Oberarmbruch

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 22. August 2017
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Nach einem Sturz auf den Arm oder die Schulter sollte an einen Oberarmbruch gedacht werden, wenn neben starken Schmerzen eine zusätzliche Bewegungseinschränkung besteht. Vor allem ältere Menschen gehören zur Risikogruppe für diese Fraktur.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Oberarmbruch?

Ein Bruch genau unterhalb des Oberarmkopfes wird als subkapitale Humerus-Fraktur bezeichnet. Meist ist bei dieser Art des Oberarmbruches der Oberarmkopf ebenfalls betroffen. Diese Frakturen treten relativ häufig nach Unfällen oder Stürzen auf. Dabei fallen die Patienten auf die Schulter oder auf ihren ausgestreckten Arm.

Der Oberarmknochen ist an dieser Stelle schmal und auch weniger hart als an anderen Stellen und kann daher leichter brechen. Liegt zusätzlich zum Unfallgeschehen eine Osteoporose vor, besteht ein zunehmendes Risiko für diese Fraktur. Tritt ein Oberarmbruch ohne äußere Einwirkungen auf, kann eine Metastase oder ein Tumor ursächlich für die Verletzung sein.

Ursachen

Die Ursache für einen Oberarmbruch (subkapitale Humerus-Fraktur) ist die Krafteinwirkung auf die Schulter oder den ausgestreckten Arm während eines Unfalles oder bei einem Sturz.

Sportler verletzen sich beim Fahrradfahren oder beim Motorradfahren aber auch ein Sturz beim Reiten oder beim Skifahren kann zu dieser Fraktur führen.

Ältere Menschen sind aufgrund ihrer zunehmenden Unsicherheit beim Gehen und der daraus resultierenden Stürze und einer eventuell zusätzlich vorliegenden Osteoporose ebenfalls oft von einem Bruch des Oberarmes betroffen.

Speziell die Gruppe der 60 bis 80-jährigen Frauen erleidet doppelt so häufig diese Fraktur wie gleichaltrige Männer.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Ein Oberarmbruch macht sich meist durch eine Bewegungseinschränkung an der Schulter oder am Arm sowie starken Schmerzen bemerkbar. Das verletzte Gewebe schwillt merklich an und der Arm wird in einer Schonhaltung am Körper gehalten. D

urch den Sturz kann es außerdem zur Entwicklung eines größeren Blutergusses an der Schulter und/oder in der Achselhöhle sowie seitlich am Brustkorb des Patienten kommen. Er kann nach wenigen Stunden oder auch erst am nächsten Tag auftreten. Schon allein durch diese Beschwerden wird ein betroffener Patient den Arzt aufsuchen. Nach einem ausführlichen Anamnesegespräch kann dieser durch mehrere Röntgenaufnahmen eine gesicherte Diagnose stellen.

Wenn der Verdacht besteht, dass die Ursache für den Bruch in einem Tumor zu suchen ist, wird zusätzlich eine MRT-Untersuchung (Magnetresonanztomographie) durchgeführt. Je nach dem vorliegenden Unfallgeschehen muss gegebenenfalls ausgeschlossen werden, dass Bänder in Mitleidenschaft gezogen wurden oder gar eine Ausrenkung der Schulter neben dem Oberarmbruch vorliegt. Dazu dient die Computertomographie (CT).

Komplikationen

Komplikationen aufgrund eines Oberarmbruchs sind nur selten zu befürchten. So gelten die Heilungschancen sowohl bei einer konservativen als auch bei einer chirurgischen Therapie als gut. Auch größere Bewegungseinschränkungen treten zumeist nur in Einzelfällen auf.

Zu den unmittelbaren Folgeerscheinungen einer Humerusfraktur zählt der hypovolämische Schock. Davon ist die Rede, wenn das zirkulierende Blut rasant zurückgeht. Dadurch droht wiederum eine Ohnmacht des Verletzten. Als weitere denkbare Komplikation gilt die Bildung einer Thrombophlebitis. Dabei bilden sich Blutgerinnsel, die die Arterien verschließen.

