Oligomenorrhoe (kurze und schwache Regelblutung)

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 6. Oktober 2017
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Die Oligomenorrhoe ist eine Zyklusstörung (Menstruationsstörung) mit verschiedenen möglichen Ursachen. Eine Ursachenbekämpfung beeinflusst die Oligomenorrhoe meist positiv.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Oligomenorrhoe?

Von einer Oligomenorrhoe ist nach Definition der WHO (Weltgesundheitsorganisation) die Rede, wenn der weibliche Gesamtzyklus verlängert ist oder wenn eine zu kurze und schwache Regelblutung auftritt. Das Gegenteil dessen ist die Menorrhagie (lange und starke Regelblutung).

Unterschieden werden kann unter anderem zwischen der sogenannten primären und sekundären Oligomenorrhoe: Eine primäre Oligomenorrhoe liegt vor, wenn eine zu seltene oder eine zu kurze und schwache Regelblutung bei einer betroffenen Frau seit der ersten Regelblutung (Menarche) vorliegt.

Bei einer sekundären Oligomenorrhoe entsprachen die Menstruationen nach der Menarche zunächst der Norm und erst mit der Zeit entwickelte sich eine zu seltene oder eine zu kurze und schwache Regelblutung.

Eine Zyklusverlängerung bei der Oligomenorrhoe kann mindestens 35 Tage und höchstens 90 Tage betragen. Häufig tritt eine Oligomenorrhoe am Beginn der Pubertät oder zu Beginn der Wechseljahre auf.

Ursachen

Mögliche Ursachen einer Oligomenorrhoe sind vielfältig. Tritt eine Oligomenorrhoe in der ersten Zeit nach der Menarche oder vor den Wechseljahren auf, so kann sie Ausdruck der hormonellen Veränderungen sein, die im weiblichen Körper stattfinden.

Aber auch verschiedene Erkrankungen können zu einer Oligomenorrhoe führen. So können beispielsweise Störungen vorliegen, die die Funktion der Eierstöcke betreffen oder hormonelle Erkrankungen, in deren Rahmen zu viel männliche Hormone produziert werden.

Auch Störungen der Schilddrüsenfunktion (sowohl Unter- als auch Überfunktionen) oder Tumore wie etwa der Gebärmutterkrebs können zu einer Oligomenorrhoe führen. Darüber hinaus kann eine Oligomenorrhoe psychisch begünstigt (beispielsweise durch hohen Stress) und auch Folge von Magersucht sein.

Nicht zuletzt kann das Treiben von Leistungssport bei Frauen zum Auftreten einer Oligomenorrhoe führen.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Die Diagnose von Ursachen einer Oligomenorrhoe beginnt meist mit einem Patientengespräch beim behandelnden Gynäkologen; Patientinnen werden hier häufig zu ihrer Krankengeschichte befragt, die dem Arzt oft schon Hinweise auf mögliche Ursachen einer Oligomenorrhoe geben kann.

Meist folgt dann eine gynäkologische Untersuchung, in deren Rahmen Eierstöcke, Gebärmutter und Scheide abgetastet werden. Um die Ursachen einer Oligomenorrhoe diagnostizieren zu können, werden diese Untersuchungsschritte häufig auch ergänzt durch die Durchführung einer Ultraschalluntersuchung.

Mithilfe von Bluttests können darüber hinaus etwaige hormonelle Störungen oder weitere Erkrankungen festgestellt werden, die zu einer Oligomenorrhoe geführt haben können.

Meist zeigen sich im Verlauf einer Oligomenorrhoe lediglich die Symptome einer zu seltenen oder zu kurzen und schwachen Regelblutung. Je nach Ursache einer Oligomenorrhoe kann es in Einzelfällen beispielsweise zu Übergewicht, Flüssigkeitsabsonderungen aus den Brüsten oder starker Körperbehaarung kommen.

