Noroviren (Norovirus-Infektion)

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 22. August 2017
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Im Zusammenhang mit einer starken und teilweise lebensgefährlichen, gleichnamigen Infektion des Magens und des Darmtraktes sind in der Gegenwart insbesondere die Noroviren bzw. die daraus resultierende Norovirus-Infektion ins Gespräch gekommen.

Inhaltsverzeichnis

Definition Noroviren (Norovirus-Infektion)

Die Noroviren stehen bei der sogenannten Norovirus Gastroenteritis im Mittelpunkt in Bezug auf hartnäckige Durchfälle. Aufgrund dieser Tatsache kann der Norovirus bei älteren Personen und Kindern zu bedenklichen Komplikationen führen.

Die Noroviren gelten als sehr infektiös, was bedeutet, dass die Noroviren-Infektion zu den übertragbaren und ansteckenden Erkrankungen gehört. Der Novovirus ist ein überaus lebensstarker Virus, der insgesamt aus drei Arten besteht. Innerhalb dieser einzelnen Typen existieren wiederum etwa 20 Unterarten des Norovirus.

Die Norovirus-Infektion kann sich auch deshalb so extrem schnell ausbreiten, weil das menschliche Immunsystem keine natürliche Abwehr aufbauen kann. Norovieren gelten als enorm widerstandsfähig. Die Voraussetzung dafür stellt deren erstaunliche und beinahe beängstigende Wandlungsfähigkeit dar.

Ursachen

Die Norivoren, als Ursache für die Norovirus-Infektion, überleben auf Übertragungsweg, der unter der Bezeichnung fäkal-oral bekannt ist. Dies bedeutet, dass ein Mensch, der den Norovirus bereits in sich trägt, in seinem Kot die Überträger abgibt.

Der orale Kontakt findet durch die Aufnahme der Noroviren über den Mund statt. Dieser Übertragungsweg der Noroviren für die Noroviren-Infektion basiert auf dem direkten Kontakt vom Infizierten zum Gesunden. Darüber hinaus können sich Menschen über verschiedene Nahrungsmittel anstecken, in denen die Noroviren enthalten sind, die durch Mund beim Essen aufgenommen werden.

Wie gefährlich die Noroviren sind, zeigt sich darin, dass bereits eine Menge von 10 Noroviren ausreichend ist, um an einer Noroviren-Infektion zu erkranken.

Typische Symptome & Anzeichen

Krankheitsverlauf

Nach dem Eindringen der Noroviren in den Organismus tritt zunächst die Inkubationsphase auf, in der sich die Noroviren vermehren. Nach dieser Inkubationszeit, die in der Regel nicht länger als 2 Tage dauert, kommt es bei der Noroviren-Infektion zu den ersten Symptomen.

Neben akut auftretendem heftigem Durchfall und Erbrechen ohne vorherige Beeinträchtigung des Wohlbefindens ist die Noroviren-Infektion durch einen extrem Verlust an Körperflüssigkeit gekennzeichnet. Dies geht gleichsam einher mit einer Verschiebung des Elektrolythaushaltes einher, was ein Kreislaufversagen und einen teilweise oder kompletten Funktionsverlust verschiedener Organe durch die Noroviren bedingt.

Ein klassisches Anzeichen, die während des gesamten Krankheitsverlaufs bei der Norovirus-Infektion erhalten bleiben, ist der hartnäckige Brechdurchfall. Insbesondere bei Säuglingen, Kindern und durch Alter oder Krankheit geschwächten Personen kann die Norovirus-Infektion schnell zum Tode führen.

Komplikationen

Eine Infektion mit Noroviren fühlt selten zu Komplikationen. Sollten sie auftreten, sind vor allem kleine Kinder und ältere Menschen betroffen, die dann entsprechend medizinisch versorgt werden müssen. Noroviren entwässern den Körper aufgrund ihrer Eigenheit, Durchfall und Erbrechen auszulösen sehr stark.

