Ofloxacin

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für innere Medizin) am 29. November 2016
Symptomat.deWirkstoffe Ofloxacin

Ofloxacin ist die Bezeichnung für ein Breitspektrumantibiotikum. Es zählt zur Wirkstoffgruppe der Fluorchinolone.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Ofloxacin?

Bei Ofloxacin handelt es sich um ein Antibiotikum mit bakterienabtötender Wirkung. Es kommt zur Therapie von bakteriellen Infektionen wie Atemwegs- oder Harnwegserkrankungen zum Einsatz.

Ofloxacin gehört der Gruppe der Fluorchinolone an. Die Chinolone sind auch als Gyrasehemmer bekannt und werden in der Medizin in vier Generationen eingeteilt. Ofloxacin zählt zur 2. Generation und eignet sich zur Behandlung von komplizierten Infektionen an den Harnwegen sowie von bestimmten Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts. Ebenso lässt sich das antibiotische Mittel gegen bakterielle Augeninfektionen verwenden.

Die Zulassung von Ofloxacin in Europa fand in den 1980er Jahren statt. In den frühen 1990er Jahren wurde es zudem als Augenmittel zugelassen. In Deutschland ist es unter den Präparatnamen Floxal® Augentropfen, Tarivid®, Uro-Tarivid® und Gyroflox® im Handel. Darüber hinaus stehen mehrere Generika zur Verfügung. Da das Antibiotikum der Verschreibungspflicht unterliegt, kann es nur gegen Vorlage eines ärztlichen Rezepts erworben werden.

Pharmakologische Wirkung

Ofloxacin verfügt über die Eigenschaft, zwei Enzyme zu hemmen, die für die Bakterien lebenswichtige Bedeutung haben. Dies sind die Enzyme Topoisomerase II (Gyrase) sowie Topoisomerase IV. Bei der DNA der Bakterien handelt es sich um ein Molekül in Form einer Strickleiter. Es liegt im Zellkern verdrillt vor. Diese Verdrillung wird teilweise aufgelöst, damit sich die Erbinformationen ablesen lassen. Im Anschluss an diesen Vorgang verdrillt sich der DNA-Strang erneut, wozu die beiden Enzyme Topoisomerase II und IV erforderlich sind.

Von dem Antibiotikum Ofloxacin werden die Enzyme jedoch an dieser Tätigkeit gehindert. Infolgedessen lassen sich die Erbinformationen nicht ablesen, was letztlich den Tod der Bakterienzelle zur Folge hat. In seiner bakterienabtötenden Eigenschaft wirkt Ofloxacin schneller als andere Antibiotika wie etwa Ciprofloxacin oder Norfloxacin.

Die Aufnahme von Ofloxacin ins menschliche Blut verläuft problemlos. Danach bindet sich der Wirkstoff zu etwa 25 Prozent an Plasmaproteine. Erfolgt die Einnahme über den Mund, erreicht das Antibiotikum seinen höchsten Spiegel im Blut nach 30 bis 60 Minuten. Die Halbwertszeit beträgt rund 5 bis 7 Stunden. Eine Verstoffwechselung des Medikaments findet kaum statt. Es wird in erster Linie über die Nieren aus dem Körper ausgeschieden. Ungefähr sechs Stunden nach seiner Zufuhr verlässt das Ofloxacin den Organismus wieder.

Medizinische Anwendung & Verwendung

Die Anwendungsgebiete von Ofloxacin sind vielfältig. So dient es u. a. zur Behandlung von Harnwegsinfektionen, Entzündungen von Harnblase und Nieren. Ebenso eignet es sich zur Therapie von Geschlechtskrankheiten wie Gonorrhoe (Tripper).

Weitere Indikationen sind bakterielle Mittelohrentzündungen, Infektionen im Mund- und Rachenraum, entzündlicher Schnupfen, eine Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis), eine akute oder chronische Bronchitis sowie eine Lungenentzündung.

