Osteochondrom

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 26. September 2017
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Bei einem Osteochondrom handelt es sich um eine benigne Form eines Tumors am Knochen. Ähnliche Tumorarten sind zum Beispiel sogenannte Ekchondrome, die sich durch Verknöcherungsprozesse zu einem Osteochondrom entwickeln. Der Tumor geht aus einem Bereich des Knochens hervor, der sich in der Nähe eines Gelenks befindet (medizinischer Fachterminus Metaphyse).

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Osteochondrom?

Das Osteochondrom wird synonym auch kartilaginäre Exostose genannt. Prinzipiell handelt es sich um einen gutartigen Tumor der Knochen. Osteochondrome treten im überwiegenden Teil der Fälle nahe der Gelenke auf. Dabei gehen sie stielartig aus dem Knochen hervor. Besonders häufig sind die sogenannten langen Röhrenknochen von den Osteochondromen betroffen. Grundsätzlich erinnern die Tumoren in ihrer Form oft an Pilze.

Weibliche Patienten erkranken seltener an Osteochondromen als männliche. Osteochondrome zählen zu den am häufigsten vorkommenden Arten von Tumoren der Knochen. In zahlreichen Fällen entwickeln sie sich schon bei kindlichen Patienten. Nachdem die Wachstumsprozesse der Knochen nach der Pubertät abgeschlossen sind, stellen die Osteochondrome ihr Wachstum in der Regel ein.

Osteochondrome sind generell dadurch gekennzeichnet, dass sie nur in wenigen Fällen Beschwerden verursachen. Beeinträchtigungen durch den Tumor ergeben sich in der Regel nur dann, wenn andere Bereiche in der Nähe des Osteochondroms gequetscht werden. Dabei handelt es sich zum Beispiel um Blutgefäße oder Nervenbahnen. Im überwiegenden Teil der Fälle weisen Osteochondrome auch keine Druckschmerzhaftigkeit auf.

Therapeutische Interventionen sind nur dann erforderlich, wenn Beschwerden auftreten. Dabei wird das Osteochondrom in der Regel komplett entfernt. Grundsätzlich zeichnen sich Osteochondrome durch eine relativ positive Prognose aus, wobei es nur äußerst selten zu Entartungen kommt.

Ursachen

Die exakten Ursachen für die Entstehung von Osteochondromen sind nicht bekannt. Im überwiegenden Teil der Fälle entwickeln sich die Tumoren der Knochen im Bereich des äußeren Femurs. Auch der proximale Humerusknochen ist oftmals von einem Osteochondrom betroffen. Das Wachstum des Osteochondroms erfolgt in der Form eines Stiels beziehungsweise Pilzes. In manchen Fällen führt ein Osteochondrom durch Raumforderungen zu Fehlbildungen im umliegenden Knochenbereich.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Osteochondrome äußern sich in diversen Anzeichen und Symptomen. In den meisten Fällen beenden die Tumoren der Knochen ihr Wachstum noch vor dem Ende des zweiten Lebensjahrzehnts. Dabei zeigt sich der betroffenen Bereich oftmals geschwollen, wobei die Personen jedoch keine Schmerzen verspüren.

Tatsächliche Beschwerden durch das Osteochondrom ergeben sich häufig erst, wenn naheliegende Nervenfasern, Muskeln oder Blutgefäße durch den Tumor gequetscht oder verdrängt werden. Dabei verspüren die erkrankten Patienten zum Beispiel Schmerzen in der benachbarten Muskulatur. In zahlreichen Fällen zeigen Osteochondrome jedoch keinerlei Symptome. Einige betroffene Personen sind für ihr Alter zu klein. Möglich ist auch, dass Arme oder Beine eine unterschiedliche Länge aufweisen.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Die Diagnose des Osteochondroms orientiert sich an den typischen Symptomen der Tumoren. Bei charakteristischen Veränderungen an den Knochen ist ein geeigneter Arzt auf die Anzeichen anzusprechen. Dieser erörtert im ersten Schritt im Rahmen einer Anamnese die vorliegenden Beschwerden sowie deren Beginn und potenzielle Entstehungsfaktoren.

Eine Familienanamnese gibt unter Umständen bedeutsame Indizien auf das Vorliegen der Krankheit, wenn im Familienkreis ähnliche Fälle vorkommen. Danach untersucht der Arzt die individuellen Krankheitsanzeichen mit Hilfe verschiedener Verfahren. Besonders wichtig ist in der Regel die Durchführung einer röntgentechnischen Untersuchung. Denn derartige bildgebende Verfahren machen das Osteochondrom meist relativ gut sichtbar.

