Osteochondrosis dissecans

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 26. September 2017
Startseite » Krankheiten » Osteochondrosis dissecans

Mit dem Begriff Osteochondrosis dissecans wird in der Medizin eine Knochenerkrankung beschrieben. Dabei kann es zu einer Zersetzung der Knochen oder zur Bildung einer unnatürlich großen Knorpelschicht kommen. Die Osteochondrosis dissecans äußert sich durch starke Schmerzen und Ursache von Verschleiß. Der Begriff selbst ist eigentlich schon veraltet. Mittlerweile wird von einer Osteochondralen Läsion gesprochen. In etwa 75 Prozent aller Erkrankungen ist das Knie von der Osteochondrosis dissecans betroffen, aber auch Sprunggelenk und Hüfte können durch die Erkrankung belastet werden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Osteochondrosis dissecans?

Die Osteochondrosis dissecans ist eine degenerative Erkrankung der Knochen des Sprung- oder Kniegelenks. Sie äußert sich durch starke Schmerzen in den Gelenken, die sich im weiteren Verlauf der Krankheit verschlimmern.

Die Ursachen sind sehr vielfältig, unter anderem können unzureichende Bewegung oder auch eine Fehlbelastung Auslöser sein. Die Entstehung der Osteochondrosis dissecans wird durch Risikofaktoren wie Übergewicht begünstigt und ist im fortgeschrittenen Alter häufiger zu beobachten.

Es ist nicht mehr möglich, eine bereits eingetretene Veränderung der Knochensubstanz rückgängig zu machen. Therapieansätze helfen nur bei der Linderung der Symptome.

Ursachen

Ursächlich für die Osteochondrosis dissecans ist in den meisten Fällen ein natürlicher Verschleiß, der mit zunehmendem Alter der Betroffenen eintritt. Das liegt vor allem daran, dass in jungen Jahren Über- oder auch Fehlbelastungen oft noch gut ausgeglichen werden können.

Im Alterungsprozess des Körpers werden Knochen, Knorpel und Muskulatur geschwächt. Folge dieser Schwächung ist die Ablösung kleiner Knochenteilchen, was zu stärker werdenden Bewegungsschmerzen führt. Dauerhafte Fehlbelastungen erhöhen oft das Risiko für die Entstehung einer Osteochondrosis dissecans.

Auch rheumatische Erkrankungen können als Ursache in Frage kommen. Gerade bei der Osteochondrosis dissecans, die vergleichsweise selten auftritt, kann der Körper seine Knorpelzellen nicht in Knochenmaterial umwandeln, so dass die Gelenke stark verknorpeln.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Zu den typischen Symptomen einer Osteochondrosis dissecans gehören vor allem Gelenk- und Knochenschmerzen. Sie wird vom Betroffenen selbst erst dann bemerkt, wenn bereits eine entzündliche Schmerzbildung vorhanden ist.

Der Arzt wird zur Diagnosestellung neben einem ausführlichen Gespräch auch eine Röntgenaufnahme durchführen. In den meisten Fällen gibt diese bereits einen Aufschluss darüber, ob und wie stark der Verschleiß der Gelenke ist. Sofern sich die Erkrankung noch in einem frühen Stadium befindet, wird der Arzt vermutlich noch keine sicheren Aussagen über mögliche Veränderungen treffen können. In diesem Fall erfolgt zur weiteren Sicherung der Diagnose eine Kernspintomografie (MRT).

Wird die Osteochondrosis dissecans nicht behandelt, dann werden die Schmerzen mit Fortschreiten der Erkrankung deutlich stärker. Es kommt zu Bewegungseinschränkungen, die zu einer massiven Minderung der Lebensqualität des Patienten führen.

Gerade, wenn Kinder und Jugendliche Symptome einer Osteochondrosis dissecans zeigen, werden diese häufig als Wachstumsschmerzen oder Folgen einer Verletzung interpretiert. Vor allem sportlich aktive Kinder und Jugendliche leiden immer während und/ oder nach einer sportlichen Aktivität unter Schmerzen, weshalb der Sport dann eingestellt werden muss.

Komplikationen

Bei der Osteochondrosis dissecans leiden die Betroffenen in erster Linie an Beschwerden an den Knochen. Auch Knochenbrüche treten krankheitsbedingt viel häufiger auf und können die Lebensqualität des Patienten erheblich verringern. Vor allem bei Belastungen kommt es zu Schmerzen, die vor allem an den Gelenken auftreten.

