Osteitis

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 14. August 2017
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Der Mediziner spricht dann von einer Knochenentzündung (Osteitis), wenn eine Infektion vorliegt, die - in sehr vielen Fällen - mit bösartigen Mikroorganismen versehen ist. Operationen oder auch offene Frakturen (Brüche) erhöhen das Risiko einer Knochenentzündung. In sehr vielen Fällen stellen lediglich radikale Operationen die einzige Behandlungsmöglichkeit dar, wenn der Patient von einer Osteitis betroffen ist.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Osteitis?

Unter einer Osteitis beziehungsweise Knochenentzündung beschreibt der Mediziner eine spezielle Infektion, die vorwiegend den Knochen betrifft. Bei der Osteitis können die Havers- oder die Volkmann-Kanäle betroffen sein. Liegt ein Erregerbefall der Havers-Kanäle vor, handelt es sich um eine Infektion in den Längsrichtungen der Versorgungsleitungen des Knochens. In jenen Kanälen verlaufen die Nerven sowie Kapillaren.

Ist der Erregerbefall in den Volkmann-Kanälen vorhanden, handelt es sich um eine Infektion in den Querrichtungen der Knochenstrukturen. In vielen Fällen tritt die Osteitis jedoch in Kombination mit einer Entzündung des Knochenmarks auf. Auf Grund der Tatsache, dass die Osteitis und die Knochenmarksentzündung (Osteomyelitis) ähnliche Krankheitsbilder aufweisen, verwenden Mediziner oftmals die Begriffe Ostitis, Osteitis sowie Osteomyelitis als Synonym.

Ursachen

Die Osteitis entsteht auf Grund einer Infektion. Nur selten greifen Infektionsherde, die bereits im Körper entbrannt sind, auf den Knochen über. In den meisten Fällen entsteht eine Osteitis im Rahmen einer offenen Fraktur. Die Erreger treten über die offene Wunde ein, befallen den Knochen und lösen eine Entzündung aus. Selbst Operationen erhöhen das Risiko einer Osteitis. Etwa dann, wenn Keime - auf Grund nicht sterilen Instrumente - in die Wunde und direkt auf den Knochen gelangen.

Mitunter können Viren und Pilze die Erreger der Knochenentzündung sein; in fast allen Fällen sind aber Bakterien für eine Osteitis verantwortlich. Vor allem Streptokokken spielen eine wesentliche Rolle. Auch Bakterien, die im Rahmen einer nosokomialen Infektion auftreten, können eine Osteitis auslösen. Dabei handelt es sich vorwiegend um klassische Ansteckungen, die in Pflegeheimen sowie Krankenhäusern auftreten. Vorwiegend sind es multiresistente Keime, welche nicht von Antibiotika bekämpft werden können. Mitunter zählen zu den Erregern auch Stämme von Staphylococcus aureus; jener Stamm ist der Hauptverursacher einer Osteitis.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Klassische Symptome sind Rötungen sowie Schwellungen des betroffenen Areals. Der Patient klagt über Knochenschmerzen, hat eine erhöhte Körpertemperatur oder leidet unter Fieber. In vielen Fällen sind die Betroffenen abgeschlagen, berichten über Glieder- und auch Gelenkschmerzen, wobei auch - im späteren Krankheitsverlauf - Knochenbrüche auftreten können. Wird die Osteitis nicht oder unzureichend behandelt, kann Eiter nach außen dringen.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Die Osteitis macht sich durch fünf klassische Entzündungssymptome bemerkbar. Jene treten gemeinsam auf. Dabei handelt es sich um die Rötung, Hitze, den Schmerz, eine Schwellung sowie Funktionseinschränkungen. Liegen offene Wunden oder auch Fisteln vor, kann eine Eiterbildung beobachtet werden. Der Mediziner erkennt die Osteitis bereits am Blutbild. Bei Blutuntersuchungen stellt der Mediziner nicht nur eine starke Entzündungsreaktion fest, sondern gleichzeitig einen deutlich erhöhten Leukozyten-Wert.

Die Kernspintomographie gibt einen Aufschluss darüber, ob bereits Knochenveränderungen eingetreten sind. Mitunter können auch nekrotische Prozesse eingetreten sein. Das bedeutet, dass die Knochensubstanz abstirbt. Liegt eine Osteitis vor, können nur radikale Operationen Erfolg versprechen. Jene sind zwar riskant, können aber nicht aufgeschoben oder verhindert werden. Je nach Ausmaß der Osteitis, können bleibende Schäden oder Behinderungen auftreten.