Bestehen dennoch Zweifel, kommt zusätzliche eine CT-Untersuchung zum Einsatz. Im Rahmen einer Kernspintomographie lässt sich feststellen, wie dick die knorpelartige Kappe ist. Auf diese Weise ist das Risiko einer Entartung des Tumors einzuschätzen. Der behandelnde Arzt führt außerdem eine gründliche Differentialdiagnose durch, um Krankheiten mit ähnlichen Anzeichen auszuschließen. Dabei untersucht er in erster Linie, ob der betroffenen Patient an einer sogenannten familiären Osteochondromatose leidet.

Komplikationen

Auch gutartige Knochentumore wie ein Osteochondrom können Komplikationen zur Folge haben. So leiden die betroffenen Personen häufig unter der Angst, dass der gutartige Tumor zu einem bösartigen Krebsleiden entartet, das lebensgefährliche Folgen hat. Infolgedessen zeigen sich bei den Patienten oftmals Antriebslosigkeit, Stimmungsschwankungen oder Depressionen.

Eine weitere Folgeerscheinung des Osteochondroms ist das Verdrängen von benachbarten Blutgefäßen und Gewebe. Je nachdem, an welcher Position sich der gutartige Tumor befindet, führt dies zu Gefühlen der Beengung. Außerdem besteht die Gefahr, dass es zu Funktionseinbußen von bestimmten Organen kommt. Übt das Osteochondrom Druck auf angrenzende Nerven, Gefäße oder Muskeln aus, zieht dieser Vorgang eine Unterversorgung der Organe nach sich, was wiederum Funktionsstörungen auslöst.

In manchen Fällen wirkt sich ein Osteochondrom einschränkend auf die Bewegungsabläufe des Patienten aus. So werden Gelenkaktivitäten begrenzt oder sogar völlig unmöglich. Der Betroffene kann sich deswegen nur noch beschränkt fortbewegen oder benötigt eine Gehhilfe.

Manche Patienten leiden aufgrund eines gutartigen Knochentumors an psychischen Problemen. Weil die Bewegung eingeschränkt ist, führt dies nicht selten zur Zunahme von Gewicht, wodurch wiederum die Knochen belastet werden. Ebenso treten stärkere Belastungen des gesunden Skelettsystems ein. Die Folge davon sind Überanstrengung oder Probleme an Nerven und Muskeln.

Wird ein Osteochondrom operativ behandelt, sind weitere Komplikationen möglich. Dabei handelt es sich zumeist um Schädigungen benachbarter Strukturen, Blutungen, Blutergüsse, Wundheilungsstörungen oder Infektionen.

Behandlung & Therapie

Die therapeutischen Maßnahmen richten sich hauptsächlich nach den Beschwerden sowie der Größe des Osteochondroms. Denn nicht in allen Fällen ist eine Behandlung der gutartigen Knochentumoren notwendig. Leiden die betroffenen Patienten jedoch an unangenehmen Symptomen, wird das Osteochondrom in der Regel entfernt. Die Resektion erfolgt im Rahmen eines chirurgischen Eingriffs.

Eine solche Entfernung ist vor allem dann angezeigt, wenn die Personen an Schmerzen leiden, sich Fehlbildungen naheliegender Knochenbereiche entwickeln oder die Funktion der Gelenke durch das Osteochondrom beeinträchtigt wird. Das Osteochondrom ist besonders dann so schnell wie möglich zu entfernen, wenn eine bösartige Entartung vermutet wird. Insbesondere bei Osteochondromen in der Gegend der Wirbelsäule, des Oberarms und Oberschenkels sowie des Beckenknochens wird in der Regel zu einer Resektion geraten.

Denn potenzielle Entartungen des Osteochondroms gehen unter Umständen mit erheblichen Komplikationen einher. Prinzipiell steht die Prognose für das Osteochondrom jedoch vergleichsweise gut. In den meisten Fällen wächst das Osteochondrom nach Ende des Knochenwachstums in der Pubertät nicht mehr weiter. Behält das Osteochondrom seine Größe bei, ist eine maligne Entartung sehr selten.

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Vorbeugung

Es bestehen keine Maßnahmen zur Prävention von Osteochondromen, deren Wirksamkeit im Rahmen von entsprechenden medizinischen Forschungsstudien nachgewiesen ist. Stattdessen steht die regelmäßige ärztliche Kontrolle der Tumoren an den Knochen sowie eine eventuelle Entfernung des Osteochondroms im Vordergrund.

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Quellen

  • Breusch, S., Clarius, M., Mau, H., Sabo, D. (Hrsg.): Klinikleitfaden Orthopädie, Unfallchirurgie. Urban & Fischer, München 2013
  • Niethard, F., Pfeil, J., Biberthaler, P.: Orthopädie und Unfallchirurgie. Thieme, Stuttgart 2014
  • Pfeifer, B., Preiß, J., Unger, C. (Hrsg.): Onkologie integrativ. Urban & Fischer, München 2006

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