Entsprechend muss auf einer erhöhte Zufuhr von Flüssigkeit und Nährstoffen geachtet werden. Erfolgt dies nicht, kann der Körper durch den Wasser- und Elektrolytverlust stark geschwächt werden. Dadurch können Krampfanfälle, Thrombosen und Schockzustände erfolgen.

Die Austrocknung kann dabei zu einem Herz-Kreislaufversagen führen, welches unter Umständen tödlich verläuft. Auch Schädigungen der inneren Organe sind durch Dehydration und ein Stoffwechselungleichgewicht in den Zellen möglich. Besonders sind hier Organe betroffen, die an Stoffwechselkreisläufen teilnehmen. Darunter fallen beispielsweise die Nieren und die Leber.

Hält der Körper den kurz andauernden, aber heftigen, Krankheitserscheinungen nicht mehr stand, droht der Tod. Dies ist allerdings in weniger als 0,1 Prozent der Erkrankungen der Fall und lässt sich durch eine ausreichende Gabe von Wasser und Nahrung gut verhindern. Die meisten Personen, die letzten Endes an den Komplikationen durch Noroviren sterben, sind über 80 Jahre alt.

Behandlung & Therapie

Zur Behandlung der Noroviren-Infektion eignen sich alltagstaugliche Maßnahmen wie eine reichliche Aufnahme von mineral- und elektrolythaltigen Flüssigkeiten. Ist dies nicht durch den Mund möglich, wenn die Patienten stark geschwächt sind, dann sind Infusionen eine geeignete Alternative, um den Elektrolyt- und Flüssigkeitshaushalt wieder auszugleichen.

Eine günstige Wirkung haben die aufgenommenen Flüssigkeiten bei der Norovirus-Infektion ebenfalls, um die Noroviren aus dem Darm auzuschwemmen. Weitere therapeutische Maßnahmen bei der Norovirus-Infektion sind Ruhe und keine körperliche Belastung. Diätkost soll den Körper bei einer Norovirus-Infektion bei Kräften halten. Außerdem können kochsalzhaltige, mit Kaliumchlorid und Traubenzucker oder Glukose versetzte Spezialflüssigkeiten oder Infusionen stark gefährdete Personengruppen vor einem Kreislaufversagen durch eine Norovirus-Infektion zu schützen.

Um gleichzeitig sowohl das Erbrechen als auch den Durchfall zu bekämpfen, wird die Norovirus-Infektion durch eine Verabreichen von Medikamenten gegen das Erbrechen und die Übelkeit, den sogenannten Antiemetika bekämpft. Antibiotika wirken gegen Noroviren nicht.

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Vorbeugung

Im Rahmen der vorbeugenden Maßnahmen gegen eine Norovirus-Infektion sind sowohl die Menschen in ihrem privaten Umfeld selbst als auch öffentliche Einrichtungen gefordert. Grundsätzlich gibt es keine Schutzimpfung gegen den Norovirus.

Die Verbreitung der Noroviren kann nur dann eingedämmt werden, wenn die Hygiene an oberster Stelle steht. Das Reinigen, besser das Desinfizieren der Hände nach dem Toilettengang und das intensive Garen von Lebensmitelln, in denen Noroviren enthalten sein können, stellen äußerst wirksame Prophylaxen dar, um die Noroviren-Infektion zu vermeiden.

Vorrangig roher Fisch und verschiedene Meeresfrüchte tragen häufig den Norovirus in sich. Schutzkleidung und die Einhaltung der Hygienevorschriften sind in gemeinschaftlichen Einrichtungen unerlässlich, um sich nicht mit dem Norovirus anzustecken.

Bücher über Noroviren (Norovirus-Infektion)

Quellen

  • Darai, G., Handermann, M., Sonntag, H.-G., Zöller, L. (Hrsg.): Lexikon der Infektionskrankheiten des Menschen. Springer, Berlin 2012
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016
  • Suttorp, N., et al.: Infektionskrankheiten. Thieme, Stuttgart 2004

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