O'nyong-nyong-Fieber

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für innere Medizin) am 25. Oktober 2016
Symptomat.de O'nyong-nyong-Fieber

Das O'nyong-nyong-Fieber ist eine Viruserkrankung, die durch das gleichnamige Virus ausgelöst wird. Die Krankheit ist in Schwarzafrika verbreitet und wird vorwiegend durch Stechmücken übertragen. Tödliche Verlaufsformen sind bisher nicht bekannt, sodass eine relativ günstige Prognose für die Patienten besteht.

Inhaltsverzeichnis

Was ist das O'nyong-nyong-Fieber?

Bei Infektionskrankheiten treten Mikroorganismen wie Viren, Bakterien oder Pilze in einen Organismus ein, um sich abzusiedeln und zu vermehren. Stechmücken sind als Überträger unterschiedlicher Virusinfektionen bekannt. Eine dieser Infektionen ist das O'nyong-nyong-Virus, das vor allem in Schwarzafrika verbreitet ist.

Sowohl in Kenia und Malawi als auch Mosambik, Tansania und Uganda wurde bislang von der Krankheit berichtet. Dasselbe gilt für schwarzafrikanische Gebiete wie Senegal und die zentralafrikanische Republik. Infizierte leiden nach dem Stich am sogenannten O'nyong-nyong-Fieber. Dieses Fieber kommt in Schwarzafrika relativ häufig vor.

Rund 80 Prozent der Bevölkerung sind schätzungsweise mit der Viruserkrankung durchseucht. Erstmals beschrieben wurde das Fieber im Rahmen einer folgenreichen Epidemie, die Anfang der 60er Jahre in Uganda für Schlagzeilen sorgte. Rund zwei Millionen Menschen waren damals von der Erkrankung betroffen. Wörtlich übersetzt bedeutet „O`Nyong-nyong“ „Gelenkbrechen“. Vermutlich liegt ein extrahumanes Reservoir für das Virus vor.

Ursachen

Die Ursache des O'nyong-nyong-Fiebers ist das O'nyong-nyong-Virus. Bei dieser Virusinfektion handelt es sich um eine Form des RNA-Virus, das zur Gruppe der Togaviren zählt. Humane Zellen werden von RNA-Viren als Wirtszellen genutzt. Einen Mechanismus zur Reparatur von Ribonukleinsäure besitzen die befallenen Zellen nicht.

Aus diesem Grund treten bei RNA-Viren Synthesefehler auf, die mit hoher Mutationsrate verbunden sind. Während sich RNA-Viren vermehren, verändern sie so jede zehntausendste Base. Virusmutanten entstehen, die den Viren beim Versteckspiel mit dem humanen Immunsystem helfen.

RNA-Viren wie das O'nyong-nyong-Virus werden vor allem über den Stich von bestimmten Mücken auf den Menschen übertragen. Zu diesen Mückenarten zählen Anopheles funestus und Anopheles gambiae. Bei beiden Arten handelt es sich um dämmerungsaktive Mücken, die ausschließlich in der Nähe von stehenden Gewässern vorkommen. Das O'nyong-nyong-Virus scheint enge Verwandtschaft zum ebenso Fieber-auslösenden Chikungunya-Virus zu besitzen.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Patienten mit O'nyong-nyong-Virus leiden nach einer gewissen Inkubationszeit an einem Fieberleiden, das mit unterschiedlichen Begleitsymptomen einhergeht. In der Regel beträgt die Inkubationszeit nach dem Stich einer Mücke etwas mehr als eine Woche. In dieser Woche zeigen die Betroffenen keine Symptome.

Erst danach setzt Schüttelfrost ein, der mit Infektionsanzeichen wie Kopfschmerzen vergesellschaftet ist. Das Fieber wird von Schwellungen der Lymphknoten begleitet, die die Aktivität des Immunsystems anzeigen. Ihren Namen haben Fieber und Virus aufgrund der Gelenkschmerzen erhalten, die charakteristischerweise eintreten.

Darüber hinaus kommt es im Verlauf der Fiebererkrankung zu Myalgien und einer starken Abnahme der Leukozyten. Entzündungen im Bereich der Mundschleimhaut sind ein verbreitetes Symptom des Virus. Die Lymphozyten vermehren sich stark, bis eine Lymphozytose vorliegt.

