Ohrentropfen

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 25. November 2016
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Ohrentropfen sind meist wässrige Lösungen, die mittels einer Pipette in den äußeren Gehörgang eingeführt werden. Es gibt allerdings auch Präparate, die auf Öl oder Glycerolbasis hergestellt werden.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Ohrentropfen?

Wenn es im Ohr schmerzt, dann klingt der Griff nach Ohrentropfen zunächst recht logisch. Doch gerade hier ist Vorsicht geraten. Der Anwendungsbereich von Ohrentropfen ist relativ begrenzt.

Tatsächlich ist das Ohr nämlich ein sehr filigranes und empfindliches Gebilde. Schon wenn das Mittelohr des Zentrum des Übels ist, will die Anwendung von Ohrentropfen sehr gut überlegt sein.

Ohrentropfen gegen Ohrenentzündung & Ohrenschmerzen

Schmerzen, Entzündungen, Infektionen, aber auch verhärtetes Ohrenschmalz kann mit Ohrentropfen behandelt werden. Manche Sporttaucher nutzen Ohrentropfen aber auch zur Vorbeugung und Pflege der Ohren, die durch den Druckausgleich unter Wasser stark beansprucht werden. Die natürliche Barriere bildet jedoch das Trommelfell. Alles was dahinter liegt, ist eigentlich eine Tabuzone für Ohrentropfen.

Die Anwendung ist denkbar einfach. Der Patient wird auf die Seite gelegt, ein wenig angehoben und dann werden ihm – nach Angaben im Beipackzettel drei bis sechs Tropfen -mittels einer Pipette in das betroffene Ohr geträufelt. Der Patient muss danach einige Zeit auf der Seite liegen bleiben, damit sich die Tropfen auch entsprechend im Gehörgang verteilen.

Das ist nicht unbedingt ein besonders angenehmes, keinesfalls aber ein schmerzhaftes Gefühl. Ganz wichtig: Die Ohrentropfen sollten mindestens handwarm sein. Daher sollten sie auch nicht im Kühlschrank aufbewahrt werden.

Pflanzliche, natürliche & pharmazeutische Ohrentropfen

Ohrentropfen sind meist wässrige Lösungen, die mittels einer Pipette in den äußeren Gehörgang eingeführt werden.

Es gibt zahlreiche rezeptfreie und verschreibungspflichtige Präparate. Öl- und Glycerolhaltige Tropfen kommen unter anderem zum Einsatz, wenn es eher um Vorbeugung oder um Pflege geht.

Zur Schmerzlinderung werden salicylsäurehaltige Produkte eingesetzt. Procain und Phenazon sind andere Alternativen um den Schmerz im Ohr zu bekämpfen. Allerdings gibt es hier auch Einschränkungen. So sind zum Beispiel phenazonhaltigen Ohrentropfen bei Entzündungen nicht geeignet. Es gibt andere Ohrentropfen, die Cortison enthalten und Entzündungen schnell abheilen lassen.

Auch zu solchen Präparaten greifen manche Taucher gerne, wenn sie sich zum Beispiel eine Trommelfellüberdehnung zugezogen haben. Doch von dieser Therapie raten Ohrenärzte ab, weil das Ohr zwar schnell wieder heilt, das Gewebe des Trommelfells aber noch so geschwächt ist, dass es beim nächsten Druckausgleich reißen kann.

Dieses Beispiel zeigt, dass eine Eigenbehandlung des Ohres durchaus mit Risiken verbunden sein kann. Deshalb ist ein Blick mit dem Ohrenspiegel in den Gehörgang grundsätzlich nicht verkehrt.

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Risiken & Nebenwirkungen

Der wichtigste Hinweis darauf, ob Ohrentropfen nun angewandt werden können oder nicht, bietet das Trommelfell. Ist es intakt, dann kann nichts von der Flüssigkeit ins Mittel- oder Innenohr gelangen. Das ist nämlich der Knackpunkt.

So segensreich und schmerzlindernd die Tropfen im Außenohr wirken, so verheerend kann die Wirkung sein, wenn sie ins Innenohr gelangen. Die Strukturen und Mechanismen im inneren des Ohres sind so klein und filigran, wie sonst kaum mehr im menschlichen Körper. Ein Tropfen mit einem Wirkstoff kann diese superfeinen Organe schnell angreifen und nachhaltig schädigen. Daher sind Ohrentropfen bei einem Riss des Trommelfells weitgehend tabu.

Mittlerweile gibt es zwar auch Präparate die trotz eines defekten Trommelfells genutzt werden können. Über ihren Einsatz sollte aber unbedingt der Arzt entscheiden. Wer blutverdünnende Medikamente zu sich nimmt, sollte auf Ohrentropfen, die salicylsäurehaltige Wirkstoffe beinhalten, möglichst verzichten, denn da Salicylsäure das Blut ebenfalls ein wenig dünner macht, würden sich die beiden Arzneimittel in ihrer Wirkung verstärken.

Eine Frage, die immer wieder einmal auftaucht, ist die Frage, ob Ohrentropfen auch bei Mittelohrentzündung sinnvoll sind. Nicht jeder Arzt rät per se ab. Aber da das Trommelfell das äußere vom Mittelohr trennt, können die Wirkstoffe gar nicht bis ins Mittelohr gelangen. Trotzdem kann es bei einer Mittelohrentzündung auch zu einer „Tropfenlösung“ kommen, die allerdings auf den ersten Blick reichlich kurios klingt.

Statt Ohrentropfen verordnen Ärzte dann gerne Nasentropfen. Die helfen bei der Entlüftung des Mittelohrs, das dann schneller abheilen kann. Gegen die Schmerzen sollte der Patient dagegen zu Ohrentropfen zu ganz normalen, handelsüblichen Schmerzmitteln aus der Apotheke greifen.

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