Allerdings leiden viele Betroffene bei der Osteochondrosis dissecans auch an Ruheschmerzen, sodass es vor allem in der Nacht zu Schlafbeschwerden und damit zu Depressionen kommen kann. Weiterhin können dadurch auch Narben blockiert werden, sodass die Patienten an Lähmungen oder an anderen Störungen der Sensibilität leiden können. Die Gelenke verschleißen relativ schnell und es kommt zu Einschränkungen in der Bewegung.

Sollte die Osteochondrosis dissecans schon bei Kindern auftreten, kann es zu Wachstumsstörungen und damit zu einer verzögerten Entwicklung kommen. Eventuell kann das Kind dann keine Sportarten mehr durchführen. Die Behandlung der Erkrankung erfolgt ohne Komplikationen. Mit Hilfe von Medikamenten und verschiedenen Therapien können die Beschwerden gelindert werden. In einigen Fällen sind die Patienten allerdings auch auf operative Eingriffe angewiesen.

Behandlung & Therapie

Wenn eine Osteochondrosis dissecans diagnostiziert wurde, erfolgt eine entsprechende Behandlung. Da es sich um eine degenerative Erkrankung handelt, können die Schäden am Knochengewebe nicht mehr vollständig rückgängig gemacht werden. Die Behandlung richtet sich dabei immer nach der relativen Größe der jeweiligen Veränderungen sowie der Lokalisation.

Für die gezielte Behandlung ist eine frühzeitige Diagnose wichtig. Zunächst werden die Symptome des Betroffenen behandelt. Zunächst sollte immer die konservative Therapie vorgezogen werden. Mit entsprechenden Medikamenten erfolgt eine Schmerzlinderung. Der Arzt kann neben Schmerzmitteln auch so genannte Muskelrelaxanzien anwenden. Die Beschwerden können außerdem durch Massagen, Wärme- oder auch Reizstromanwendungen gelindert werden. Auch Krankengymnastik kann Linderung verschaffen.

Ist die Osteochondrosis dissecans bereits in einem fortgeschrittenen Stadium, kann auch ein operativer Eingriff helfen. Dabei wird verhärtetes Knorpelgewebe entfernt und – soweit notwendig – eine Gelenkprothese eingesetzt. Nach dem operativen Eingriff sollten Über- und Fehlbelastungen möglichst vollständig vermieden werden.

Hier finden Sie Ihre Medikamente:

Vorbeugung

Der Osteochondroses dissecans kann meist nur bedingt vorgebeugt werden. Generell ist eine ausgewogene und Vitamin-D-reiche Ernährung wichtig. Durch ausreichend Bewegung wird zudem die Muskulatur gestärkt, was wiederum einem Verschleiß vorbeugt. Bei allen Bewegungen sollte aber darauf geachtet werden, dass es zu einer Vermeidung von Fehl- und Überlastungen der Gelenke kommt.

Tritt der Schmerz während sportlicher Betätigung auf, so kann eine konsequente Pause oder Entlastung dazu beitragen, die Beschwerden zu mindern. Ein deutliche Warnsignal sind auch mechanische Symptome wie Blockaden oder Streckhemmungen, denn in diesem Fall liegt in der Regel schon eine Veränderung der Gelenkflächen vor.

Unter Umständen kann die Teilnahme an einer Rückenschule helfen, eine dauerhaft richtige Körperhaltung zu finden und so schmerzhafte Beschwerden von vornherein zu verhindern.

Bücher über Gelenkschmerzen

Quellen

  • Breusch, S., Clarius, M., Mau, H., Sabo, D. (Hrsg.): Klinikleitfaden Orthopädie, Unfallchirurgie. Urban & Fischer, München 2013
  • Niethard, F., Pfeil, J., Biberthaler, P.: Orthopädie und Unfallchirurgie. Thieme, Stuttgart 2014
  • Wülker, N., Kluba, T., Roetman, B., Rudert, M.: Taschenlehrbuch Orthopädie und Unfallchirurgie. Thieme, Stuttgart 2015

Diese Seite teilen:

Das könnte Sie auch interessieren:

Bekannt aus: