Oropharynxkarzinom

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für innere Medizin) am 25. Oktober 2016
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Als Oropharynxkarzinom wird eine Krebserkrankung in der Mundrachenregion bezeichnet. Der Oropharynx bildet den mittleren Abschnitt des Schlundes.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Oropharynxkarzinom?

Das Oropharynxkarzinom trägt auch die Bezeichnung Mundrachenkrebs. Gemeint ist damit ein bösartiger Schleimhauttumor im Mundrachenbereich, bei dem es sich um den Oropharynx oder Mesopharynx handelt. Gemeinsam mit dem Nasopharynx- und dem Hypopharynxkarzinom zählt das Oropharynxkarzinom zu den Rachenkrebserkrankungen.

Vom Oropharynx wird der mittlere Abschnitt des Schlundes (Pharynx) gebildet. Er umfasst die Schlundhinterwand, den weichen Gaumen, die Rachenmandeln sowie den Zungengrund und reicht bis zum Kehlkopfübergang. Besonders häufig zeigt sich Mundrachenkrebs bei älteren Männern über 60 Jahren.

In Deutschland kommen auf 100.000 Einwohner pro Jahr etwa 0,5 bis 2 Neuerkrankungen. Aus histologischer Sicht handelt es sich bei einem Oropharynxkarzinom zumeist um ein Plattenepithelkarzinom, das von der Rachenschleimhaut ausgeht. Typischerweise kommt es zur Ausprägung von Tochtergeschwülsten (Metastasen) in den Halslymphknoten.

Ursachen

Wodurch Rachenkrebs oder ein Oropharynxkarzinom verursacht werden, ließ sich nicht genau klären. Verantwortlich gemacht werden Umwelteinflüsse, genetische Faktoren sowie Mangelerscheinungen bei der Ernährung. Bekannt sind jedoch bestimmte Risikofaktoren, die das Auftreten eines Oropharynxkarzinoms begünstigen.

Dazu gehören hoher Alkoholkonsum, Rauchen, Infektionen mit dem humanen Papillomvirus (HPV), eine vitaminarme Ernährung sowie der Einfluss von Schadstoffen wie nickel- und chromhaltigen Farben oder Asbest. Als größter Risikofaktor werden jedoch Zigaretten- und Alkoholkonsum eingestuft. Vor allem eine Kombination aus beidem erhöht das Rachenkrebsrisiko beträchtlich.

Bei Männern kommt es deswegen drei oder vier Mal häufiger zu Mundrachenkrebs als beim weiblichen Geschlecht. Nicht selten tritt ein Oropharynxkarzinom auch zusammen mit dem Epstein-Barr-Virus auf. Weitere Risikofaktoren sind eine Schwächung des Immunsystems sowie unzureichende Mundhygiene.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

In der Regel zeigen sich bei einem Oropharynxkarzinom zunächst keine typischen Beschwerden. Spürbare Symptome treten erst im Spätstadium der tückischen Erkrankung auf. Dabei entstehen zumeist Veränderungen an der Schleimhaut der Mundhöhle. Ebenso sind Veränderungen der Geschmacksempfindung und Blutungen im Bereich des Möglichen.

Nicht selten leidet der Patient auch unter Mundgeruch, obwohl sich seine Mundhygiene nicht verändert hat. Beim Sprechen und Kauen können zudem Schmerzen auftreten, die in Richtung Ohr ausstrahlen. Ferner hat die betroffene Person Probleme beim Schlucken.

In den meisten Fällen bildet sich das Oropharynxkarzinom in der Region der Tonsillen (Gaumenmandeln). Mitunter erfolgt die Ausbreitung des Tumors zu den Kaumuskeln. Dies führt zu einer schmerzhaften Kieferklemme. Die Patienten sind dann nicht mehr in der Lage, ihren Mund vollständig zu öffnen.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Besteht Verdacht auf ein Oropharynxkarzinom, führt der behandelnde Arzt eine Spiegeluntersuchung mit einem speziellen Laryngoskop durch. Dabei kann der Einsatz eines sehr flexiblen Endoskops erforderlich sein, um den Oropharynx genauer zu betrachten. Bei einer Kontrolle des kompletten Rachenraums erhält der Patient eine Intubationsnarkose.

