Nuklearmedizin

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 24. November 2016
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In den Bereich der Nuklearmedizin fallen kernphysikalische Verfahren und radioaktive Substanzen, deren Einsatz in der Medizin in der Diagnostik erfolgt. Darunter werden ebenfalls die offenen Radionuklide verstanden. Ein weiteres Kapitel der Nuklearmedizin stellt der Strahlenschutz in Verbindung mit medizinischen, biologischen und physikalischen Grundlagen dar.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Nuklearmedizin?

Es handelt sich um ein umfangreiches medizinisches Fachgebiet, das sich in mehrere Teilbereiche gliedert. Im Rahmen dieses Gebietes gelangen radioaktive Substanzen zum Einsatz. Dazu gehören Radioisotope, biologische Stoffe, Radiopharmaka und weitere Stoffe.

Außerdem gibt es in diesem Bereich die Funktions- und Lokalisationstechnik. Des Weiteren fallen die offenen Radionuklide in den Bereich der Nuklearmedizin, die wie die Radiojodtherapie in der Therapie angewandt werden. Komplettiert wird der Aufgabenbereich durch den Strahlenschutz, der sich durch medizinische, biologische und physikalische Grundlagen definiert.

Innerhalb dieses Bereiches erfolgt die Anwendung weiteren Wissens wie der Pathogenese, der Symptomatologie von Erkrankungen und der Ätiologie. Im Rahmen der Nuklearmedizin erfolgt ferner die diagnostische Planung der Behandlung in Verbindung mit der Dosisberechnung und dem Strahlenschutz.

Funktion, Wirkung & Ziele

Die Behandlung mit der Nuklearmedizin erfolgt durch einen Strahlentherapeut. Bei Beginn der Therapie trägt der Therapeut Radiopharmaka auf das zu behandelnde Organ oder die entsprechende Fläche des Körpers auf. Von den aufgetragenen Radiopharmaka kommt es zu einer Abgabe von Betastrahlen, wobei diese Strahlenform nicht so belastend wirkt wie Gammastrahlen. Teilweise werden Flächen bemalt, die während der Zeit der Behandlung nicht mit Wasser in Berührung kommen dürfen.

Zu den bekanntesten Behandlungen gehört die bei bei einer Schilddrüsenüberfunktion oder bei Schilddrüsenkrebs eingesetzte Radiojodtherapie. Mittels einer Kapsel mit dem radioaktiv markierten Jodid-Isotop Jod-131 wird auf dem oralen Wege die Behandlung der Erkrankung vorgenommen. Durch die Anlagerung in der Schilddrüse kann dort bösartiges Gewebe aufgrund von radioaktiver Strahlung freigesetzt werden. Um die genaue Behandlung abzuklären kann es vorher zum Einsatz der Schilddrüsenszintigraphie kommen.

In den Bereich der Nuklearmedizin fallen kernphysikalische Verfahren und radioaktive Substanzen, deren Einsatz in der Medizin in der Diagnostik erfolgt. Ebenso ist der Strahlenschutz ein weiteres Aufgabengebiet der Nuklearmedizin.

Ein weiteres Anwendungsgebiet stellt die Behandlung entzündlicher Prozesse dar, wie bei Rheuma in den Knie- oder Schultergelenken. In diesem Fall wird durch einen Arzt in die Gelenke das radioaktive Isotop Yttrium-90 gespritzt. Ferner kommt die Nuklearmedizin zur Anwendung als Therapie bei neuroendokrinen Tumoren, auch als Karzinoide bekannt. Ärzte setzen auf die Wirkung der Stoffe Lutetium-177 oder Yttrium-90. Des Weiteren steht das Non-Hodgkin-Lymphom (NHL) im Mittelpunkt der Behandlung mit der Nuklearmedizin. In diesem Fall kommt die Radioimmuntherapie zur Anwendung.

Die Grundlage dieser Behandlung, bei der Y-Ibritumomab-Tiuxetan eingesetzt wird, stellt eine Antikörpertherapie dar. Zu den weiteren Anwendungsgebieten gehört außerdem die Myokardszintigrafie, mit der es zur Abklärung von Herzinfarktnarben oder der Durchblutung des Herzmuskels kommt. Durchgeführt wird diese Untersuchung in der Regel in Form einer kombinierten Belastungs- und Rückverteilungszintigraphie.

Überwiegend wird zur Erzeugung der Belastung auf den Fahrradergometer gesetzt. Ferner wird die Nuklearmedizin für die Knochenszintigraphie eingesetzt. Dabei wird der komplette Knochenbau von Menschen auf Knochentumore sowie auf Karzinommetastasen untersucht. Mit diesem Verfahren lässt sich außerdem herausfinden, ob Entzündungen an den Gelenken oder an den Knochen vorliegen. Abgeklärt wird ferner, ob Beschwerden aufgrund von Knochenverletzungen oder einer Lockerung von Gelenkprothesen entstehen.

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Risiken, Nebenwirkungen & Gefahren

Bei der Anwendung dieser Verfahren treten in der Regel kaum Nebenwirkungen auf. Dies gilt für Untersuchungs- sowie für Therapieverfahren im Rahmen der Nuklearmedizin. Sofern Nebenwirkungen auftauchen, kann es sich um örtliche Reizungen handeln. Allerdings ist ebenfalls das Auftreten von Wasseransammlungen oder Entzündungen möglich. Doch lassen sich Nebenwirkungen bei Behandlungen von Krebserkrankungen nicht ganz ausschließen.

Letztendlich hängt dies von der Dosis einer Bestrahlung und der Schwere der Krebserkrankung ab. Sofern nur schwach strahlende Substanzen zur Behandlung der Erkrankung eingesetzt werden, wird die Belastung für den Körper gering ausfallen. Als wichtigster Faktor gilt in diesem Fall die Halbwertzeit, die zu einem großen Teil sehr gering ausfällt. Nur wenige Stunden nach der Behandlung kann ein großer Teil der Radioaktivität bereits abgebaut sein, was durch viel Trinken gefördert wird.

Ein Risiko ist ferner in den psychischen Faktoren zu sehen, die aufgrund der eingeschränkten Tagesplanung entstehen können. Als weitere Nebenwirkungen können während der Behandlung Abgeschlagenheit, Kopfschmerzen und Appetitlosigkeit auftreten. Zudem ist die Diagnose Krebs nur schwer zu verkraften. Jedoch handelt es sich um Nebenwirkungen, die mit dem Ende der Behandlung nachlassen. Wie stark die Beschwerden auftreten, hängt zudem von der Größe des Tumors beziehungsweise des Behandlungsfeldes ab. Jedoch kann es zu Spätschäden kommen, zu denen eine Fatigue gehört. Es kann vorkommen, dass die Belastbarkeit nach dem Ende der Bestrahlung weiter eingeschränkt bleibt. In diesem Fall ist es wahrscheinlich zur Entwicklung einer sogenannten Fatigue gekommen.

Dabei liegt ein sogenanntes Erschöpfungssyndrom vor, welches nicht mit einer normalen Müdigkeit zu vergleichen ist. Mit gezieltem Training kann der Körper wieder zu mehr Leistungsfähigkeit geführt werden. Nicht ausgeschlossen ist heute, dass sich unter den zu behandelnden Patienten mit einem Defibrillator oder einem Herzschrittmacher befinden. Dabei müssen die behandelnden Ärzte mit entscheiden, welche Form der Behandlung bei ihren Patienten möglich ist. Berücksichtigt werden muss bei einer solchen Behandlung die individuelle Situation der Patienten.

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