Orbitaphlegmone

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 30. September 2017
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Bei der Orbitaphlegmone handelt es sich um eine notfallmedizinisch zu behandelnde Augenerkrankung. Unbehandelt kann die Orbitaphlegmone einen tödlichen Verlauf nehmen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Orbitaphlegmone?

Die Orbitaphlegmone ist eine entzündliche Erkrankung der Augenhöhle. Die Bezeichnung der Krankheit leitet sich unter anderem von der medizinischen Bezeichnung für Augenhöhle (Orbita) ab.

An der vergleichsweise seltenen, aber schweren Orbitaphlegmone erkranken vor allem Kinder. In vielen Fällen geht die Orbitaphlegmone mit einem stark ausgeprägten Krankheitsgefühl einher, das sich unter anderem durch Fieber ausdrückt. Zu den weiteren Symptomen einer Orbitaphlegmone zählen beispielsweise starke Schmerzen am betroffenen Auge und ausgeprägte Schwellungen der Bindehaut.

Aufgrund von Schmerzen und Bindehautschwellungen im Rahmen einer Orbitaphlegmone ist meist auch die Beweglichkeit des betroffenen Augapfels eingeschränkt. Bei verschiedenen Patienten bestehen weitere Symptome einer Orbitaphlegmone etwa in Sehstörungen; diese können sich beispielsweise durch verschwommenes Sehen oder den Eindruck von Doppelbildern äußern. In der Regel gilt eine Orbitaphlegmone als medizinischer Notfall.

Ursachen

Eine Orbitaphlegmone wird meist durch eine Infektion mit Bakterien (häufig Streptokokken) hervorgerufen.

Mögliche Faktoren, die eine Orbitaphlegmone verursachen bzw. begünstigen können, sind vielfältig und variieren in Abhängigkeit des jeweiligen Patienten. Zu den Auslösern der Orbitaphlegmone zählt häufig eine vorhergehende Entzündung der Nasennebenhöhlen (in der Medizin auch als Sinusitis bezeichnet).

Auch eine durch Bakterien hervorgerufene Sepsis (im Volksmund oft auch Blutvergiftung genannt) kann eine Orbitaphlegmone hervorrufen. Hierbei breiten sich die für die Sepsis verantwortlichen Bakterien über die Blutbahn aus und gelangen so in die Augenhöhle, wo sie dann entzündliche Prozesse hervorrufen, die für die Orbitaphlegmone charakteristisch sind.

Als weitere Ursachen einer Orbitaphlegmone kommen schließlich auch äußere Verletzungen des Auges infrage; entsprechende Verletzungen können beispielsweise durch das Eindringen von Fremdkörpern bedingt sein.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Da der Verdacht auf eine Orbitaphlegmone als medizinischer Notfall in den meisten Fällen eine sofortige Krankenhauseinlieferung erfordert, erfolgen diagnostische Untersuchungen oft im Rahmen der stationären Unterbringung.

Mithilfe von Blutuntersuchung können die sogenannten Entzündungsparameter (verschiedene Laborwerte, die auf eine Entzündung im Organismus hinweisen) eines Betroffenen bestimmt werden. Auch die Durchführung einer Computertomografie (CT) kann zur Bestätigung der Verdachtsdiagnose Orbitaphlegmone beitragen.

Symptome der Orbitaphlegmone treten meist plötzlich auf. Als medizinischer Notfall wird die Orbitaphlegmone unter anderem darum behandelt, weil die Erkrankung bei nicht angemessener Therapie im Schnitt bei über der Hälfte der Patienten innerhalb von einigen Wochen zum Tode führt. Bei einem Großteil der Betroffenen zieht eine unterlassene Therapie der Orbitaphlegmone eine Erblindung des von der Erkrankung betroffenen Auges nach sich. Unter frühzeitiger ärztlicher Betreuung zeigt die Orbitaphlegmone gute Heilungschancen.