Die Thromben bergen außerdem die Gefahr einer Lungenembolie in sich. Lösen sich Teile des Thrombus, besteht das Risiko, dass diese in den Kreislauf vordringen und dort Arterien verschließen. Am höchsten ist die Gefahr von Folgeerscheinungen, wenn der Bruch des Oberarms im Bereich von Schulterblatt und Schlüsselbein stattfindet.

Tritt die Fraktur dagegen im Bereich des Ellenbogens auf, fällt die Komplikationsgefahr geringer aus. Durch eine Verletzung können außerdem Arterien, Muskeln und Nerven in Mitleidenschaft gezogen werden. Eine Spätfolge des Oberarmbruchs stellt die Pseudarthrose dar. Bei diesem Vorgang konsolidiert sich der Knochen nicht korrekt. Ferner kann sich ein fibröser Kallus ausbilden.

Findet eine operative Behandlung der Oberarmfraktur statt, bestehen ebenfalls Risiken. Dazu gehören Blutgerinnsel, Blutergüsse, Infektionen und Nachblutungen. Werden Nerven verletzt, hat dies mitunter Sensibilitätsstörungen oder Lähmungserscheinungen zur Folge. Des Weiteren können Allergien gegen Implantate auftreten.

Behandlung & Therapie

Bei etwa 80 Prozent der Patienten kann ein Oberarmbruch ohne eine Operation behandelt werden. Der Arm wird dazu mit einem speziellen Verband, dem sogenannten Gilchrist- oder Desault-Verband, oder einer Schiene versehen und dadurch etwa zwei Wochen ruhiggestellt.

Es ist wichtig, die Beweglichkeit frühzeitig durch physiotherapeutische Anwendungen wiederherzustellen. Ist der Knochen in mehrere Teile gebrochen, muss jedoch eine operative Versorgung erfolgen. Gleiches gilt auch, wenn Blutgefäße oder Nerven geschädigt wurden oder eine Schädigung in der Folge droht. Zu Beginn der Operation wird der Bruch zunächst unter Röntgenkontrolle gerichtet. Der Patient befindet sich zu diesem Zeitpunkt bereits in Narkose.

Anschließend wird der Knochen mit Schrauben, Drähten oder Platten stabilisiert. Welche Operationsmethode zum Einsatz kommt, wird dabei von der Schwere der Fraktur bestimmt. Sobald die Heilung fortgeschritten und die Schmerzen abgeklungen sind, muss auch hier die Beweglichkeit durch Physiotherapie wiederhergestellt werden. Die während der Operation eingebrachten Materialien müssen nach einiger Zeit wieder entfernt werden. Dies ist inzwischen häufig über kleinste Schnitte oder endoskopisch möglich.

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Vorbeugung

Einem Oberarmbruch kann kaum durch aktive Maßnahmen vorgebeugt werden, da das Risiko generell mit zunehmendem Lebensalter ansteigt. Es ist jedoch wichtig, dem frühzeitigen Auftreten von Osteoporose entgegen zu wirken, da diese Erkrankung derartige Brüche noch begünstigt. Dazu zählt ausreichende Bewegung sowie eine kalziumreiche Ernährung. Es ist zudem erwiesen, das die Erhaltung der allgemeinen Beweglichkeit vor allem im Alter das Sturzrisiko und damit die Wahrscheinlichkeit einen Oberarmbruch zu erleiden, erheblich mindert.

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Quellen

  • Breusch, S., Clarius, M., Mau, H., Sabo, D. (Hrsg.): Klinikleitfaden Orthopädie, Unfallchirurgie. Urban & Fischer, München 2013
  • Niethard, F., Pfeil, J., Biberthaler, P.: Orthopädie und Unfallchirurgie. Thieme, Stuttgart 2014
  • Wülker, N., Kluba, T., Roetman, B., Rudert, M.: Taschenlehrbuch Orthopädie und Unfallchirurgie. Thieme, Stuttgart 2015

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