Nikotinpflaster

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 25. November 2016
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Ob Nikotinpflaster tatsächlich helfen, den Nikotinentzug zu erleichtern oder ob sie ihn eher erschweren, ist umstritten. In vielen Studien wird die Nikotinersatz-Therapie über das Nikotinpflaster befürwortet. In anderen Untersuchungen aber spricht man ihr jede Wirkung ab. Obwohl man deutlich leichter mit dem Rauchen aufhören kann, weil das Nikotinpflaster den Suchtstoff liefert, gilt auch: Nikotinpflaster halten einen Ex-Raucher süchtig. Daher ist die Rückfallquote bei den Menschen, die mit Nikotinpflaster entzogen haben, hoch.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Nikotinpflaster?

Ein Nikotinpflaster ist eine einfach anwendbare Ersatztherapiemöglichkeit, bei der mittels eines Pflasters eine bestimmte Menge Nikotin über die Haut zugeführt wird.

Man spricht beim Nikotinpflaster auch von einem "transdermalen" oder therapeutischen Pflaster. Das Nikotinpflaster ist lediglich das Transportmittel, durch das ein Stoff - ähnlich wie die Hormone beim Hormonpflaster - leicht und in kontrollierbarer Dosierung verabreicht werden kann.

Nikotinpflaster sollten nur auf unverletzten Hautpartien verwendet werden, da der Wirkstoff Nikotin ein stark wirkendes Gift ist. In offene Wunden gebracht, können durch das Nikotinpflaster unbeabsichtigte Nebeneffekte auftreten. Auf eine korrekte Anwendung ist bei einem Nikotinpflaster immer zu achten, damit es richtig wirken kann.

Formen, Arten & Typen

Bekannt sind Nikotinpflaster seit etwa 20 Jahren. Die Idee basiert auf einer kontrollierten Verabreichung von reinem und toxischem Nikotin, die ohne Probleme auch im Alltag gewährleistet ist. Man unterscheidet beim Nikotinpflaster verschiedene Formen, Arten und Typen.

Außerdem kann die Abgabemenge an Nikotin in verschiedenen Stärken gegeben sein. Kettenraucher benötigen ein anderes Nikotinpflaster als Menschen, die nur gelegentlich Zigarettenrauch inhalieren. Die Höchstdosierung beim Membranpflaster eignet sich beispielsweise nur für Menschen, die über 20 Zigaretten täglich rauchen. Dank des Nikotinpflasters wird eine gleichmäßige Verabreichung des Wirkstoffes garantiert.

Der Griff zur Zigarette wird damit unnötig. Moderne Nikotinpflaster sind häufig Matrixpflaster, bei denen die Klebeschicht ohne dazwischen liegendes Medium auf der Haut zu liegen kommt. Bei anderen Nikotinpflaster-Modellen ist eine Membran dazwischengeschaltet. Einige Nikotinpflaster wechselt man täglich, andere können mehrere Tage auf der Haut verbleiben. Außerdem kennt man so genannte Depotpflaster, bei denen größere Wirkstoffreserven eingebracht werden. In manchen Nikotinpflastern werden Resorptionsbeschleuniger eingebaut, die die Aufnahme des Nikotins über die Haut erleichtern sollen.

Heutzutage forscht man bereits an weiteren Formen, mit denen Nikotinpflaster effektiver werden sollen. Dem passiven Diffundieren des Wirkstoffes durch die geöffneten Poren möchte man ein aktives Verabreichen von Nikotin durch das Nikotinpflaster als Medium entgegensetzen. Nikotinpflaster werden versuchsweise mit elektromagnetischen Feldern, Dosierpumpen oder Nadeln ausgerüstet, um eine bessere Aufnahme der Wirkstoffe zu erzielen. Solche Nikotinpflaster wären individuell dosierbar.

Aufbau, Funktion & Wirkungsweise

Ein Nikotinpflaster ist eine einfach anwendbare Ersatztherapiemöglichkeit, bei der mittels eines Pflasters eine bestimmte Menge Nikotin über die Haut zugeführt wird.

Ein klassisches Nikotinpflaster nach herkömmlichem Muster besteht immer aus einer Abdeckfolie, einer Abziehfolie und einer klebrigen Pflasterfläche, in der sich manchmal eine nicht klebrige Auflage befindet. Die meisten Nikotinpflaster muss man nach drei Tagen wechseln.

Bei den Depotpflastern kann es durch mechanische oder andere Einwirkungen gelegentlich zu schlagartigen Entleerungen der Wirkstoffe kommen, weswegen die Nikotinpflaster mit Matrix als sicherer gelten. Problematisch ist beim Nikotinpflaster immer die Dosisbemessung.

Die Haut nimmt Substanzen aus einem Nikotinpflaster unterschiedlich schnell und individuell gut auf. Daher wird der Aufbau neuer Nikotinpflaster sich vermutlich etwas ändern.

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Medizinischer & gesundheitlicher Nutzen

Auch wenn einige Studien am medizinischen und gesundheitlichen Nutzen von Nikotinpflastern Zweifel aufkommen lassen, gelten Nikotinpflaster im Rahmen einer in Eigenregie durchführbaren Substitutionstherapie als sinnvoll.

Man kann deutlich leichter auf das Rauchen verzichten. Da das Inhalieren weitaus schädlicher ist als die Applikation reinen Nikotins über ein Nikotinpflaster, ist der Gesundheitsnutzen beachtlich. Kritisiert wird aber die bleibende Abhängigkeit vom Suchtstoff. Das Nikotinpflaster wird mithin auch für hohe Rückfallquoten verantwortlich gemacht. Eine Studie, über die das Magazin "Der Spiegel" berichtete, kam zu dem Ergebnis, dass Nikotinpflaster auf lange Sicht absolut nutzlos sind.

Als langfristig wirksamer Rückfallschutz kommt ein Nikotinpflaster alleine nicht in Frage. Es müsste mit weiteren Maßnahmen zur Suchtbekämpfung kombiniert werden. Zum Einstieg in den Ausstieg eignet sich ein Nikotinpflaster aber ideal.

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