Komplikationen

Bei dieser Krankheit leiden die Betroffenen an unterschiedlichen Beschwerden. Der weitere Verlauf und die Behandlung dieser Erkrankung hängen allerdings stark von der Grundkrankheit ab, sodass dabei kein allgemeiner Verlauf gegeben werden kann. In der Regel leiden die Patientinnen allerdings an einer sehr schwachen Regelblutung, die allerdings lange andauert.

Dabei treten Zyklusstörungen und starke Stimmungsschwankungen auf. Auch Depressionen oder andere psychische Erkrankungen können krankheitsbedingt auftreten und sich negativ auf die Lebensqualität und auch auf die Beziehung zum eigenen Partner auswirken. Weiterhin leiden die Betroffenen an Zysten an den Eierstöcken und in vielen Fällen auch an einer übermäßig starken Behaarung. Durch die Behaarung kann es auch zu einem verringerten Selbstwertgefühl oder zu Minderwertigkeitskomplexen kommen.

Die Betroffenen fühlen sich in vielen Fällen unwohl und schämen sich dabei für die Beschwerden. Auch der Kinderwunsch der Frau wird aufgrund der Erkrankung möglicherweise nicht erfüllt. Bei der Behandlung kommt es in der Regel nicht zu Komplikationen. Mit Hilfe von Hormonen können die Beschwerden gelindert werden. In einigen Fällen sind die Betroffenen allerdings auf eine psychische Therapie angewiesen. Die Lebenserwartung wird durch die Erkrankung allerdings nicht beeinflusst.

Behandlung & Therapie

Ob eine medizinische Behandlung der Oligomenorrhoe notwendig bzw. sinnvoll ist, hängt vor allem ab von den Ursachen einer Oligomenorrhoe:

Ist eine zu seltene oder zu kurze und schwache Regelblutung bedingt durch hormonelle Störungen und liegt bei einer betroffenen Frau ein Kinderwunsch vor, so können beispielsweise hormonelle Therapiemethoden zum Einsatz kommen. Hat eine Über- oder Unterfunktion der Schilddrüse zu einer Oligomenorrhoe geführt, so kann dieser Funktionsstörung unter anderem mit einer medikamentösen Behandlung begegnet werden, um eine Oligomenorrhoe zu bekämpfen.

Auch bei einem vorliegenden Tumor als Grund für eine Oligomenorrhoe kann eine erfolgreiche Tumorbehandlung dazu führen, dass sich auch die Oligomenorrhoe zurückbildet. Magersucht als Ursache einer Oligomenorrhoe wird häufig mithilfe kombinierter Behandlungsmethoden therapiert:

Während oft eine ernährungsbezogene Aufbautherapie erfolgt, die bei einer betroffenen Frau zum Erreichen eines Normalgewichts beitragen soll, wird dieser Therapiebaustein in der Regel ergänzt durch eine individuell ausgerichtete Psychotherapie. Mit erfolgreichem Therapieverlauf kann es auch hier in der Folge zu einem Rückgang der vorliegenden Oligomenorrhoe kommen.

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Vorbeugung

Vorbeugen lässt sich einer Oligomenorrhoe zunächst, indem mögliche ursächliche Erkrankungen frühzeitig erkannt und behandelt werden. Hormonelle Faktoren, die zu einer Oligomenorrhoe führen können, können durch verschiedene Verhaltensmaßnahmen positiv beeinflusst werden: So kann einer Oligomenorrhoe infolge hormoneller Faktoren etwa vorgebeugt werden durch Maßnahmen wie Stressabbau, ausreichendem Schlaf, gesunder Ernährung, Verzicht auf Nikotin und das Vermeiden von Unter- und Übergewicht.

Bücher über Menstruationsbeschwerden

Quellen

  • Beckermann, M.J.: Frauenheilkunde und Geburtshilfe. Schwabe, Basel 2004
  • Feige, A., Rempen, A., Würfel, W., Jawny, J., Rohde, A. (Hrsg.): Frauenheilkunde – Fortpflanzungsmedizin, Geburtsmedizin, Onkologie, Psychosomatik. Urban & Fischer, München 2005
  • Stauber, M., Weyerstrahl, T.: Gynäkologie und Geburtshilfe. Thieme, Stuttgart 2013

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