Komplikationen

In den meisten Fällen führt eine Osteitis zu einer sehr starken Schwellung der betroffenen Region des Körpers. Die Patienten leiden dabei nach dem Bruch der Knochen in der Regel an sehr starken Schmerzen und auch an Bewegungseinschränkungen. Möglicherweise ist der Betroffene dann auf die Hilfe anderer Menschen in seinem Alltag angewiesen.

Durch die Osteitis kommt es dabei auch zu einem hohen Fieber und zu einer allgemeinen Abgeschlagenheit des Patienten. Auch die Belastbarkeit sinkt deutlich ab und es treten Schmerzen in den Extremitäten und den Gelenken auf. Die Lebensqualität des Patienten wird im Allgemeinen durch die Osteitis deutlich verringert. Komplikationen treten dabei in der Regel dann auf, wenn es nicht zu einer Behandlung kommt. Dabei kann sich die Entzündung auch in andere Areale des Körpers ausbreiten und möglicherweise auch nach außen dringen.

Im schlimmsten Fall kann es auch zu einer Blutvergiftung kommen, die für den Betroffenen tödlich enden kann. Die Behandlung der Osteitis erfolgt meistens durch operative Eingriffe und mit Hilfe von Antibiotika. In der Regel kommt es dabei ohne Komplikationen zu einem positiven Krankheitsverlauf. Auch die Lebenserwartung des Betroffenen wird durch die Osteitis in der Regel nicht beeinflusst.

Therapie & Behandlung

Auf Grund der Tatsache, dass es sich bei der Osteitis um eine bakterielle Infektion handelt, müssen Antibiotika verordnet werden. In vielen Fällen reicht die orale Medikation nicht aus; oftmals werden zwar Infusions-Medikamente verordnet, welche aber auch nicht zum gewünschten Erfolg führen. Aus diesem Grund muss der Mediziner - in fast allen Fällen - operieren und das betroffene Areal des Knochens ausschälen.

Dabei konzentriert sich der Mediziner auf den entzündeten oder bereits nekrotischen Teil des Knochens. Wurden auf Grund Frakturbehandlungen stabilisierende Maßnahmen in Form von Schrauben oder Nägel gesetzt, muss der Mediziner jene Instrumente entfernen. Jedoch muss die Bruchstelle weiterhin fixiert werden; dafür werden neue oder andere Instrumente verwendet. Im Rahmen der Operation finden auch desinfizierende Spülungen statt. Dabei sollen die Erreger komplett entfernt werden.

Ketten oder Tamponaden, die mit Antibiotika getränkt werden, verbleiben danach in der Operationswunde. Des Weiteren wird eine Drainage eingelegt, damit die eitrigen Sekrete abgeleitet werden können. Der Mediziner kann mitunter auch die Operationswunde offen lassen, sofern die Gefahr besteht, einen weiteren Eingriff vornehmen zu müssen. Denn nicht immer bringt der Eingriff den gewünschten Erfolg und die Heilung der Osteitis mit sich. Aus diesem Grund kann eine zweite Operation erforderlich sein.

Selbst dann, wenn bereits der Heilungsprozess eingetreten ist und der Verdacht besteht, dass noch immer Entzündungsherde vorliegen, kann eine zweite Operation durchgeführt werden. Auf Grund der Tatsache, dass die Eingriffe einen Substanzverlust herbeigeführt haben, muss dieser wieder kompensiert werden. Somit muss der Patient an der Wiederherstellung seiner Mobilität arbeiten. Bei einer fehlenden oder unzureichend durchgeführten Rehabilitation, kann mitunter eine Behinderung die Mobilität beeinträchtigen.

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Vorbeugung

Die Osteitis kann nur bedingt durch den Betroffenen vorgebeugt werden; vielmehr muss das Krankenhaus - im Rahmen der Hygiene - darauf achten, dass die Osteitis verhindert wird. Liegt der Verdacht einer Knochenentzündung vor, muss sofort ein Arzt kontaktiert werden.

Bücher über Entzündungen & Infektionen

Quellen

  • Breusch, S., Clarius, M., Mau, H., Sabo, D. (Hrsg.): Klinikleitfaden Orthopädie, Unfallchirurgie. Urban & Fischer, München 2013
  • Niethard, F., Pfeil, J., Biberthaler, P.: Orthopädie und Unfallchirurgie. Thieme, Stuttgart 2014
  • Wülker, N., Kluba, T., Roetman, B., Rudert, M.: Taschenlehrbuch Orthopädie und Unfallchirurgie. Thieme, Stuttgart 2015

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