Onychauxis

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 14. August 2017
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Bei der Onychauxis handelt es sich um eine Erkrankung, die die Nägel von Fingern und Zehen betrifft. Der Name der Krankheit leitet sich aus dem Griechischen ab und stammt dabei von den Begriffen ‚onyx‘ für Fingernagel und ‚auxano‘ für Vermehrung. Die Onychauxis liegt bei den erkrankten Personen entweder von Geburt an vor oder wird im Laufe des weiteren Lebens durch verschiedene Einflüsse erworben.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Onychauxis?

Die Onychauxis bezeichnet eine pathologische Abweichung im Wachstum und Erscheinungsbild der Nägel von Fingern und Zehen. Die Erkrankung besteht bei einem Teil der Patienten schon von Geburt an. In anderen Fällen entwickelt sich die Onychauxis im späteren Leben, wobei bestimmte Risikofaktoren die Entstehung der Onychauxis begünstigen.

Typisch für die Onychauxis ist, dass die Finger- und Zehennägel mehr oder weniger deutlich verdickt sind. Dabei sind die Nägel allerdings nicht deformiert, sondern wachsen überwiegend in der gleichen Form wie gesunde Nägel. Die medizinwissenschaftliche Fachliteratur verwendet den Krankheitsbegriff eher selten. Stattdessen finden sich dort vermehrt Fallbeschreibungen der Onychogryphosis sowie der Onychogrypose.

In beiden Fällen sind die Nägel von Zehen und Fingern nicht nur von einer erheblichen Verdickung, sondern auch von einer Verformung betroffen. Die Onychauxis kommt zum Beispiel bei Personen vor, die an einer sogenannten Akromegalie oder einer Psoriasis leiden. Auch das Tragen zu enger oder zu kleiner Schuhe über einen längeren Zeitraum erhöht das Risiko für die betroffenen Menschen, eine erworbene Onychauxis zu entwickeln.

Darüber hinaus tritt die Onychauxis teilweise im Zusammenhang mit bestimmten Krankheitssyndromen auf. In Frage kommt beispielsweise die Pachyonychia congenita, bei der es sich um eine autosomal-rezessiv vererbte Dysplasie der Nägel handelt. Dabei liegen genetische Mutationen auf dem Gen FZD6 vor.

Ursachen

Diverse Faktoren begünstigen die Pathogenese der Onychauxis. Die erworbene Form der Krankheit kommt zum Beispiel in der Folge von traumatischen Einwirkungen auf die Nägel der Finger und Zehen vor. Dies ist beispielsweise bei Verletzungen des Nagels der Fall. Auch die dauerhafte, übermäßige Einwirkung von Druck auf den Nagel erhöht das Risiko, eine Onychauxis zu entwickeln.

Zudem sind Erfrierungen der Finger oder Zehen in der Lage, eine Onychauxis auszulösen. Besonders häufig ergibt sich die Verdickung der Nägel infolge zu kleiner Schuhe, die auf die Zehennägel drücken. Außerdem tritt die Onychauxis gehäuft in Assoziation mit bestimmten Krankheiten und Syndromen auf.

So liegt die Onychauxis überdurchschnittlich häufig im Zusammenhang mit Morbus Darier, Pityriasis rubra pilaris, einer Akromegalie sowie Psoriasis vor. Prinzipiell entwickelt sich die erworbene Onychauxis in zahlreichen Fällen nur an einzelnen Nägeln der Finger oder Zehen, je nachdem, wo die traumatische Einwirkung stattgefunden hat.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Die Onychauxis äußert sich anhand charakteristischer Beschwerden und Anzeichen. Die betroffenen Nägel an Zehen und Fingern sind auffällig verdickt. Zudem weisen sie oft eine gelbliche Färbung auf. Häufig ergeben sich Verwechslungen der Onychauxis mit einer Onychomykose und Psoriasis.

Wenngleich sich der erkrankte Nagel deutlich verdickt und dadurch an Höhe und Volumen zunimmt, erhöht sich die Stabilität nicht immer im gleichen Maß. Beim Schneiden der von der Onychauxis betroffenen Nägel reißen diese oft ein, brechen oder bröckeln. Teilweise erscheint die Oberfläche des Nagels löchrig und porös. In anderen Fällen ist ein Schneiden der erkrankten Nägel kaum noch möglich, da die Verdickung zu stark oder die Konsistenz zu fest ist.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Zeigen sich bei Personen die typischen Anzeichen und Symptome der Onychauxis, so ist ein Arzt über die Beschwerden zu informieren. Der Allgemeinarzt ist zunächst ein geeigneter Ansprechpartner, der mit dem Patienten eine erste Anamnese sowie kleinere Sichtuntersuchungen durchführt. Nach einer vorläufigen Begutachtung der erkrankten Nägel an Zehen und Fingern überweist der Arzt die Person womöglich an einen Podologen.

