OPSI-Syndrom

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 18. September 2017
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OPSI steht für den englischen Fachausdruck "overwhelming post-spelectomy infection" (übersetzt "überwältigende Post-Splenektomie-Infektion"). Wie der Name schon sagt, entsteht eine solche Infektion erst in Folge einer Splenektomie - einer operativen Entfernung der Milz. Das OPSI-Syndrom ist eine bakterielle Infektion, die jedoch nach einer Milz-Operation recht häufig auftaucht (bei etwa 1 bis 5 Prozent der Fälle). In diesen Fällen liegt die Sterblichkeit in Folge der Infektion bei einem OPSI-Syndrom bei 40 bis 60 Prozent.

Inhaltsverzeichnis

Was ist das OPSI-Syndrom?

Die Milz liegt in der Bauchhöhle nahe dem Magen und ist im Blutkreislauf der Organe eingeschaltet. Grund für eine operative Entfernung der Milz sind häufig Verletzungen dieser in Folge von Unfällen, aber auch innere Erkrankungen, die die Milz betreffen, können eine Splenektonmie indizieren.

Das OPSI-Syndrom ist eine Form der Sepsis, einer Entzündungsreaktion des Organismus, die durch Pilze, Bakterien oder deren Toxine verursacht wird. Da eine Sepsis zu Organversagen oder einer lebensbedrohlichen Infektion der Vitalfunktionen führen kann, ist sie eine ernsthafte Erkrankung. Das OPSI-Syndrom entsteht ausschließlich in Folge einer Splenektomie oder einer funktionsuntüchtigen Milz, die ihre Aufgabe nicht mehr erfüllen kann.

Das häufigste Bakterium, das vor allem die Ursache für ein OPSI-Syndrom bei Kindern ist, ist Pneumokokken. Die Infektion mit Pneumokokken bei einem OPSI-Syndrom kann insbesondere für Kinder und ältere Menschen gefährlich werden, da deren Abwehrkräfte schwächer sind.

Ursachen

Die Milz hat ihre Aufgabe in der Infektabwehr, sodass sie zwar nicht lebensnotwendig ist, aber insbesondere für Abwehr von Krankheitserregern sehr wichtig ist. Bestimmte Bakterien greifen die Milz an und führen zu einer Sepsis, dem OPSI-Syndrom.

Sepsis (im griechischen bedeutet sepo in etwa "faul machen") wird umgangssprachlich auch als Blutvergiftung bezeichnet. Das OPSI-Syndrom kann wenige Tage nach einer Splenektomie auftreten, aber auch Jahre nach einer operativen Milzentfernung kann es zu einem OPSI-Syndrom kommen.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Die Symptome eines OPSI-Syndroms sind in den häufigsten Fällen Fieber und Schmerzen im Oberbauch und in der Magengegend. Allgemein können alle Symptome, die normalerweise bei einer Grippe auftreten wie Gliederschmerzen, auch Hinweise auf ein OPSI-Syndrom sein. Da die Organe angegriffen werden, kann es zu einem Multiorganversagen kommen, bei dem u.a. Nieren, Leber und Lunge ihre Arbeit einstellen. Auch Schüttelfrost kann im Rahmen einer Sepsis auftreten. In einigen Fällen kann sie zu einem Koma führen. Im schlimmsten Fall kann eine Erkrankung mit dem OPSI-Syndrom tödlich verlaufen.

Komplikationen

In der Regel handelt es sich beim OPSI-Syndrom schon um eine Komplikation. Dieses Syndrom kann dabei im schlimmsten Fall zum Tod des Betroffenen führen, falls es nicht richtig behandelt wird. Aus diesem Grund müssen Entzündungen und Infektionen nach der Entfernung der Milz auf jeden Fall vermieden werden. Die Betroffenen leiden dabei in der Regel an den gewöhnlichen Beschwerden einer Infektion.

Es kommt zu einem hohen Fieber und weiterhin auch zu einem Kreislaufschock, falls keine Behandlung des OPSI-Syndroms eintritt. Ebenso kann es zu starken Bauchschmerzen und weiterhin zu einem Multiorganversagen kommen. Dieser Fall tritt allerdings nur dann auf, wenn das OPSI-Syndrom nicht behandelt werden. Weiterhin fallen die Betroffenen in ein Koma oder verlieren das Bewusstsein und versterben schließlich.

In den meisten Fällen wird das OPSI-Syndrom mit Hilfe von Antibiotika erfolgreich therapiert. Dabei treten keine besonderen Komplikationen auf, falls die Behandlung früh genug beginnt. Auch die Lebenserwartung des Patienten wird bei einem positiven Krankheitsverlauf nicht beeinflusst. In einigen Fällen ist der Betroffene möglicherweise auf eine Sauerstofftherapie angewiesen. Sollten schon Organe beschädigt worden sein, so sind Transplantationen notwendig, um den Betroffenen am Leben zu erhalten.

Behandlung & Therapie

Da bei einem OPSI-Syndrom die Organe angegriffen werden, ist es notwendig, dass der Patient intensivmedizinisch behandelt wird. Auch der septische Schock bedarf einer intensivmedizinischen Behandlung.

Bei der Therapie zählt jede Minute, sodass die Therapie unumgehend eingeleitet werden sollte. Ein Behandlungsansatz kann den Einsatz von Antibiotika erforderlich machen. Bei einem Verdacht auf das OPSI-Syndrom wird meist zu allererst Antibiotika verabreicht, da dieses schnell geht und eine hohe Bandbreite von Bakterien bekämpft. Nach einem Antibiogramm, bei der die Resistenz gegen unterschiedliche Erreger ermittelt wird, kann auf spezifischere Antibiotika gewechselt werden.

Je nach Verlauf der Erkrankung, muss der Patient beatmet werden und die Sauerstoffsättigung im Blut überwacht und gegebenenfalls reguliert werden. Je nachdem welche Organe durch die Sepsis angegriffen werden, müssen organersetzende Maßnahmen eingeleitet werden. Neben der Beatmungstherapie kann dies auch Nierenersatzverfahren und extrakorporale Membranoxygenierung, bei der alle Atemfunktionen des Patienten von einer Maschine übernommen werden, bie der Behandlung von Menschen mit einem OPSI-Syndrom beinhalten.

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Vorbeugung

Als Vorbeugung des OPSI-Syndroms sollte der Patient vor einer operativen Entfernung der Milz gegen die Erreger geimpft werden, die am häufigsten vorkommen.

Auch eine sogenannte Stand-by-Antibiose oder eine dauerhafte Behandlung mit Antiobiotika sind Möglichkeiten, die bei einer Splenektomie in Betracht gezogen werden. Bei der Impfung wird der Einsatz von Pneunomokokken-Vakzinen empfohlen.

Zusätzlich sollten Patienten gegen Haemophilus influenza Typ B sowie Meningokokken geimpft werden. Die Impfung sollte mindestens vierzehn Tage vor der Operation durchgeführt werden, um eine Erkrankung an einem OPSI-Syndrom zu verhindern.

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Quellen

  • Hahn, H., et al.: Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie. Springer, Berlin 2012
  • Hahn, J.-M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013
  • Suttorp, N., et al.: Infektionskrankheiten. Thieme, Stuttgart 2004

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