die Osteoblasten sind für den Knochenaufbau verantwortlich. Nach der Mineralisierung verwandeln sie sich in nicht mehr teilungsfähige Osteozyten (Knochenzellen).

Die Osteoklasten steuern wiederum den Knochenabbau. Dabei handelt es sich um mehrkernige Zellen, die sich durch den Zusammenschluss von Stammzellen aus dem Knochenmark zu makrophagenähnlichen Zellen umgewandelt haben. Ihre Aufgabe ist es, als sogenannte Fresszellen, die Knochensubstanz aufzulösen. Dabei gibt es zwei Formen der Osteolyse. Das ist einerseits die Osteolyse im Rahmen des Knochenumbaus und andererseits die umschriebene Osteolyse.

Der Knochenumbau ist ein genereller Prozess, bei welchem ein Gleichgewicht zwischen Knochenabbau und Knochenaufbau besteht. Bei der umschriebenen Osteolyse findet ein lokaler Knochenabbau statt, der jedoch pathologisch ist.

Funktion & Aufgabe

Die Osteolyse ist ein notwendiger Prozess im Organismus, welcher gleichzeitig verschiedene Funktionen erfüllt. Im Rahmen des Knochenumbaus muss ständig Knochensubstanz abgebaut und an anderer Stelle neu aufgebaut werden. Dabei wird von Knochengeweberemodellierung gesprochen.

Das Knochen- und Skelettsystem ist das größte Stützorgan des Körpers. Durch die ständige Beanspruchung dieses Stützsystems kommt es zu Strukturschäden innerhalb der Knochen, die jederzeit wieder ausgeglichen werden müssen, um den Bewegungsapparat funktionsfähig zu halten. Das funktioniert nur durch den fortwährenden Abbau geschädigter und den Aufbau neuer Knochensubstanz.

Des Weiteren wird durch diesen Prozess auch gleichzeitig der Kalzium- und Phosphatspiegel konstant gehalten. Das Skelettsystem stellt dabei das größte Kalzium- und Phosphatreservoir dar.

Bei der Osteolyse handelt es sich um den Prozess des Knochenabbaus.

Wird beispielsweise zu wenig Kalzium durch die Nahrung zugeführt, kommt es zum verstärkten Knochenabbau. So können schwankende Kalzium- und Phosphatspiegel schnell ausgeglichen werden.

Insgesamt unterliegt der Knochen- und Kalziumstoffwechsel einer hormonellen Regelung. So sorgt das Parathormon für einen konstanten Kalziumspiegel im Blut, indem es einen verstärkten Knochenabbau durch Stimulierung der Osteoklasten veranlasst. Gleichzeitig wirkt es bei zu hohem Kalziumspiegel im Blut auch auf die Osteoblasten ein, welche für den Knochenaufbau verantwortlich sind.

Bei einem gesunden, erwachsenen Menschen, der noch zeugungsfähig ist, stehen Knochenabbau und Knochenaufbau im Gleichgewicht. Dieser ständige Knochenumbauprozess sorgt für einen gesunden Bewegungsapparat.

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Krankheiten & Beschwerden

Wenn das Gleichgewicht zwischen Osteolyse und Osteogenese (Knochenaufbau, auch Ossifikation genannt) gestört ist, kommt es zu Schädigungen in der Knochenstruktur. Meist ist bei diesen Störungen das Verhältnis von Knochenabbau und Knochenaufbau zugunsten des Knochenabbaus verschoben. In sehr seltenen Fällen tritt jedoch auch das umgekehrte Verhältnis auf, wobei der Knochenaufbau gegenüber dem Knochenabbau überwiegt. Dies ist beispielsweise bei der genetisch bedingten Osteopetrose (Marmorknochenkrankheit) der Fall.

Die häufigeren Fälle des allgemeinen Knochenabbaus sind durch verschiedene Ursachen bedingt. Das Gleichgewicht kann sich unter anderem durch die verringerte Aktivität der Osteoblasten verschieben, wobei der Knochenaufbauprozess gestört ist. Durch den normalen Prozess der Osteolyse findet nun aber dennoch ein allgemeiner Knochenabbau statt.

Des Weiteren kann die Osteolyse bei rheumatischen Prozessen, hormonellen Störungen (Hyperparathyreoidismus), Osteoporose oder Metastasen am Knochen verstärkt werden. Eine allgemeine Osteoporose findet zudem im Alter immer statt. Hier verlangsamt sich der Knochenaufbau, wobei gleichzeitig, oft durch Mineralstoffmangel infolge von Resorptionsstörungen, der Knochenabbau beschleunigt wird. Hormonelle Ursachen der Osteoporose finden sich häufig bei Frauen nach der Menopause.

Neben der Osteoporose kann auch eine Osteomalazie auftreten. Während bei der Osteoporose die gesamte Knochensubstanz, die sich aus organischen und mineralischen Anteilen zusammensetzt, abgebaut wird, geht bei der Osteomalazie nur der mineralische Anteil verloren. Häufig ist hier die Ursache ein zu geringer Kalziumeinbau in die Knochen, durch Mangel an Vitamin D oder durch einen gestörten Phosphatstoffwechsel.

Neben der Störung des Gleichgewichtes von Knochenaufbau und Knochenabbau im Rahmen des allgemeinen Knochenumbaus gibt es jedoch noch die umschriebene Osteolyse. Die umschriebene Osteolyse ist immer pathologisch und beschreibt den lokalen Knochenabbau durch eine lokale Osteoklastenüberaktivität, ohne dass die Osteoblastenaktivität verstärkt ist. Das bedeutet, es handelt sich um den lokalen Abbau von Knochensubstanz, die jedoch nicht mehr nachgebildet wird. Eine umschriebene Osteolyse findet unter anderem bei entzündlichen Prozessen, lokalen Tumoren beziehungsweise Metastasen am Knochen bei Fremdtumoren oder ständigem Fremdkörperkontakt des Knochens statt. So können beispielsweise Implantate, Endoprothesen oder Osteosynthesen (operative Verbindung mehrerer Knochen) zu einer Osteolyse führen, sodass es schließlich zu einer Lockerung der Prothese kommen kann. Ähnliches gilt auch für Zahnimplantate, die bei ständigem Fremdkontakt zu einer Zerstörung des Kieferknochens führen können.

Als Folge einer chronischen Polyarthritis können Knochenzysten in der Nähe der betroffenen Gelenke auftreten. Bei diesen Knochenzysten handelt es sich bereits um Hohlräume, die durch eine Osteolyse entstanden sind. Auch lokale Knochenmarksvereiterungen durch eine bakterielle Infektion können zu Osteolysen führen.

Eine sehr seltene Erkrankung ist das sogenannte Gorham-Stout-Syndrom. Hier kommt es zur vollständigen Auflösung eines Knochens, der sich dann in Lymphgewebe umwandelt. Die Ursache dieser Erkrankung ist zurzeit noch unbekannt.

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