Darüber hinaus eignet sich das Antibiotikum bei Entzündungen der Weichteile, Hautinfektionen, Knochenentzündungen, Infektionen im Becken- und Bauchraum, bakterienbedingten Durchfall und einer Blutvergiftung (Sepsis). Bei einer reduzierten Abwehr des Körpers wird Ofloxacin zum Schutz vor Infektionen verabreicht.

Das antibiotische Mittel lässt sich aber auch örtlich in Form von Augentropfen oder Augensalbe anwenden. Dabei werden in erster Linie oberflächliche Entzündungen am Auge sowie an den Augenanhangsgebilden therapiert. Zu diesen Erkrankungen zählen besonders Gerstenkörner, eine chronische Entzündung der Bindehaut (Konjunktivitis), eine Lidrandentzündung (Blepharitis) sowie eine Kombination von beiden Infektionen (Blepharokonjunktivitis). Zu diesem Zweck wurde das Ofloxacin im Jahr 2013 von der WHO (Weltgesundheitsorganisation) auf die Liste der unentbehrlichen Arzneimittel gesetzt.

Die Anwendung von Ofloxacin erfolgt entweder oral in Form von Tabletten oder als Augensalbe bzw. Augentropfen. In schweren Fällen ist aber auch eine Darreichung als Infusion möglich, um eine raschere Wirkung zu gewährleisten. Wie hoch die Dosis des Antibiotikums ausfällt, richtet sich nach Art und Ausmaß der Infektion. Außerdem spielen individuelle Kriterien wie die Nierenfunktion und das Lebensalter des Patienten eine wichtige Rolle.

Bei unkomplizierten Harnwegsinfekten erhält der Patient in der Regel 200 Milligramm Ofloxacin, die auf zwei Einzeldosen pro Tag verteilt werden. Die Behandlung dauert normalerweise drei Tage. Liegt eine schwere Infektion vor, kann der Erkrankte auch zwei Mal 400 Milligramm am Tag erhalten.

Besteht eine Augeninfektion, gibt der Patient vier Mal am Tag einen Tropfen des Mittels in das betroffene Auge. Als Alternative kann auch drei Mal täglich Augensalbe aufgetragen werden. Die Therapiedauer liegt bei höchstens zwei Wochen.




Risiken & Nebenwirkungen

Durch die Anwendung von Ofloxacin sind auch Nebenwirkungen möglich. Bei den meisten Patienten machen sich diese in Form von Magen-Darm-Beschwerden wie Durchfall bemerkbar, der mitunter auch blutig ist.

Weitere Nebeneffekte können Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, Schwindelgefühle, Kopfschmerzen, Krampfanfälle, Unsicherheiten beim Gehen, Zittern, Benommenheit, Schlafprobleme, ein Absenken des Blutdrucks, Herzrasen, Juckreiz, Hautausschlag und Verwirrtheit sein. Nur selten treten Gelbsucht, schwere Leberschäden sowie eine Entzündung von Leber und Nieren auf.

Leidet der Patient unter starken Nebenwirkungen, muss ein Arzt konsultiert werden. Bei der Anwendung von Ofloxacin am Auge zeigen sich mitunter leichte Augenschmerzen oder Augenreizungen.

Liegt eine Überempfindlichkeit gegen Ofloxacin oder andere Gyrasehemmer wie Norfloxacin, Ciprofloxacin oder Levofloxacin vor, darf das Antibiotikum nicht zum Einsatz gelangen. Dies gilt auch im Falle von Sehnenerkrankungen, die bei früheren Einnahmen von Fluorchinolonen auftraten, Harnverhalt und epileptischen Anfällen.

Auch eine Anwendung bei Kindern und Jugendlichen während der Wachstumsphase ist nicht möglich, da sonst Schäden an den Gelenkknorpeln drohen. Außerdem ist von einer Einnahme des Antibiotikums während Schwangerschaft und Stillzeit abzusehen.

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