Ortho-Bionomy

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 26. September 2017
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Die Ortho-Bionomy ist eine therapeutische Form der sanften Körperarbeit mit dem Ziel der Autoregulation. Durch die gezielten Techniken sollen die Selbstheilungskräfte gestärkt und somit der Körper in die Lage versetzt werden, sich selbst zu heilen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Ortho-Bionomy?

Bei allen Techniken der Ortho-Bionomy arbeitet der Therapeut mit den Händen. Die Methode wird als Ausübung der Heilkunde angesehen und darf daher in Deutschland nur von Ärzten und Heilpraktikern in eigener Regie angewendet werden.

Viele Bewegungsabläufe und therapeutische Griffe der Ortho-Bionomy erinnern an die Osteopathie oder an das Rolfing, ebenfalls Verfahren der sanften Körperarbeit. Der speziell geschulte Therapeut, der sogenannte Ortho-Bionomy-Practitioner, führt mit dem auf der Liege entspannten Patienten gezielte Bewegungsmanöver durch. Durch das kurze Verharren in diesen definierten Positionen oder durch das Verstärken von Bewegungsmustern werden bestimmte Muskelgruppen und Gewebe angesprochen und stimuliert.

Ziel der Methodik ist es Fehlhaltungen der Gelenke, Bewegungseinschränkungen oder muskuläre Verspannungen zu erkennen und loszulassen, zu entkrampfen. Der Therapeut gibt also die Richtung vor, die eigentliche Arbeit der Regulation wird nach dem übergeordneten Konzept der Ortho- Bionomy aber stets vom Patienten selbst vorgenommen. Die Ortho-Bionomy darf auch nicht mit der Chirotherapie oder Chiropraktik verwechselt werden, denn diese sanfte Körperarbeit ist nicht manipulativ. Als Begründer der Ortho-Bionomy gilt Dr. Arthur Pauls, ein im Jahre 1997 in Frankreich verstorbener Osteopath und Judolehrer.

Funktion, Wirkung & Ziele

Pauls definierte auch das übergeordnete Konzept der von ihm entwickelten Methode, nämlich jedem Menschen völlig wertungsfrei zu begegnen und ihn in seiner Einmaligkeit voll zu respektieren.

Als Konzept einer strukturierten und lenkbaren Körperenergie, die Pauls im Laufe der Jahre immer weiter verfeinerte, wird die Ortho-Bionomy heute von vielen Behandlern als eine besondere Form der Osteopathie verstanden. Pauls ging davon aus, dass ein Körper zunächst in Harmonie und in sich schlüssig ist. Deshalb bedarf es nach der Ortho-Bionomy bei Störungen auch nur einer sanften Unterstützung, um alle Strukturen wieder in die richtigen Bewegungsbahnen zu lenken. Die Ortho-Bionomy folgt also stets bereits vorhandenen Bewegungsmustern und versucht lediglich, diese zu verstärken. Durch dieses Vorgehen werde dem Körper eine vollkommen belastungsfreie, stressfreie Reorganisation ermöglicht.

In den USA ist das Heilverfahren weiter verbreitet und auch allgemein bekannter, als in Europa. Die im Dachverband Society of Ortho-Bionomy International zusammengeschlossenen Practitioner wenden die Ortho-Bionomy gemäß den Vorgaben ihres Gründervaters Dr. Pauls an. Seit dessen Tod haben sich allerdings, ähnlich wie in der Osteopathie, zahlreiche Modifikationen des Verfahrens etabliert.

Die Ortho-Bionomy ist eine therapeutische Form der sanften Körperarbeit mit dem Ziel der Autoregulation. Bei allen Techniken der Ortho-Bionomy arbeitet der Therapeut mit den Händen.