Die Gelenkschmerzen im Rahmen der Viruserkrankung sind meist symmetrisch ausgeprägt und bestehen für mehrere Wochen. Symptome wie Schleimhautentzündungen und Ausschläge bilden sich nach rund zwei Wochen zurück. In Einzelfällen kann die Erkrankung 'still' verlaufen und hat in diesem Fall kein Krankheitsgefühl zur Folge.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Bei entsprechenden Symptomen stellt der Arzt die Diagnose auf das O'nyong-nyong-Fieber mittels typischer Reiseanamnese. Die Verdachtsdiagnose wird über den Antikörpernachweis im Blut gesichert. Dieser Nachweis ist deshalb erforderlich, weil die klinische Symptomatik anderen Viruserkrankungen gleichen kann.

Mit dem Antikörpernachweis führt der Arzt also eine differentialdiagnostische Abgrenzung gegenüber ähnlicher Viren durch. Für Patienten mit O'nyong-nyong-Fieber besteht eine relativ günstige Prognose. Tödliche Verlaufsformen sind nicht bekannt. Normalerweise bildet sich die Krankheit binnen Wochen vollständig zurück und hat eine lange anhaltende Immunität zur Folge.

Behandlung & Therapie

Für Patienten mit O'nyong-nyong-Fieber steht keine kausale Therapie zur Verfügung. Anders als gegen andere Viruserkrankungen können sich Reisende auch nicht gegen das Virus impfen lassen, bevor sie sich in schwarzafrikanische Gebiete begeben. Da keine ursächliche Therapie zur Verfügung steht, erfolgt die Behandlung der Erkrankung ausschließlich symptomatisch.

Gegen die starken Gelenkschmerzen können die Patienten zum Beispiel Schmerzmittel erhalten. Die Gabe von Schmerzmitteln sollte allerdings nicht zu langfristig erfolgen, da ein Abhängigkeitsrisiko besteht. Fiebersenkende Medikamente sind nicht zwingend zu verabreichen und werden nur gegeben, wenn das Fieber bedrohliche Höhe erreicht. Grundsätzlich können die Patienten ihren Körper beim Kampf gegen das Virus unterstützen.

Zu den supportiven Maßnahmen zählt vor allem hinzureichende Flüssigkeitsaufnahme. Vor allem heißer Tee kann die Symptome auf lange Sicht lindern. Obwohl keine Impfung gegen das O'Nyong-nyong-Fieber zur Verfügung steht, existieren einige Vorbeugemaßnahmen. Wer diese präventiven Schritte vor und bei Aufenthalten in Schwarzafrika verfolgt, erkrankt idealerweise nicht an dem Fieber.




Vorbeugung

Im Kontext das O'Nyong-nyong-Fiebers beschränken sich die Vorbeugemaßnahmen auf Schritte, die den infektionsübertragenden Mückenstich verhindern sollen. Zu diesen Schritten zählt die Bekleidung mit langen Kleidungsstücken. Kurze Hosen und T-Shirts laden die übertragenden Mücken geradezu zu einem Stich ein. Schutz vor Mückenstichen gewähren außerdem Moskitonetze.

Darüber hinaus stehen Sprays zum Schutz vor Insektenstichen im Allgemeinen zur Verfügung. Da die infizierten Mückenarten in der Regel nur bei Dämmerung und in der Nähe von stehenden Gewässern aktiv sind, sollten in der Dämmerung Aufenthalte in Gewässernähe vermeiden werden. Eine hundertprozentige Prävention versprechen diese Vorbeugemaßnahmen zwar nicht, zumindest senken sie aber das Risiko auf eine Infektion mit dem Virus.

Bücher über Fieber

Das könnte Sie auch interessieren:

Welche Erfahrungen und Hinweise haben Sie zum Thema O'nyong-nyong-Fieber?

Name oder Pseudonym:

E-Mail: (optional)

(wird nicht angezeigt, nur notwendig, wenn aktuelle Gesundheitsinformationen erwünscht werden)

Kommentar:

(Bitte auf Groß-, Kleinschreibung und verständliche, ganze Sätze achten.)

Sicherheitsfrage: Wieviel sind 30 plus 5?

Bekannt aus: