Oberschenkel

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 10. November 2016
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Der menschliche Oberschenkel besteht als anatomische Einheit aus dem Oberschenkelknochen und der ihn umgebenden Muskulatur, Sehnen, Nerven und Blutgefäßen. Der Oberschenkelknochen, Femur, bildet die knöcherne Grundlage des Oberschenkels.

Inhaltsverzeichnis

Was sind die Oberschenkel?

Der Oberschenkel ist ein Teil der unteren Extremität und bildet diese als proximaler Abschnitt gemeinsam mit dem Unterschenkel. Mit dem Unterschenkel steht der Oberschenkel über das Kniegelenk in direkter Verbindung. Über das Hüftgelenk verbindet der Oberschenkel das Becken und damit den Rumpf.

Der Oberschenkelknochen, Femur, ist für eine ganze Reihe von Muskeln Ansatz- und Ursprungspunkt. Unterschenkelmuskulatur oder Hüftmuskulatur nehmen direkt am Knochen des Oberschenkels ihren Ausgang. Die Oberschenkelmuskeln bilden jedoch die eigentliche fleischige Masse des Oberschenkels.

Eingeteilt wird die Muskulatur des Oberschenkels in die 3 Hauptgruppen Extensoren, Flexoren und Adduktoren. Die Oberschenkeladduktoren werden in der medizinischen Literatur oft auch der Hüftmuskulatur zugerechnet. Im gesamten Oberschenkel befinden sich Leitungsbahnen für Blutgefäße wie Arterien und Venen, sowie Nerven. Durch den Oberschenkel führt auch die Leitungsbahn des größten Nervs im menschlichen Körper, des Ischiasnervs.

Anatomie & Aufbau

Topografie und Aufbau des Oberschenkels ergeben sich durch die jeweiligen anatomischen Begrenzungen. Nach vorne wird der Oberschenkel durch die Leistenbeuge begrenzt, nach hinten von der sogenannten Gesäßfurche. Nach distal endet der Femur etwa 5 Zentimeter oberhalb der Kniescheibe, Patella.

Die Form des gesamten Oberschenkels definiert sich beinahe ausschließlich durch seine Muskulatur. Als Regio femoris anterior wird anatomisch die Vorderseite des Oberschenkels bezeichnet. Dort befindet sich auch das sogenannte Schenkeldreieck, Trigonum femoris. Als Regio femoris posterior bezeichnet man die Oberschenkelrückseite.

Obwohl Femur nur die anatomische Bezeichnung für den Oberschenkelknochen darstellt, wird damit im alltäglichen medizinischen Sprachgebrauch der gesamte Oberschenkel einschließlich Muskulatur und Gefäßleitbahnen bezeichnet. Eine weitere nicht häufig gebräuchliche lateinische Bezeichnung für den Oberschenkel lautet Stylopodium.

Funktion & Aufgaben

Der Oberschenkelknochen ist der größte Knochen im menschlichen Skelett. Anatomisch gesehen ist der Femur, genau wie Schienbein und Wadenbein des Unterschenkels, ein Röhrenknochen. Röhrenknochen bestehen stets aus der Compakta, einem harten Mantel und der Spongiosa, einem weichen Hohlraum gefüllt mit Blutzellen.

Zusammen mit der Hüftpfanne des Beckens bildet der Oberschenkelkopf das große Hüftgelenk. Anatomisch handelt es sich dabei um ein sogenanntes Kugelgelenk. Der Hüftkopf des Oberschenkels ist wiederum mit dem Schenkelhals verbunden. Die Bildung des Knie- und Hüftgelenkes ist also die eigentliche Aufgabe und Funktion des Oberschenkels. Die Ausprägung des Kniegelenkes erfolgt über die Kondylen des Oberschenkelknochens.

Ein aufrechtes Stehen oder eine Fortbewegung in Schritten wäre ohne die anatomische Einheit aus Knochen, Gelenken und Leitungsbahnen des Oberschenkels nicht möglich. Der Femur ist der einzige Knochen des Oberschenkels. Durch seine äußerst stabile Tragfähigkeit muss der Oberschenkelknochen die gesamte Körperkraft vom Becken auf die untere Extremität übertragen. In einer anatomisch korrekten Lage steht bei einem Erwachsenen der Schenkelhals bei etwa 127 Grad zum Femurschaft.

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Krankheiten & Beschwerden

Die wichtigsten Krankheiten, Funktionsstörungen oder Einschränkungen ergeben sich aus dem anatomischen Aufbau und der täglichen starken Beanspruchung des Oberschenkels besonders beim Stehen oder Gehen. In allererster Linie ist der Oberschenkel daher von Verschleißkrankheiten betroffen, die mit zunehmendem Lebensalter vermehrt auftreten können.

Auch angeborene Fehlstellungen wie die Hüftgelenksdysplasie führen frühzeitig zu Abnutzungserscheinungen. Am häufigsten ist die Arthrose des Kniegelenkes, Gonarthrose gefolgt von der Arthrose des Hüftgelenkes, der sogenannten Coxarthrose.

Je nach Ausprägungsgrad können beide Krankheiten mit schmerzhaften Bewegungseinschränkungen bishin zur völligen Bewegungsunfähigkeit verbunden sein. Durch die arthrotischen Veränderungen knöcherner Anteile sowie des Gelenkknorpels kommt es zu muskulären Dysbalancen mit häufig chronisch verlaufenden schmerzhaften Muskelverhärtungen. Wenn alle konservativen Therapieansätze ausgeschöpft sind, bleibt oft nur der künstliche Gelenkersatz.

Bei älteren Patienten nimmt die Knochendichte immer weiter ab, weshalb es auch bei vergleichsweise leichten Belastungen zu einer Fraktur zwischen Hüftkopf und Schenkelhals kommen kann. Diese sogenannte Schenkelhalsfraktur muss in den allermeisten Fällen operativ versorgt werden. Der Heilungsprozess gestaltet sich oft langwierig und komplikationsbeladen. Die sogenannte suprakondyläre Femurfraktur kommt ebenfalls typischerweise im höheren Lebensalter vor. Es handelt sich dabei um Brüche oberhalb der Gelenkrollen, auch in diesen Fällen ist eine operative Versorgung beinahe immer erforderlich.

Erkrankungen der Muskulatur des Oberschenkels sind im medizinischen Alltag selten. Wie alle großen Muskelgruppen, so können auch in der gesamten Oberschenkelmuskulatur schmerzhafte Myalgien, Entzündungen oder gut- und bösartige Tumoren auftreten. Ebenfalls selten ist ein echter Oberschenkelschaftbruch. Ein solcher Bruch des Femurs ist nur möglich unter größter Kraftaufwendung. Die häufigste Ursache für Oberschenkelschaftbrüche sind Verkehrsunfälle mit kurzen aber starken mechanischen Einwirkungen.

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