Olanzapin

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 31. Mai 2017
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Bei Olanzapin handelt es sich um ein atypisches Neuroleptikum. Der Wirkstoff dient zur Therapie von schizophrenen Psychosen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Olanzapin?

Der Arzneistoff Olanzapin wird den atypischen Neuroleptika zugerechnet. Er zählt zu den wichtigsten Medikamenten zur Behandlung der Schizophrenie. Im Unterschied zu den älteren Neuroleptika weist Olanzapin eine bessere Verträglichkeit auf.

Der Wirkstoff gilt als verhältnismäßig jung. Er entstand aus klassischen Neuroleptika und wurde in den 1990er Jahren entwickelt, um psychische Beschwerden zu behandeln. In Deutschland kam Olanzapin 1996 unter dem Handelsnamen Zyprexa® auf den Markt. Der Wirkstoff zählt zur zweiten Generation der Neuroleptika und löst weniger Nebenwirkungen aus. Allerdings ist eine starke Zunahme von Gewicht möglich. Seit 2012 gibt es von Olanzapin auch einige Generika.

Pharmakologische Wirkung auf Körper & Organe

Dass der Mensch sich ausgeglichen fühlt und auf bestimmte Situationen wie Angst, Freude oder Aufregung entsprechend reagieren kann, wird vom Zusammenwirken mehrerer Botenstoffe ermöglicht, die innerhalb von Gehirn und Rückenmark (die das Zentralnervensystem (ZNS) bilden) wirken. Dabei kommt es zur Ausschüttung von Neurotransmittern wie Dopamin und Serotonin. Später erfolgt die Aufnahme und Speicherung dieser Botenstoffe. Im Falle einer Schizophrenie liegt eine Störung des Gleichgewichts der Neurotransmitter vor.

Die Wirkung von Olanzapin beruht auf der Blockade von Rezeptoren (Bindungsstellen) des Nervenbotenstoffs Dopamin. Auf diese Weise können typische Symptome der Schizophrenie wie Wahnvorstellungen oder Halluzinationen gelindert werden. Des Weiteren besetzt das Neuroleptikum die Bindestellen des Neurotransmitters Serotonin, was sich wiederum positiv auf die Apathie der Patienten auswirkt. So bessern sich Konzentration und Gedächtnisleistung, Depressionen gehen hingegen zurück. Außerdem sorgt Olanzapin für eine leichte Beruhigung des Patienten und wirkt Manien entgegen, bei denen sich der Antrieb zeitweilig stark steigert.

Als Dopaminantagonist hemmt Olanzapin die Wirkung des Dopamins. Im Schleifenkörper (Striatum) geschieht dies jedoch nur zu 40 bis 60 Prozent. Aus diesem Grund werden weniger extrapyramidal-motorische Störungen (EPS) hervorgerufen als bei älteren Neuroleptika. Was Nebenwirkungen anbelangt, bildet Olanzapin eine schwächere Variante von Clozapin.

Nach der Einnahme über den Mund kann der Arzneistoff problemlos innerhalb des Darms ins Blut gelangen. Hat sich das Olanzapin im Organismus verteilt, erfolgt sein Abbau innerhalb der Leber. Das Ausscheiden des Wirkstoffs findet größtenteils über die Nieren statt.

Medizinische Anwendung & Verwendung zur Behandlung & Vorbeugung

Wichtigstes Anwendungsgebiet von Olanzapin ist die Therapie von Psychosen, die sich bei einer Schizophrenie oder einer manischen Erkrankung zeigen. Der Arzneistoff eignet sich besonders gut für Patienten, die keinen Bezug zur Wirklichkeit mehr haben und bei denen deswegen starke Erregungszustände, schwere Depressionen sowie Angststörungen vorherrschen. Außerdem lassen sich mit Olanzapin Halluzinationen, Wahnvorstellungen, Störungen der Persönlichkeit und aggressives Verhalten behandeln.

