Oophoritis

Letzte Aktualisierung am 20. Mai 2018 | Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher.
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Eine Eierstockentzündung, die auch als Andexitis oder Oophoritis bezeichnet wird, stellt eine Erkrankung der Eierstöcke dar. Der Auslöser der Oophoritis kann eine Infektion durch Bakterien sein. In seltenen Fällen wird die Oophoritis jedoch durch Viren ausgelöst.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Oophoritis?

Die Oophoritis betrifft in den wenigsten Fällen tatsächlich nur die Eierstöcke- Vorwiegend sind auch die Eileiter entzündet, sodass - neben der Oophoritis - auch eine Eileiterentzündung auftritt. Vor allem Frauen, die sich im gebärfähigen Alter befinden, zählen zu den Risikopersonen. Etwa zwei Drittel aller Frauen, die bereits im Teenageralter sind, hatten schon einmal eine Eierstockentzündung. Bakterien, hauptsächlich Chlamydien, die durch ungeschützten Sex übertragen werden, können die Ursache für eine Oophoritis sein.

Ursachen

Es können unterschiedliche Viren und Bakterien dafür verantwortlich sein, dass die Frau an einer Oophoritis erkrankt. Im Regelfall sind Chlamydien der Auslöser; oftmals stellt der Mediziner auch Streptokokken fest. Mitunter können auch Enterokokken eine Oophoritis auslösen. In ein Drittel aller Fälle handelt es sich um Gonokokken, die für die Entzündung der Eierstöcke verantwortlich sind.

Im Rahmen der Oophoritis spricht der Mediziner von einer aufsteigenden oder absteigenden Entzündung. Die aufsteigende Entzündung, welche sozusagen „von der Scheide aufsteigt“, wird durch ungeschützten Geschlechtsverkehr ausgelöst und zählt zu den häufigsten Ursachen einer Oophoritis. Die absteigende Entzündung wird durch entzündete Organe ausgelöst (etwa einer Blinddarmentzündung), wobei jene Form der Erkrankung nur in den seltensten Fällen auftritt.

Noch seltener spricht der Mediziner von der hämatogenen Entzündung. Dabei gelangen die Keime - ausgelöst durch eine Virusgrippe oder Mumps - direkt durch das Blut zu den Eierstöcken.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Frauen, die von einer Oophoritis betroffen sind, klagen vorwiegend über Schmerzen im Bereich des Unterbauchs. Neben Unterbauchschmerzen können auch Fieber oder etwaige Abwehrspannungen auftreten. Mitunter klagen die Patientin auch über Übelkeit und Erbrechen.

Wenn jene Symptome auftreten, sollte sofort eine medizinische Untersuchung in Anspruch genommen werden. Es gibt jedoch auch Krankheitsverläufe, welche keine Symptome mit sich bringen. Während viele Frauen über grippeähnliche Beschwerden klagen, besuchen andere Patientinnen nur den Arzt, da sie – außerhalb der Periode - Blutungen bekommen haben.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Bevor eine gynäkologische Untersuchung erfolgt, beginnt eine umfassende Anamnese. Der Mediziner führt eine vaginale Tastuntersuchung durch; mittels Ultraschalluntersuchung können ebenfalls Anzeichen einer Oophoritis erkannt werden. Beispielsweise dann, wenn bereits eine Vergrößerung der Eierstöcke oder Eileiter vorliegt.

Die Ultraschalluntersuchung soll auch einen Aufschluss darüber geben, ob bereits Zysten vorliegen oder mitunter auch Flüssigkeit im Bauchraum vorzufinden ist Klassisch ist auch der Druckschmerz im vaginalen Bereich beziehungsweise im Bereich der Gebärmutter. Reagiert die Patientin auf den Druck, kann dies ebenfalls ein erstes Anzeichen sein, dass eine Oophoritis vorliegt. Eine Blutuntersuchung gibt einen Aufschluss darüber, welcher Erreger die Oophoritis ausgelöst hat beziehungsweise ist auch mittels Vaginalabstrich und nachstehender Untersuchung mittels Mikroskop möglich, dass der Erreger bestimmt wird.

Der Keim wird im Labor - mit Hilfe spezieller Kulturen - nachgewiesen. Klagt die Patientin über sehr starke Schmerzen beziehungsweise stellt der Mediziner fest, dass die Eierstöcke enorm vergrößert sind, muss oftmals ein operativer Eingriff geplant werden. Mittels Laparoskopie (Bauchhöhlenspiegelung) hat der Mediziner einen Einblick auf andere Organe und kann mitunter kontrollieren, ob jene oder gar das Bauchfell bereits betroffen sind.

Wird die Erkrankung zu spät oder gar nicht behandelt, kann ein chronischer Verlauf die Folge sein. Das bedeutet, dass die Frau immer wieder mit Entzündungen zu kämpfen hat, wobei in weiterer Folge Narbenbildungen entstehen, sodass mitunter auch die Fruchtbarkeit darunter leidet. Frauen, die bereits drei Eierstockentzündungen hatten, haben eine 50-prozentige Wahrscheinlichkeit, unfruchtbar zu sein.

Komplikationen

In erster Linie kommt es bei einer Oophoritis zu sehr starken Schmerzen im Bereich des Bauches und des Magens. Diese Schmerzen wirken sich sehr negativ auf die Lebensqualität des Betroffenen aus und können dabei auch zu erheblichen Einschränkungen im Alltag führen. Weiterhin verlieren die Patienten aufgrund der dauerhaften Bauchschmerzen auch den Appetit und leiden dadurch an Gewichtsverlust oder an verschiedenen Mangelerscheinungen.

