Oberkiefer

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 10. November 2016
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Beim Oberkiefer handelt es sich um den größten Knochen des Gesichtsschädels. Er bildet das Gegenstück zum Unterkiefer.

Inhaltsverzeichnis

Was ist der Oberkiefer?

Als Oberkiefer (Maxilla) wird der größte Knochen des menschlichen Gesichtsschädels bezeichnet. Sein Gegenstück ist der Unterkiefer (Mandibula). Gebildet wird der Oberkiefer durch zwei paarige Knochen. Mit dem Schädel ist er fest verbunden.

Durch die Maxilla kommt es zur Abgrenzung zu drei Körperhöhlen. Dabei handelt es sich um die seitliche Wand der Nasenhöhle (Cavum nasi), den Boden der knöchernen Augenhöhle (Orbita) sowie den harten Gaumen (Pallatum durum) in der Mundhöhle. Im Oberkiefer befindet sich auch die Kieferhöhle (Sinus maxillaris), die zu den größten Höhlen im Schädelbereich zählt.

Der Oberkiefer stellt einen bedeutenden Bestandteil des Gesichtsschädels dar. So ist er wichtig für die Aufnahme von Nahrung und beeinflusst Sprache und Aussehen des Menschen. Es besteht eine feste Verwachsung mit dem Jochbein und dem Nasenbein. Mit dem Unterkiefer ist der Oberkiefer jedoch nur indirekt verbunden.

Anatomie & Aufbau

Einteilen lässt sich der Körper des Oberkiefers in vier verschiedene Flächen. Am Vorderrand des Oberkieferkörpers ist die Gesichtsfläche (Facies anterior) zu finden. Am Hinterrand der Gesichtsfläche liegt die Unterschläfenfläche (Facies infratemporalis). Die Augenhöhlenfläche (Facies orbitalis) des Oberkiefers sorgt für die untere Grenze der Augenhöhle.

Der seitliche Anteil der Nasenhöhlenbegrenzung wird von der Nasenfläche (Facies nasalis) gebildet. Da die obere Fläche des Oberkiefers nicht glatt und eben ist, gibt es an ihr mehrere Vertiefungen, Durchtrittsstellen und Fortsätze. Zwischen dem Stirnbein, dem Tränenbein und dem Nasenbein befindet sich der Stirnfortsatz (Processus frontalis), der als Verbindungsstruktur dient. Am Unterrand der Augenhöhlenfläche ist der Jochfortsatz (Processus zygomaticus) zu finden. Eine wichtige Aufgabe übernimmt der Alveolarfortsatz (Processus alveolaris), der die Form eines Bogens hat. Von ihm werden die Zähne getragen, die überaus wichtig zum Kauen sind.

Eine weitere Struktur des Oberkiefers stellt der Gaumenfortsatz (Processus palatinus) dar. Diese plattenförmige Struktur befindet sich zwischen der Nasenfläche sowie dem Alveolarfortsatz und bildet den harten Gaumen.

Die Versorgung des Oberkiefers erfolgt durch verschiedene Nerven und Gefäße. Dazu gehört der Oberkiefernerv (Nervus maxillaris), der sich vom Nervus trigeminus, dem fünften Hirnnerv, abspaltet. Von diesem Nervenstrang wird ein kleinerer Strang abgegeben, der die Bezeichnung Nervus infraorbitalis trägt. Der Nerv durchzieht den Oberkiefer und übernimmt die Versorgung von Zähnen und Knochen. Für die Blutversorgung des Oberkiefers ist die Oberkieferarterie (Arteria maxillaris) verantwortlich. Bei diesem Blutgefäß handelt es sich um eine unmittelbare Fortsetzung des Außenteils der Halsschlagader (Arteria carotis externa).