Weitere Einsatzgebiete stellen bipolare Störungen und Suizidalität dar. Die Einnahme des Mittels erfolgt in der Regel oral durch Tabletten. In akuten Fällen besteht allerdings auch die Möglichkeit einer Injektion ins Blut. Die empfohlene Tagesdosis beträgt 10 Milligramm. Falls nötig, lässt sie sich Schritt für Schritt auf 20 Milligramm pro Tag erhöhen.

Der Patient nimmt das Olanzapin normalerweise einmal am Tag ein, was unabhängig von den Mahlzeiten erfolgt. Gegen Ende der Therapie sollte das Absetzen des Wirkstoffs langsam stattfinden, damit es nicht zu Beschwerden wie Angstzuständen, Schlaflosigkeit, Zittern, Übelkeit, Erbrechen und Schweißausbrüchen kommt. Seine volle positive Wirkung kann Olanzapin allerdings erst nach einigen Tagen oder sogar Wochen entfalten.

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Risiken & Nebenwirkungen

Bei rund 10 Prozent aller Personen, die mit Olanzapin behandelt werden, treten unerwünschte Nebenwirkungen auf. Dazu zählen in erster Linie die Zunahme von Gewicht und Schläfrigkeit. Etwa 1 bis 10 Prozent der Patienten leiden unter Schwindelgefühlen, Trockenheit im Mund, niedrigem Blutdruck und Verstopfung.

Weitere häufige Nebeneffekte sind ein erhöhter Blutzuckerspiegel, Störungen des Fettstoffwechsels, eine gestörte Bewegungskontrolle sowie das Freisetzen des Hormons Prolaktin. Dieses regt die Bildung von Milch in den Brustdrüsen an. Ein erhöhter Prolaktinwert kann sich durch eine vergrößerte Brust, Spannungsgefühle sowie das Absondern von Milch bemerkbar machen.

In manchen Fällen zeigen sich außerdem Probleme beim Wasserlassen, Schwierigkeiten beim Ruhigsitzen, |Zuckungen oder Tics, Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen, zu langsamer oder zu schneller Herzschlag, Schwankungen von Puls und Blutdruck, der Abfall des Blutdrucks nach dem Aufstehen, Leberfunktionsstörungen, die Bildung von Ödemen im Gewebe, Blutbildungsstörungen im Knochenmark sowie eine verstärkte Empfindlichkeit gegenüber Licht.

Setzt der Patient das Olanzapin abrupt ab, drohen Beschwerden wie starke Übelkeit, Zittern, Schlafprobleme, Schweißausbrüche und Angststörungen.

Es liegen zudem einige Kontraindikationen zu Olanzapin vor. So kann das Arzneimittel nicht verabreicht werden, wenn der Patient unter einem Grünen Star mit erhöhtem Augeninnendruck leidet. Von einer Injektion des Arzneistoffes in einen Muskel ist abzusehen bei Angina Pectoris, starkem Bluthochdruck, einer ausgeprägten Herzmuskelschwäche, verlangsamtem Herzschlag (Bradykardie), Erregungsleiterstörungen im Herzen sowie nach einer Herzoperation oder einem Herzinfarkt.

Größere Vorsicht ist angebracht im Falle von Leberfunktionsstörungen, der Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus), einer Darmlähmung, einer gutartigen Vergrößerung der Prostata und wenn der Patient zu Krampfanfällen neigt.

Nicht verabreicht werden darf Olanzapin während Schwangerschaft und Stillzeit. So ließ sich die Unbedenklichkeit des Wirkstoffs für Mutter und Kind nicht nachweisen. Außerdem wird empfohlen, während einer Olanzapin-Therapie konsequent zu verhüten. Im letzten Schwangerschaftsdrittel drohen dem ungeborenen Kind bei einer Einnahme des Neuroleptikums Nebenwirkungen wie Entzugserscheinungen und Bewegungsstörungen. In solchen Fällen muss eine sorgfältige medizinische Überwachung stattfinden.

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