Zur Beurteilung des Tumorausmaßes sowie zur Planung der anschließenden Behandlung finden bildgebende Verfahren statt. Dabei handelt es sich um eine Ultraschalluntersuchung (Sonographie), eine Computertomographie (CT) sowie eine Magnetresonanztomographie (MRT). Durch die Ultraschalluntersuchung kann der Arzt einen möglichen Befall der Lymphknoten feststellen.

CT und MRT dienen dazu, die Ausdehnung des Tumors zu bestimmen. Außerdem lässt sich mit ihrer Hilfe ein eventueller Befall der Halsgefäße ermitteln. Um abzuklären, ob das Oropharynxkarzinom Fernmetastasen hervorgerufen hat, werden CT- und Röntgenaufnahmen der Lunge angefertigt. Auch die Leber wird per Sonographie überprüft.

Zur Abklärung von Metastasen in den Knochen gilt eine Szintigraphie als sinnvoll. Der Verlauf eines Oropharynxkarzinoms hängt davon ab, zu welchem Zeitpunkt der Tumor entdeckt wird. So stellt die späte Diagnosestellung ein häufiges Problem dar. Im frühen Stadium fällt das Karzinom klein aus, hat noch keine Nachbarstrukturen angegriffen und keine Metastasen hervorgerufen, wodurch sich eine günstige Prognose stellen lässt. Schreitet das Wachstum des Tumors jedoch weiter voran, führt dies oft zu einem negativen Krankheitsverlauf.

Behandlung & Therapie

Findet die Entdeckung des Oropharynxkarzinoms bereits in einem frühen Stadium statt und ist der Tumor noch klein, kann die Krebserkrankung sogar geheilt werden. Karzinome an den Mandeln werden in der Regel herausoperiert. Liegt ein größerer Tumor vor, ist zusätzlich eine Strahlentherapie notwendig.

Besteht das Karzinom an der Zunge oder am Gaumen, wird zumeist eine hochdosierte Strahlentherapie vorgenommen. Hat das Karzinom auch Nachbarstrukturen wie Speiseröhre oder Schilddrüse befallen, werden die betroffenen Bereiche ebenfalls chirurgisch entfernt. Allerdings gilt eine vollständige Entfernung des Tumors in solchen Fällen als problematisch.

Bei den meisten Betroffenen findet zudem das komplette Entfernen der Halslymphknoten statt, was als Vorteil angesehen wird, weil sich Ansiedlungen des Tumors in den Halslymphknoten nicht immer sichtbar machen lassen. Befindet sich der Patient in einem fortgeschrittenen Stadium des Oropharynxkarzinoms, erfolgt eine Kombination aus Strahlentherapie und Chemotherapie.

Diese Mischung bezeichnen Mediziner als Radiochemotherapie. Die zusätzliche Chemotherapie sorgt für eine bessere Wirkung der Behandlung. Die Überlebensrate von Patienten, die älter als 70 Jahre sind, gilt als höher als die von jungen Patienten.




Vorbeugung

Es sind durchaus Möglichkeiten vorhanden, einem Oropharynxkarzinom vorzubeugen. So ist es ratsam, den übermäßigen Genuss von Zigaretten und Alkohol zu vermeiden. Sogar nach langjährigem Konsum lässt sich das Krebsrisiko noch verringern. Ein vollständiger Verzicht auf Nikotin und Alkohol ist noch besser. Eine wichtige Rolle spielen zudem eine konsequente Mundhygiene sowie eine gesunde Ernährungsweise. Eine spezielle Impfung gegen Viren, die ein Oropharynxkarzinom fördern, gibt es allerdings nicht.

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