Funktion & Aufgaben

Ebenso wie der Unterkiefer ist auch der Oberkiefer wichtig für die Aufnahme von Nahrung. Eine entscheidende Rolle spielen dabei die Zähne. Durch den Zahnhalteapparat besteht eine verhältnismäßig feste Verankerung im Oberkiefer. Im Gegensatz zum Unterkiefer ist der Oberkiefer nicht beweglich, da das Kiefergelenk nur Bewegungen des unteren Kieferteils auslöst. Dennoch wirkt er sich genau wie sein Gegenstück auf die optische Erscheinung eines Menschen aus. Ebenso wird die Aussprache einer Person von ihm beeinflusst.

Der Zahnhalteapparat, der sowohl zum Oberkiefer als auch zum Unterkiefer gehört, übt verschiedene Schutzfunktionen aus. Er wird aus unterschiedlichen Anteilen zusammengesetzt. Dazu gehören die Alveolen, bei denen es sich um kleine Einbuchtungen im Kieferknochen handelt. In den Alveolen ist der Wurzelteil eines einzelnen Zahns zu finden.

Weitere wichtige Bestandteile des Zahnhalteapparats bilden die Wurzelhaut (Perodontium), das Zahnzement (Cementum) und das Zahnfleisch (Gingiva propria). Vollkommen fest fixiert sind die Zähne im Kieferknochen jedoch nicht. So befindet sich jeder Zahn aufgehängt an einer Sharpey-Faser, einem Kollagen-Faserbündel. Auf diese Weise kann der Zahn relativ beweglich bleiben. Außerdem verteilen sich die Druckbelastungen beim Kauen auf eine größere Fläche.

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Krankheiten

Am Oberkiefer kann es zu verschiedenen Beschwerden und Erkrankungen kommen. Häufigste Verletzung ist der Bruch des Oberkiefers (Fractura maxillae). Dabei kommt es zu Bruchlinien, die typische Verläufe aufweisen. Diese entsprechen den schwachen Stellen der Knochenarchitektur. Verursacht wird eine Fraktur des Oberkiefers zumeist durch Stürze, Sportunfälle, Verkehrsunfälle oder Schlägereien. Unter den Gesichtsfrakturen erreicht ein Oberkieferbruch einen Anteil von rund 15 Prozent.

Zu den häufigsten Erkrankungen des Oberkiefers gehört die Kieferhöhlenentzündung (Sinusitis maxillaris). Die Kieferhöhle zählt zu den Nasennebenhöhlen. Hervorgerufen wird die Entzündung durch Viren oder Bakterien, die die Schleimhaut in den Nasennebenhöhlen negativ verändern. Die Kieferhöhlenentzündung kann sowohl akut als auch chronisch verlaufen. Bemerkbar macht sich die akute Form durch Kopfschmerzen, Druckgefühle in der Kopfregion, erhebliches Unwohlsein und hohes Fieber. Die akute Form geht mitunter in die chronische Form über. Dies geschieht bei einer unzureichenden Abheilung einer Entzündung. Zu einer Kieferhöhlenentzündung kann es auch nach dem Ziehen eines Zahns aus dem Oberkiefer kommen. Die Behandlung erfolgt in der Regel mit Antibiotika.

Neben Verletzungen und Erkrankungen sind im Bereich des Oberkiefers auch Missbildungen möglich. Dazu gehört u. a. die Lippen-Kiefer-Gaumenspalte, auch Hasenscharte genannt. In Deutschland werden jedes Jahr ca. 1500 Kinder mit dieser Fehlbildung geboren. Sie zeigt sich häufiger bei Jungen als bei Mädchen und kann Sprachstörungen zur Folge haben. Nicht selten führen angeborene Kieferfehlstellungen zu einem Missverhältnis zwischen den Zähnen des Oberkiefers und des Unterkiefers. Dadurch passen diese nicht mehr exakt aufeinander. Als Folge davon treten oftmals nicht nur optische Beeinträchtigungen auf, sondern auch Probleme beim Essen und Sprechen.

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