Oligoasthenoteratozoospermie

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 29. August 2017
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Unter einer Oligoasthenoteratozoospermie wird eine pathologische Veränderung der männlichen Spermien verstanden, die oft zu Unfruchtbarkeit führt. Die Spermienveränderungen sind auch als OAT-Syndrom bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Oligoasthenoteratozoospermie?

Von einer Oligoasthenoteratozoospermie ist die Rede, wenn beim Mann krankhafte Veränderungen an dessen Spermien auftreten. In der Medizin wird das Phänomen auch als Oligo-Astheno-Teratozoospermie-Syndrom oder OAT-Syndrom bezeichnet. Der Begriff Oligoasthenoteratozoospermie setzt sich aus den Worten „Oligo“, „Astheno“ und „Terato“ zusammen.

Oligo heißt übersetzt „zu wenig“. Das bedeutet, dass in einem Milliliter Ejakulat des Mannes nicht mehr als 20 Millionen Spermien vorhanden sind. Der Begriff Astheno steht für „Unbeweglichkeit“, was bedeutet, dass bei weniger als 25 Prozent Spermien eine rasche Fortbewegung möglich ist. Nur 50 Prozent der Spermien nehmen zielgerichtete Bewegungen vor. Terato ist die Bezeichnung für „Fehlbildung“. Dabei weisen maximal drei Prozent der Spermien eine normale Form auf.

Eine Oligoasthenoteratozoospermie liegt aber nur dann vor, wenn sich die drei genannten Symptome zur gleichen Zeit zeigen. Für die Ursachen der Symptome sind genauere Untersuchungen erforderlich. So besteht die Möglichkeit, dass die Unfruchtbarkeit nur für einen vorübergehenden Zeitraum andauert.

Ursachen

Für das Vorliegen einer Oligoasthenoteratozoospermie kommt eine Vielzahl an Ursachen in Betracht. So ist entweder die Bildung der Spermien gestört oder es treten Schwierigkeiten bei ihrem Transport auf. Zu den häufigsten Gründen für ein OAT-Syndrom gehören Fehllagen der Hoden. Im Normalfall bilden sich diese ungefähr auf der Position des Nierenunterpols.

Zwischen der Geburt und dem Abschluss des ersten Lebensjahres ziehen sie weiter in den Hodensack. Kommt es beim Abstieg der Hoden jedoch zu Störungen, ist es möglich, dass sie sich im Bauchraum oder anderen Körperstellen ansiedeln. Mediziner sprechen dann von einer Lageanomalie des Hodens. Dabei kann es sich um Gleithoden oder Leistenhoden handeln.

Störungen der Hoden sind mitunter bereits angeboren. Dazu gehören Hodendystopien wie eine Hodenretention sowie eine Hodenektopie, chromosomale Defekte wie das Klinefelter-Syndrom, eine Hodenhypoplasie und Erbkrankheiten wie eine Mukoviszidose. Ebenso kommen hormonelle Störungen für eine Oligoasthenoteratozoospermie wie ein FSH-Mangel, LH-Mangel, eine Schilddrüsenüberfunktion, eine Schilddrüsenunterfunktion oder ein Mangel an Testosteron infrage.

Zu den weiteren denkbaren Ursachen zählen Krampfadern an den Hoden, Prostataentzündungen, entzündete Hoden beziehungsweise Nebenhoden nach einer Mumpserkrankung, fieberhafte Infekte oder Störungen an den Geschlechtschromosomen. Andere mögliche Indikationen sind der Konsum von Drogen oder Alkohol, die Einnahme von bestimmten Arzneimitteln.

Aber auch Geschlechtskrankheiten wie Gonorrhoe oder Syphilis, eine Bestrahlungstherapie gegen eine Krebserkrankung, Stress, eine falsche Ernährungsweise sowie Übergewicht oder Untergewicht können Oligoasthenoteratozoospermie begünstigen. In manchen Fällen lässt sich aber auch überhaupt keine konkrete Ursache für das OAT-Syndrom finden. Dann ist von einer idiopathischen Oligoasthenoteratozoospermie die Rede.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Eine Oligoasthenoteratozoospermie kann beim Mann Unfruchtbarkeit zur Folge haben. Zu erkennen ist das OAT-Syndrom daran, dass die Anzahl der Spermien zu niedrig ausfällt. Auch ihre Beweglichkeit leidet darunter. Nicht selten kommt es zu umfangreichen Fehlformen der Spermien.

Unterteilt wird die Oligoasthenoteratozoospermie in drei verschiedene Schweregrade von OAT I bis OAT III. Dabei hängt die Einteilung der Schweregrade von der Konzentration der Spermien ab:

  • Im Falle von OAT I liegt nur eine geringfügige Beeinträchtigung der Zeugungsfähigkeit vor.
  • Bei OAT II besteht dagegen schon eine deutliche Einschränkung der Zeugungsfähigkeit.
  • Von OAT III sprechen Mediziner bei einer stark eingeschränkten Fähigkeit zur Zeugung.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Um die Ursache für die Oligoasthenoteratozoospermie herauszufinden, kümmert sich der untersuchende Arzt um die Krankengeschichte seines Patienten. Von besonderem Interesse sind dabei mögliche Erkrankungen in der Vergangenheit, die für eine Beeinträchtigung der Zeugungsfähigkeit in Betracht kommen. Dabei kann es sich um Geschlechtskrankheiten, Erkrankungen der Harnwege oder Kinderkrankheiten wie zum Beispiel Mumps handeln.

Im Anschluss an die Anamnese nimmt der Arzt eine gründliche körperliche Untersuchung vor. Außerdem findet eine Sonographie (Ultraschalluntersuchung) statt. Nächster Schritt ist das Erstellen eines Spermiogramms, um das Sperma zu untersuchen.

Als weitere Diagnosemöglichkeiten eignen sich eine Zuckerbestimmung, ein Penetrationstest sowie ein Membranstabilitätstest. Als sinnvoll gilt zudem das Überprüfen des Hormonspiegels im Blut. Lassen sich dabei keine konkreten Ursachen finden, wird nicht selten etwas Gewebe vom Hoden entnommen, um dieses in einem Labor zu untersuchen.

Nicht immer verläuft die Oligoasthenoteratozoospermie trotz medizinischer Behandlung positiv. Die betroffenen Personen sind dann weiterhin unfruchtbar. In solchen Fällen kann eine künstliche Befruchtung sinnvoll sein.

Komplikationen

Durch die Oligoasthenoteratozoospermie leiden die Betroffenen in den meisten Fällen an einer Unfruchtbarkeit. Diese muss nicht in einem vollständigen Ausmaße auftreten, sodass der Betroffene in der Zeugung von Kindern nur eingeschränkt ist. Im schlimmsten Falle tritt allerdings die vollständige Unfruchtbarkeit auf, sodass der Patient keine Kinder zeugen kann.

Nicht selten wirkt sich die Oligoasthenoteratozoospermie damit sehr negativ auf die Lebensqualität des Patienten aus. Weiterhin kann es dabei auch zu Spannungen mit dem eigenen Partner kommen, falls ein Kinderwunsch besteht. Die restliche Gesundheit des Patienten wird durch diese Krankheit allerdings nicht negativ beeinflusst oder anderweitig verschlechtert. Auch die Lebenserwartung wird durch die Oligoasthenoteratozoospermie nicht eingeschränkt oder verringert.

Die Betroffenen haben auch verschiedene andere Möglichkeiten, dem Kinderwunsch dennoch nachzugehen. Mögliche Depressionen oder andere psychischen Beschwerden können mit Hilfe eines Psychologen oder eines Therapeuten behandelt werden. Dabei kommt es in der Regel nicht zu besonderen Komplikationen. Die Behandlung der Oligoasthenoteratozoospermie kann nur dann erfolgen, wenn die Krankheit durch eine andere Grunderkrankung ausgelöst wurde. Mögliche Entzündungen können dabei mit Hilfe von Antibiotika in der Regel gut behandelt werden.

Behandlung & Therapie

Je nachdem von welcher Ursache die Oligoasthenoteratozoospermie ausgelöst wird, richtet sich die Therapie des Syndroms. Da oftmals mehrere Beschwerden gleichzeitig bei dieser Störung auftreten können, gibt es keine Standardbehandlung.

Liegt zum Beispiel eine Entzündung vor, wird zunächst diese behandelt. Ist die Therapie abgeschlossen, findet eine weitere Kontrolle statt. Ist ein Krampfaderbruch für das OAT-Syndrom verantwortlich, erfolgt ein operativer Eingriff, bei dem die Hodenvene unterbunden oder verödet wird. Im Falle eines Hormonmangels lassen sich entsprechende Hormone verabreichen, um die Unfruchtbarkeit zu beheben.

Sind bestimmte Medikamente oder Genussmittel für die Oligoasthenoteratozoospermie ursächlich, muss der Patient auf deren Konsum verzichten. Bei einem Verschluss des Samenleiters wird dieser im Rahmen eines chirurgischen Eingriffs geöffnet.

Eine weitere Behandlungsoption stellt die testikuläre Samenextraktion (TESE) dar, bei der die Samenzellen des Patienten chirurgisch entnommen werden und für eine künstliche Befruchtung zum Einsatz kommen.

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Vorbeugung

Einer Oligoasthenoteratozoospermie vorzubeugen ist schwierig, weil ihre Ursachen nicht immer bekannt sind. Mitunter kann es nützlich sein, die bisherigen Lebensgewohnheiten zu verändern und auf Alkohol und Anabolika zu verzichten.

Bücher über Männergesundheit

Quellen

  • Finke, F., Piechota, H., Schaefer, R.M., Sökeland, J., Stephan-Odenthal, M., Linden, P.: Die urologische Praxis. Uni-Med, Bremen 2007
  • Hautmann, R.: Urologie. Springer, Berlin Heidelberg 2014
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016

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