Komplikationen

Im schlimmsten Falle kommt es bei der Orbitaphlegmone zum Tod des Betroffenen. Aus diesem Grund muss diese Krankheit notfallmedizinisch behandelt werden, um weitere Komplikationen direkt zu vermeiden. Die Betroffenen leiden dabei in erster Linie an starken Schwellungen direkt am Auge. Dabei schwellen die Augenlider und die Bindehaut des Patienten an, sodass es dadurch auch zu verschiedenen Sehbeschwerden kommt.

Die Betroffenen leiden auch an Doppelbildern oder an einem Schleiersehen und damit an erheblichen Einschränkungen im Alltag. Weiterhin treten auch Augenschmerzen auf und die Patienten leiden an einem hohen Fieber. Sollte die Krankheit nicht frühzeitig behandelt werden, kann es auch zu einer vollständigen Erblindung des Patienten kommen, die in der Regel irreversibel ist.

Weiterhin kommt es ohne Behandlung zu einer Entzündung der Hirnhaut, welche schließlich zum Tod führen kann, wenn sie nicht behandelt wird. Auch Entzündungen und Infekte an der Nase und im Mundraum können dabei auftreten. Bei der Behandlung selbst treten keine Komplikationen auf. Mit Hilfe von Antibiotika können die Beschwerden in der Regel gelindert und die Krankheit bekämpft werden. Ein positiver Krankheitsverlauf tritt in der Regel dann ein, wenn die Krankheit schon frühzeitig behandelt wird.

Behandlung & Therapie

Die fachgerechte Behandlung der Orbitaphlegmone erfolgt stationär. Vor allem bei Kindern, die von der Orbitaphlegmone betroffen sind, kann je nach Ausprägung der Symptomatik eine intensivmedizinische Überwachung notwendig sein. Ein frühzeitiger Therapiebeginn hat dabei entscheidenden Einfluss auf den Therapieerfolg.

Ein wichtiger Behandlungsbaustein in der Therapie der Orbitaphlegmone umfasst die schnelle Gabe von Antibiotika (Wirkstoffe zur Bekämpfung von Bakterien). Damit entsprechende Antibiotika die Augenhöhle über den Blutkreislauf rasch erreichen können, erfolgt die Medikamentengabe häufig intravenös (der Wirkstoff wird hierbei in eine Vene des Patienten injiziert).

In einigen Fällen kann eine chirurgische Behandlung der Orbitaphlegmone erforderlich werden. Entsprechende operative Eingriffe erfolgen vor allem bei Patienten mit ausgebildetem Abszess (eine abgekapselte Ansammlung von Eiter) am Auge. Findet hier keine Operation statt, so besteht die Gefahr, dass der Betroffene in der Folge beispielsweise eine Meningitis (Hirnhautentzündung) erleidet.

Liegt der Orbitaphlegmone im Einzelfall eine Nasennebenhöhlenentzündung zugrunde, so kann eine chirurgische Behandlung entsprechender Nebenhöhlen medizinisch notwendig sein.

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Vorbeugung

Folgeschäden aufgrund der Orbitaphlegmone ist vor allem durch eine frühzeitige Therapie vorzubeugen. Verletzungen am Auge, die zu einer Orbitaphlegmone führen können, ist nur eingeschränkt vorzubeugen; für Personen mit erhöhtem Verletzungsrisiko in Beruf oder Freizeit kann allerdings eine entsprechende Schutzausrüstung wichtig sein. Schließlich empfehlen Mediziner frühzeitige Arztbesuche bei vorliegender Nasennebenhöhlenentzündung oder möglicher Blutvergiftung, um die Gefahr einer folgenden Orbitaphlegmone einzuschränken.

Bücher über Augenerkrankungen

Quellen

  • Augustin, A.J.: Augenheilkunde. Springer, Berlin 2007
  • Burk, A. et al.: Checkliste Augenheilkunde. Thieme, Stuttgart 2011
  • Lang, G. K.: Augenheilkunde. Thieme, Stuttgart 2014

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