Ohrfurunkel

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 18. August 2017
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Die Ohren gehören zu den empfindsamsten Organen des Menschen. Bereits kleinste Entzündungen im Ohrenbereich, wie zum Beispiel Ohrfurunkel, können zu starken Schmerzen führen, sofern sie nicht frühzeitig behandelt werden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Ohrfurunkel?

Unter einem Ohrfurunkel, unter Medizinern auch als Otitis externa circumscripta bezeichnet, wird eine entzündliche Veränderung in dem äußeren Gehörgang verstanden. Dort befinden sich besonders feine Härchen, die aufgrund ihrer geringen Größe und Stärke für das menschliche Auge kaum wahrnehmbar sind.

Trotz ihrer geringen Ausmaße besitzen auch diese Härchen Haarwurzeln, die unter Umständen tief in der Haut des äußeren Gehörganges hineinreichen können. Das letzte Ende des Härchens, das in die Haarwurzel mündet, wird als Haarbalg bzw. als Follikel bezeichnet: ein für Entzündungen besonders anfälliges Haarteil.

Kommt es hier zu einer Entzündung, wächst sie unter Umständen so stark an, dass sie die Hautoberfläche erreicht. Und genau dies wird als Ohrfurunkel bezeichnet. Je weiter die Entzündung fortschreitet, desto mehr vermehren sich die Bakterien. Die Folge ist, dass sich hochinfektiöser Eiter unter der Haut bildet, was zu starken Schmerzen bei den Betroffenen führen kann.

Ursachen

Die Entzündungen des Haarbalges, die letztendlich zum Ohrfurunkel führen, werden in der Regel von einer besonderen Bakterienart verursacht: der Familie der Staphylokokken. Viele Subtypen dieser Bakterienfamilie gehören zu der natürlichen Hautflora des Menschen, die nicht nur keine Krankheiten bzw. Entzündungen verursachen, sondern als Schutzfilm sogar von erheblicher Bedeutung für den Menschen ist.

Andere Arten dagegen können Entzündungen wie Ohrfurunkel verursachen. Aufgrund ihrer verhältnismäßig geringen Infektiosität muss nicht jeder Kontakt mit Staphylokokken zum Ausbruch eines Ohrfurunkels führen. Im Gegenteil: Die bereits erwähnte natürliche Hautflora bietet insoweit einen effektiven Schutz. Erst wenn diese Hautflora beeinträchtigt wird und der natürliche Schutzmechanismus gestört wird, können sich Ohrfurunkel bilden.

Insbesondere die Reinigung des Gehörganges mit Wattestäbchen fördert die Bildung von Ohrenfurunkel. Denn neben der Entfernung der Hautfloraschicht werden durch die mechanische Reinigung auch noch die empfindlichen Härchen verletzt, was letztlich eine Entzündung begünstigt.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Ohrenfurunkel lassen sich wegen ihres charakteristischen Erscheinungsbildes klinisch leicht feststellen. Nur bei Vorliegen des Verdachtes, dass nicht wie üblich Staphylokokken als Erreger infrage kommen, sondern andere, die einer entsprechenden Therapie bedürfen, werden weitere Diagnosemaßnahmen erforderlich.

Dazu gehört unter anderem der Abstrich. Durch den Abstrich der entzündeten Stelle, an den einige Erreger haften bleiben, kann der behandelnde Arzt labortechnisch den konkreten Erreger feststellen und im ein entsprechendes Medikament zur Bekämpfung des Erregers des Ohrfurunkels verordnen.

Komplikationen

Bei einem Ohrfurunkel handelt es sich um eine Entzündung, sodass auch bei diesem Krankheitsbild verschiedene Komplikationen möglich sind. Eine Entzündung im Ohr ist nätürlich auch mit intensiven Schmerzen verbunden, sodass die betroffene Person erheblich im Alltag eingeschränkt ist. Es können zudem auch Komplikationen wie zum Beispiel Kopfschmerzen und Gliederschmerzen hinzukommen.