Teilweise leitet jedoch der Hausarzt selbst die weiteren Behandlungsschritte in die Wege. Die Diagnosestellung der Onychauxis beginnt mit einem ausführlichen Patientengespräch. Neben den individuell vorliegenden Beschwerden legt der Arzt Wert darauf, so viel wie möglich über die Hintergründe und möglichen Faktoren der Entstehung der Verdickung des Nagels zu erfahren.

Im Fall der erworbenen Onychauxis sind dabei insbesondere traumatische Einwirkungen auf den Nagel wie Verletzungen relevant. Auch dauerhafte Belastungen wie das Tragen zu kleiner Schuhe deuten auf die Onychauxis hin. Bei der angeborenen Form der Onychauxis geben bestimmte Krankheitssyndrome Hinweise auf die Krankheit, zum Beispiel Morbus Darier. Leidet eine Person an bestimmten chronischen und angeborenen Krankheiten, so ist sie für die Entwicklung einer Onychauxis prädestiniert.

Komplikationen

Eine kausale Behandlung der Onychauxis ist nicht immer möglich. In diesen Fällen muss sich der Patient darauf einstellen, dass er dauerhaft auf die Hilfe eines ausgebildeten Podologen angewiesen ist, der die verdickten Nägel in der Regel mit Hilfe von speziellen Werkzeugen verflacht. Diese Behandlung muss in regelmäßigen Abständen wiederholt werden.

Bei einer erworbenen Onychauxis können auch eine Reihe von Verhaltensanpassungen auf den Patienten zukommen. Meist dürfen keine engen oder spitz zulaufenden Schuhe mehr getragen werden, da diese beständig auf den Nagel drücken und die krankheitsbedingten Verdickungen verursachen oder zumindest begünstigen. Manche Patienten dürfen überhaupt keine handelsüblichen Schuhe mehr tragen, sondern müssen sich an orthopädische Spezialschuhe gewöhnen.

Mit zusätzlichen Komplikationen müssen die Betroffen auch dann rechnen, wenn die verdickten Nägel besonders kräftig oder stark porös sind. Entwickelt sich die Stabilität proportional zur Dicke des Nagels, können diese mit handelsüblichen Pediküre-Instrumenten oft nicht mehr geschnitten oder gefeilt werden. Die Betroffenen sind dann auf die Hilfe ausgebildeter Fußpfleger angewiesen.

Sofern besonders kräftige Nägel einwachsen, ist das für den Patienten extrem schmerzhaft. Falls die Nägel besonders porös werden, besteht die Gefahr, dass die Betroffenen beim Nägel schneiden abrutschen und das Nagelbett oder das umliegende Gewebe verletzen. Die Schnittwunden können sehr schmerzhaft sein und sich entzünden.

Behandlung & Therapie

Eine ursächliche Behandlung der Onychauxis ist oft nicht praktikabel. Stattdessen steht die kosmetische Therapie der verdickten Nägel im Vordergrund. Derartige behandlungstechnische Maßnahmen übernimmt meist ein ausgebildeter Podologe. Die Platte des erkrankten Nagels wird dabei mit Hilfe spezieller Feilen verflacht. Mitunter sind besondere Schuhformen zu empfehlen, sodass sich die Druckbelastung auf den Nagel verringert.

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Vorbeugung

Eine Prävention der Onychauxis ist nur bei der erworbenen Form der Krankheit möglich. Personen vermeiden das dauerhafte Tragen zu enger Schuhe sowie Traumata der Nägel durch Verletzungen. Jedoch ist eine Vorbeugung aufgrund unvorhergesehener Unfälle nicht immer erfolgreich.

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Quellen

  • Dirschka, T., Hartwig, R.: Klinikleitfaden Dermatologie. Urban & Fischer, München 2011
  • Moll, I.: Dermatologie. Thieme, Stuttgart 2010
  • Sterry, W., Worm, M., Burgdorf, W.: Checkliste Dermatologie. Thieme, Stuttgart 2014

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