Nursing-Bottle-Syndrom

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 7. September 2017
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Das Nursing-Bottle-Syndrom betrifft vor allem Babys und Kleinkinder. Denn Karies kann schon im Babyalter entstehen und es sind mehrere oder sogar alle Milchzähne von Karies befallen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist das Nursing-Bottle-Syndrom?

Das Nursing-Bottle-Syndrom ist umgangssprachlich auch als Nuckelflaschenkaries oder Fläschchenkaries bekannt. Es ist eine Form von frühkindlicher Karies, die schon mit dem ersten Milchzahn entstehen kann. Bei falscher Ernährung in Form von zu kohlenhydratreichen, zucker- und fruchtsäurehaltigen Getränken, die mit einer Flasche getrunken werden und unzureichender Mundhygiene entsteht die Fläschchenkaries. Am häufigsten befallen sind die Backen- und Schneidezähne.

Ursachen

Ausgelöst wird die Karies durch zu süße und kohlenhydratreiche Getränke, wie zum Beispiel Fruchtsäfte, gesüßte Tees und auch Milch, die die Kinder mit einem Fläschchen oder einer Schnabeltasse zu sich nehmen. Die Kinder nuckeln sehr lange am Fläschchen und so verbleibt das gesüßte Getränkt länger im Mundraum.

Besonders in der Nacht, wenn ein Kind mit der Nuckelflasche im Mund einschläft, steigt die Kariesgefahr. In dieser Zeit ist die Speichelproduktion eingeschränkt, die die Zähne auf natürliche Weise schützt, indem der Speichel die Säure neutralisiert.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Die oberen Schneidezähne sind bei dieser Form von Karies als Erstes betroffen. Dadurch, dass die Zunge die unteren Schneidezähne schützt, ist es eher selten, dass diese befallen sind. Die ersten Anzeichen von Karies sind bräunliche Verfärbungen an den Zähnen.

Die Zähne sind gegen Süßes und Kälte empfindlich, wenn eine kariöse Zerstörung beginnt. Die ersten Anzeichen sind, wenn das Kind beim Trinken oder Essen über Schmerzen klagt, sofern es diese schon äußern kann. Oft verweigern die Kinder auch zu Trinken oder Essen, wenn sie schon Schmerzen haben. Ändert sich am Trinkverhalten nichts, kann sich die Karies auf das gesamte Kindergebiss ausbreiten.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Entdecken die Eltern die ersten Anzeichen von frühkindlicher Karies, ist ein Gang zum Kinderarzt oder Zahnarzt unumgänglich. Mit nur einem Blick in den Mundraum kann der Arzt die Diagnose stellen. Dazu gehört auch die Analyse mit den Eltern über das gewöhnliche Trink- und Essverhalten des Kindes. Am Anfang ist nur der Zahnschmelz (äußerste Schicht der Zähne) betroffen.

Schreitet die Karies aber weiter voran, kann sie bis in den Zahnnerv (Pulpa) vordringen. Das führt zu starken Schmerzen und kann in besonders schlimmen und hartnäckigen Fällen zu einem Abszess (Vereiterung) im Knochen führen. Dadurch kann der Zahnkeim des darunterliegenden Zahns Schaden nehmen. Das Nursing-Bottle-Syndrom kann so weit fortschreiten, dass die Zähne nicht mehr als über das Zahnfleischniveau hinausreichen.

Brechen die zweiten, bleibenden Zähne durch, wenn noch eine unbehandelte Karies im Mundraum besteht, ist das Risiko hoch, dass die neuen Zähne schneller von Karies befallen werden. Für die Kinder kann diese Art der Erkrankung im Mundraum auch zu Folgeerkrankungen führen.

So kann das Fehlen von Zähnen zu einer späteren Sprachstörung führen. Vor allem das Fehlen der Schneidezähne ist in der Sprachentwicklung von großer Bedeutung um die s-Laute richtig aussprechen zu können. Auch verliert das Gebiss damit einen wichtigen Platzhalter für die nachkommenden zweiten Zähne. Eine Zahnfehlstellung kann die Folge dessen sein.

Komplikationen

Durch das Nursing-Bottle-Syndrom leiden die kleinen Babys oder Kinder an Karies. Dieser befällt dabei die Milchzähne, wobei vor allem die Schneidezähne des Patienten betroffen sind. Weiterhin färben sich die Zähne braun oder schwarz und es kommt zu Schmerzen bei der Einnahme von Flüssigkeit oder Nahrung. Die Kinder können dabei dauerhaft schreien, wenn die Schmerzen nicht gestillt werden können.