Das Wesensmerkmal, die Essenz der Ortho-Bionomy fasste Dr. Pauls in seinem Ausspruch: „ Du kannst der sein, den andere wollen, der Du sein sollst, der Du selber gerne sein möchtest oder der Du bist„ zusammen. In Deutschland ist die Anwendung der Ortho-Bionomy nicht erstattungsfähig, die Patienten müssen daher die Therapiesitzungen selbst bezahlen. Behandlungen mit der Ortho-Bionomy bieten sich insbesondere an bei sämtlichen Erkrankungen im orthopädischen Bereich, bei akuten oder chronischen Schmerzen am Muskel- und Skelettsystem, bei funktionellen Störungen innerer Organe, zur hormonellen und vegetativen Regulation oder zur allgemeinen Entspannung und zum Stressabbau.

Darüber hinaus soll Ortho-Bionomy auch zur Verbesserung der inneren und äußeren Selbstwahrnehmung, zur Erweiterung der Ausdrucksfähigkeit und Steigerung der Leistungsfähigkeit sowie bei psychosomatischen Krankheiten als begleitende und unterstützende Methode hilfreich sein. Das Symbol der Ortho-Bionomy ist der Sanddollar. Dieser macht zwar einen geometrisch sehr regelmäßigen Eindruck, dennoch befindet sich die Mitte nicht zwingend im geometrisch-mathematischen Zentrum. Die Mitte ist also bei jedem Sanddollar verschieden, genau dieses Prinzip übertrug Dr. Pauls auf den Menschen, dass jedes Individuum seine Mitte woanders hat. Und genau dieser Umstand ist es, den Anwender der Ortho-Bionomy im Original-Konzept besonders respektieren und berücksichtigen.

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Risiken, Nebenwirkungen & Gefahren

Bei der praktischen Anwendung der Ortho-Bionomy ist ersichtlich, dass deren Wurzeln in der Osteopathie liegen, die als Heilmethode ebenfalls aus Amerika stammt. Da es sich um eine sehr sanfte Form der Körperarbeit handelt sind die Risiken, Nebenwirkungen und Gefahren überschaubar.

Da der Begriff Ortho-Bionomy und die Berufsbezeichnung Ortho-Bionomy-Practitioner in Deutschland nicht geschützt sind, liegt die größte Gefahr für einen Patienten darin, an einen nicht ausreichend qualifizierten Therapeuten zu geraten. Ortho-Bionomy-Manöver sollten stets als heilkundliche Behandlung und niemals als Wellness angesehen und praktiziert werden. Ortho-Bionomy arbeitet stets mit den 3 Aspekten Körperstruktur und Körperhaltung, Bewegungsimpulsen in Muskulatur und Gewebe und mit dem Energiefeld des Menschen.

Beim letztgenannten Aspekt muss die Therapiehand die Haut des Patienten nicht unbedingt berühren, deshalb ergeben sich an dieser Stelle auch gewisse Parallelen zur Geistheilung oder zum Reiki. Patienten müssen sich für eine Therapie mit Ortho-Bionomy auch nicht zwingend entkleiden, wenn alle vorgesehenen Bewegungsabläufe auch in locker sitzender Kleidung ablaufen können. Außerdem wird das Verfahren auch bei Beschwerdefreiheit im Sinne einer Prophylaxe praktiziert.

Bei schweren psychischen Erkrankungen soll die Ortho-Bionomy nicht angewendet werden. Weitere Grenzen des Verfahrens ergeben sich aus irreversiblen Destruktionen von Körperstrukturen, die als unheilbar gelten, also beispielsweise fortgeschrittene Arthrose oder metastasierende Tumoren. Auch bei akuten Infektionen der Haut oder generalisierten, fieberhaften Infektionen sollte zum Wohle des Patienten jede Form der Anwendung einer sanften Körperarbeit unterbleiben.

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Quellen

  • Ernst, E.: Praxis Naturheilverfahren. Springer, Berlin 2005
  • Federspiel, F., Herbst, V.: Die andere Medizin. Stiftung Warentest, Berlin 2005
  • Kraft, K., Stange, R. (Hrsg): Lehrbuch Naturheilverfahren. Hippokrates, Stuttgart 2010

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