Eine Eiterbildung ist ebenfalls eine häufige Komplikation, die im Zusammenhang mit einem Ohrfurunkel auftreten kann. Wer bei der Eiterbildung auf die Behandlung mit Hilfe von Medikamenten beziehungsweise einem Arzt verzichtet, geht ein großes Risiko ein, weitere Komplikationen zu begünstigen. Dazu zählt beispielsweise die Entstehung eines Abszesses. Bei einem Abszess handelt es sich um die Ansammlung von Eiterflüssigkeit.

Wenn diese Eiterflüssigkeit in den menschlichen Blutkreislauf gelangt, dann besteht die Gefahr einer gefährlichen Blutvergiftung. Wer diese Komplikationen vermeiden möchte, der sollte bei einem bestehenden Ohrfurunkel schnellstmöglich Medikamente nehmen beziehungsweise einen entsprechenden Arzt aufsuchen. Somit gilt: Wer unter einem Ohrfurunkel leidet, der muss gleichzeitig auch mit verschiedenen Komplikationen rechnen. Wer jedoch auf die Einnahme von Medikamenten zurückgreift, der hat gute Chancen auf eine baldige Heilung.

Behandlung & Therapie

Da Bakterien für die Majorität der Ohrfurunkel verantwortlich sind, kommt als Behandlungsmaßnahme in erster Linie die Verabreichung von Antibiotika infrage. Vor der Einnahme der Antibiotika empfiehlt sich, die entzündete Stelle mit einem speziellen, alkoholhaltigen Desinfektionsmittel zu desinfizieren.

Durch diese erste Abtötung oberflächlicher Erreger wird das Antibiotikum unterstützt, da es weniger Erreger zu bekämpfen hat. Allerdings sollte die alkoholische Erstreinigung ausschließlich von Ärzten vorgenommen werden, da sich freilich nicht alle Desinfektionsmittel hierzu eignen und im Zweifelsfall nicht nur die Erreger des Ohrfurunkels resistent gegen das Antibiotikum machen, sondern auch noch zu schweren Beschädigungen des Mittelohres führen können.

Bei besonders großen Ohrenfurunkeln kann es notwendig sein, sie chirurgisch aufzuschneiden. Der Grund dafür liegt darin, dass sich in dem Furunkel Eiter ansammeln kann, der auch bei einer erfolgreichen antibiotischen Behandlung nicht auf natürliche Weise abfließen kann. Die im Eiter lebenden Bakterien können dann zu Rezidiven führen, das heißt zur Entstehung eines neuen Ohrfurunkels.

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Vorbeugung

Ohrfurunkel können wegen der weiten Verbreitung von Staphylokokken nicht gänzlich vorgebeugt werden. Zwar sind keine Impfungen möglich, dies aber auch nicht weiter erforderlich. Immerhin handelt es sich zwar um eine schmerzhafte Erkrankung, aber um keine lebensbedrohliche.

Insoweit bleibt es bei den allgemeinen Empfehlungen, sein Immunsystem sowie die natürliche Hautflora als effektivste Schutzmechanismen zu stärken. Dazu gehört auch der Verzicht auf übertriebene Hygiene. Der äußere Ohrengang braucht den natürlichen Talg; ihn zu entfernen, schadet mehr, als es nützen könnte.

Deshalb raten Mediziner von Wattestäbchen ab und empfehlen stattdessen, den äußeren Gehörgang während des Duschens mit einem leichten Wasserstrahl der Duschbrause zu säubern, statt ihn mit Wattestäbchen oder tensidhaltigen Seifen und Duschgels zu säubern. Sofern die natürliche Umgebung des Gehörganges nicht beeinträchtigt wird, können sich für gewöhnlich auch keine Erreger verbreiten, die schlussendlich zum Ohrfurunkel führen.

Bücher über Furunkel

Quellen

  • Arnold, W.: Checkliste Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. Thieme, Stuttgart 2011
  • Boenninghaus, H. G., Lenarz, T.: Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. Springer, Heidelberg 2012
  • Reia, M.: Facharztwissen HNO-Heilkunde. Springer, Heidelberg 2009

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