Ebenso kann die Oophoritis zu Fieber, Erbrechen und zu Übelkeit führen, sodass auch die Belastbarkeit des Patienten deutlich sinkt. Bei Frauen kann es dabei auch verstärkt zu vaginalen Blutungen kommen, die weiterhin mit Stimmungsschwankungen verbunden sein können. In der Regel kommt es bei der Oophoritis nicht zu einer Selbstheilung, sodass eine Behandlung durch einen Arzt in jedem Falle notwendig ist.

Die Behandlung der Oophoritis erfolgt in der Regel mit Hilfe von Antibiotika und führt relativ schnell zu einem positiven Krankheitsverlauf. Für den Betroffenen treten dabei keine besonderen Komplikationen ein. Allerdings kann die Oophoritis ohne Behandlung zu einer Blinddarmentzündung führen. Die Lebenserwartung des Patienten wird durch diese Krankheit in der Regel nicht verändert.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Frauen und Mädchen, die unter Beschwerden im Unterbauch leiden, die nicht mit der Menstruation in einem Zusammenhang stehen, sollten einen Arzt aufsuchen. Halten Schmerzen an oder nehmen sie an Intensität zu, wird ein Arzt benötigt. Ein Spannungsgefühl im Bereich der Eierstöcke oder der Gebärmutter, Unwohlsein sowie ein Krankheitsgefühl sind untersuchen und behandeln zu lassen. Kommt es zu grippeähnlichen Beschwerden wie Erbrechen, Übelkeit oder einer inneren Schwäche, ist die Abklärung der Ursache notwendig. Fieber sowie eine Abnahme der körperlichen Belastbarkeit sind von einem Arzt untersuchen und behandeln zu lassen.

Stellen sich Blutungen außerhalb des Zyklus ein, gilt dies als Warnsignal des Organismus. Ein Arztbesuch ist erforderlich, damit eine Diagnosestellung ermöglicht wird. Blutungen beim Toilettengang, ein Verlust der Libido sowie Beschwerden während des Geschlechtsverkehrs sind mit einem Arzt zu besprechen. Treten Verhaltensänderungen auf, wird eine erhöhte Müdigkeit bemerkt oder klagt der Betroffene über Schlafstörungen, ist ein Arzt aufzusuchen.

Schwellungen im Unterbauch, eine Abnahme der körperlichen Aktivitäten und Stimmungsschwankungen können als Folgen der Oophoritis eintreten. Damit die Einschränkungen im Alltag sich nicht weiter ausbreiten, ist ein Arztbesuch anzuraten. Bei Mangelerscheinungen, einer Erschöpfung sowie einer Abnahme des Gewichts besteht Handlungsbedarf. Da keine Selbstheilung zu erwarten ist, muss eine medizinische Versorgung eingeleitet werden.

Therapie & Behandlung

Wichtig ist, dass eine Oophoritis relativ frühzeitig behandelt wird. Nur so können etwaige Spätfolgen, wie etwa die Unfruchtbarkeit, verhindert werden. Im Regelfall wird die Oophoritis mittels Antibiotika behandelt; die Antibiotika müssen rund 14 Tage eingenommen werden. Liegt ein sehr schwerer Krankheitsverlauf vor, kann die Behandlung nicht mehr ambulant erfolgen, sodass die Patientin stationär im Krankenhaus aufgenommen wird.

Dabei wird darauf geachtet, dass - sofern der Nachweis vorliegt, welcher Erreger die Ursache der Oophoritis war - eine sofortige medikamentöse Behandlung erfolgt. Sind etwa Bakterien, wie die Chlamydien, an der Oophoritis beteiligt, müssen in weiterer Folge nicht nur die Patientin, sondern auch der Geschlechtspartner behandelt werden. Des Weiteren wird - auch bei ambulanten Behandlungen der Oophoritis - auf entzündungshemmende Medikamente gesetzt; mitunter können auch schmerzlindernde Wirkstoffe verabreicht werden.

Nachdem die akute Phase vorbei ist, können Patientin auch Sitzbäder, Fangopackungen oder auch Kurzwellenwärmetherapien in Anspruch nehmen. Mitunter kann sogar die „Pille“ eingesetzt werden, damit der Eierstock „ruhiggestellt“ wird. Neben konservativen Methoden, kann sich der Mediziner auch für eine Operation entscheiden. Vor allem dann, wenn bereits vergangene Behandlungen keinen Erfolg mit sich gebracht haben oder bereits Komplikationen (Blinddarm- oder Bauchfellentzündung) vorliegen.

Auch bei sehr starken Vernarbungen kann der Mediziner - gemeinsam mit der Patientin - vereinbaren, dass die Eileiter beziehungsweise Eierstöcke entfernt werden, damit ein beschwerdefreies Leben geführt werden kann.

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Vorbeugung

Eine Eierstockentzündung kann etwa dann vorgebeugt werden, wenn sich beide Partner für geschützten Geschlechtsverkehr (mittels Kondom) entscheiden. Schlussendlich sind Chlamydien oder andere Bakterien, die im Rahmen von sexuellen Handlungen übertragen werden, die Hauptauslöser.

Bücher über Frauenkrankheiten

Quellen

  • Beckermann, M.J.: Frauenheilkunde und Geburtshilfe. Schwabe, Basel 2004
  • Feige, A., Rempen, A., Würfel, W., Jawny, J., Rohde, A. (Hrsg.): Frauenheilkunde – Fortpflanzungsmedizin, Geburtsmedizin, Onkologie, Psychosomatik. Urban & Fischer, München 2005
  • Stauber, M., Weyerstrahl, T.: Gynäkologie und Geburtshilfe. Thieme, Stuttgart 2013

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