Auch kalte und heiße Nahrung kann Schmerzen hervorrufen und die Lebensqualität des Kindes und der Eltern deutlich negativ beeinflussen. Weiterhin kann es auch zu einer Verweigerung des Essens kommen, wenn die Schmerzen aufgrund des Nursing-Bottle-Syndroms zu stark sind. Dadurch kommt es zu einer Unterernährung und zu verschiedenen Mangelerscheinungen.

Sollte es nicht zu einer Behandlung kommen, kann sich das Nursing-Bottle-Syndrom auch auf die anderen Zähne ausbreiten. In der Regel erfolgt die Behandlung des Nursing-Bottle-Syndroms mit Hilfe eines Zahnarztes. Der Eingriff erfolgt ohne Komplikationen und die Beschwerden werden dabei vollständig entfernt. Auch die Lebenserwartung des Kindes wird aufgrund des Nursing-Bottle-Syndroms nicht beeinflusst. In schwerwiegenden Fällen müssen einige Zähne möglicherweise entfernt werden.

Behandlung & Therapie

Die Behandlung bei den Kleinen erweist sich häufig als schwierig. Dadurch, dass starke Schmerzen die Folge einer Behandlung sind und die Kinder Angst haben erfolgt diese meist in Vollnarkose. Ist die Zerstörung durch die Karies eher oberflächlich und noch nicht tief in den Zahn eingedrungen, werden diese Zähne aufgebohrt und mit einer Füllung versehen. Das Ziehen von Zähnen versucht der Zahnarzt so gut wie möglich zu vermeiden, da ansonsten ein wichtiger Wegweiser für die nachkommenden Zähne fehlt.

Eine Wurzelbehandlung ist dann nötig, wenn die Karies sich schon bis zum Zahnnerv fortgeschritten ist. So wird versucht den Zahn möglichst lange zu erhalten, ohne ihn ziehen zu müssen. Es ist möglich den Zahn anschließend mit einer Füllung zu versorgen, um eine weitere Infektion zu vermeiden. Das muss in Absprache mit den Eltern erfolgen, denn wenn keine Zahnpflege durchgeführt wird, ist diese Methode unbrauchbar. Zudem muss die Milchzahnwurzel fast vollständig wieder intakt sein. In vielen Fällen ist es allerdings unumgänglich, die Zähne zu entfernen.

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Vorbeugen

Um das Auftreten des Nursing-Bottle-Syndroms zu vermeiden ist besondere Aufmerksamkeit seitens der Eltern und des Kinderarztes gefragt. Da in diesem Alter noch keine Untersuchung beim Zahnarzt gängig ist, sollte der Kinderarzt bei der ersten Unauffälligkeit eine Überweisung zum Zahnarzt ausstellen. Um sein Kind vor frühkindlicher Karies zu schützen, sollte darauf geachtet werden, dass die Kinder nicht dauerhaft an der Flasche nuckeln.

Die Flasche vor dem Einschlafen aus dem Mund nehmen und nach dem ersten Lebensjahr sollte die Flasche abgesetzt werden. Es werden keine gesüßten Flüssigkeiten angeboten, sondern Wasser oder ungesüßter Tee. Auch die tägliche Zahnreinigung (morgens und abends) ab dem Durchbruch des ersten Zahnes mit einer Bürste ist eine wichtige Vorbeugungsmaßnahme um Karies gegen zu wirken.

Vom Kinderarzt wird empfohlen, Fluortabletten zu geben oder später mit einer fluorhaltigen Zahnpasta zu putzen. Die Eltern sollten gut über die Prophylaxe informiert werden und animiert werden diese auch durchzuführen.

Bücher über Karies & Zahnschmerzen

Quellen

  • Gängler, P., et al.: Konservierende Zahnheilkunde und Parodontologie. Thieme, Stuttgart 2010
  • Meyer-Lückel, H., et al.: Karies. Thieme, Stuttgart 2012
  • Meyer-Lückel, H., Paris, S., Ekstrand, K. (Hrsg.): Karies: Wissenschaft und Klinische Praxis. Thieme, Stuttgart 2012

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