Oleander

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 13. Dezember 2016
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Oleander verkörpert für viele Pflanzenliebhaber ein mediterranes Stück Erde im heimischen Garten. Wegen seines Duftes und seinen schönen Blüten ist er bei Pflanzenfreunden unter dem Namen Rosenlorbeer bekannt. Alle Teile der Pflanze sind giftig und in größeren Mengen auch für Menschen tödlich.

Inhaltsverzeichnis

Vorkommen & Anbau von Oleander

Die Pflanze mit dem botanischen Namen Nerium oleander ist die einzige der Gattung Nerium und gehört zu der Familie der Hundsgiftgewächse. Ihre Heimat ist das Mittelmeergebiet. In Ländern wie Marokko oder Spanien wächst sie sowohl wild als auch in kultivierter Form als Zierpflanze. In Asien und auf den Karibischen Inseln gibt es zudem den Gelben Oleander, der trotz des Namens jedoch eine eigene Art ist.

Der Gattungsname Nerium, was im lateinischen für nass steht, leitet sich vom bevorzugten Standort des Oleanders ab. Er wächst als Wildpflanze in der Nähe von Wasserläufen. Er kann in Form eines Strauches oder Baumes bis zu fünf Meter groß werden. Die Blätter sind dunkelgrün, ledrig, länglich und spitz. Die Blütezeit ist von Mitte Juni bis in den September hinein. Die verschiedenen kultivierten Sorten bieten unterschiedlichen Blütenfarben und verschiedene Blütenformen wie einfache, doppelte oder gefüllte Blüten.

Die Blüten sind abhängig von der Züchtung weiß, gelb oder rosafarben. Aus den Blüten bildet sich eine schotenartige Kapselfrucht. Die Pflanze ist immergrün und aufgrund der warmen Breitengrade in denen sie heimisch ist, frostempfindlich.

Wirkung & Anwendung

Oleander dient vor allem als Zierpflanze. Mittlerweile gibt es bis zu 160 Sorten, die als Kübelpflanze oder Gartenpflanze erhältlich sind. Seit dem 19. Jahrhundert findet er als Gartenpflanze in Europa Verwendung. In der frühen arabischen Medizin verwendete Ärzte ihn als Heilpflanze zur Bekämpfung von Schlangenbissen. In Indien gilt der Gelbe Oleander als Heilmittel bei Hautkrankheiten wie Krätze oder Hämorrhoiden.

Auch in Europa ist die Heilkraft der Pflanze und ihrer Inhaltsstoffe bekannt. Sie enthält Glykoside, Flavonoide, Gerbstoffe und Harz. Von den Inhaltsstoffen ist das Gift Oleandrin am bedeutsamsten. Es zählt zu den Herzglykosiden. Oleandrin wirkt ähnlich wie Digitalis auf das Herz und den Kreislauf. Es beeinflusst die Kontraktionskraft und die Schlagfrequenz des Herzens als Gift mit negativen und als Medikament mit positiven Konsequenzen. Die Anwendung als Mittel bei Herzschwäche gilt in der Schulmedizin als veraltet, da die Wirksamkeit im Vergleich zu anderen Mitteln schwächer ist.

Die Blüten sind abhängig von der Züchtung weiß, gelb oder rosafarben. Aus den Blüten bildet sich eine schotenartige Kapselfrucht.

Seltener gibt es noch verschreibungspflichtige Medikamente, die Oleander enthalten und gegen Herzinsuffizienz sind. Schon in der Neuzeit rieten Kräuterkundler von der Verwendung von Teilen der Pflanze als therapeutisches Mittel ab. Die aus der Pflanze hergestellte Arznei mit dem Namen Oleandri folium stammt aus den zerstoßenen und getrockneten Blättern. Die Homöopathie verwendet Tropfen oder Globuli mit Oleander als Inhaltsstoff bei der Behandlung von Herzschwächen und bestimmten Formen von Störungen des Herzrhythmus.

Die Wirksamkeit des Giftes führte zu dessen Anwendung bei Abtreibungen oder vergifteten Pfeilen im Mittelalter. Auch heutzutage ist ein Hausmittel gegen Mäuse, die Blätter zu trocknen, zu zerstoßen und mit Sand vermischt in die Löcher zu streuen. Der schöne Duft der Blüten findet im kosmetischen Bereich Anwendung. Die Blütenessenzen sind in bestimmten Parfüms oder Seifen zu finden. Auch das Extrakt ist unter der Bezeichnung Nerium Oleander Extrakt in einigen Cremes zu finden, da es hautpflegend sein soll.

Bedeutung für die Gesundheit, Behandlung & Vorbeugung

Rosenlorbeer ist in seiner Schönheit auch gefährlich: Das Gift kann für Mensch und Tier tödlich sein. Tiere meiden diese Pflanze instinktiv. Schon ab einem Gramm ist es für Schafe tödlich, für Katzen schon ab 0,3 Milligramm. Bei Menschen gilt, dass eine Menge von fünfzehn Gramm frischer Blätter tödlich sein kann. Es sind zwar alle Pflanzenteile giftig, in den Blättern ist jedoch am meisten Gift enthalten. Der Gehalt soll während der Blütezeit am höchsten sein.

Allerdings ist es unwahrscheinlich, dass es ein Mensch unbeabsichtigt eine so hohe Menge einnimmt, da der Geschmack sehr bitter ist. Eine Vergiftung führt zu Übelkeit und Krämpfen und endet im schlimmsten Fall mit einem Herzstillstand. Vorsicht ist vor allem bei der Gartenarbeit ratsam. Die Blätter sondern einen Milchsaft ab, der zu Hautreizungen führen kann und über offene Wunden kann die Haut das Gift aufnehmen. Daher empfiehlt es sich, bei dem Beschneiden der Pflanze Handschuhe zu tragen.

In der Homöopathie ist es üblich, Wirkstoffe in großer Verdünnung zu verwenden. Im Zusammenhang mit Oleander-Präparaten empfehlen Homöopathen die vorige Absprache und Empfehlung des behandelnden Arztes. Neben der Stärkung des Herzens setzt diese alternative Heilmedizin Oleander auch bei Verdauungsbeschwerden und Hautproblemen ein. Die Präparate lindern Ekzeme oder Ausschläge am Ohr. Auch bei bestimmten Lähmungen an Armen oder Beinen könne der Pflanzenwirkstoff hilfreich sein.

Die Inhaltsstoffe der Pflanze seien harntreibend, schleimlösend und schweißtreibend. In minimaler Dosierung können sie zudem das Immunsystem stärken. Die Schulmedizin hingegen untersuchte die Inhaltsstoffe der Pflanze hinsichtlich ihrer Wirksamkeit gegen Krebs. In klinischen Test hatte sich gezeigt, dass ein Extrakt Krebszellen dazu bringt, den Zelltod einzuleiten. Oleander war schon während des Mittelalters in Ägypten, Indien und anderen Ländern als Mittel gegen Krebs bekannt. Weitere Studien in den USA untersuchen die Anwendbarkeit des Extrakts als Antikrebsmittel. Ergebnisse sind bisher noch nicht veröffentlicht.

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