Nikotinersatztherapie

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 24. November 2016
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Wer schon einmal längere Zeit geraucht hat und mindestens einmal versucht hat, sich das Rauchen abzugewöhnen, weiß, wie schwer das Durchhalten ist. Entzugserscheinungen sind unangenehm und können den Entschluss wieder ins Wanken geraten lassen. Eine Nikotinersatztherapie kann vorübergehend bei der Entwöhnung helfen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Nikotinersatztherapie?

Viele Raucher schaffen es nicht, aus eigenem Antrieb mit dem Rauchen aufzuhören, weil die Nikotinabhängigkeit zu stark ist, besonders, wenn man über einen langen Zeitraum geraucht hat. Deshalb wird in einer Nikotinersatztherapie Nikotin in dosierter Form dem Körper zugeführt, um körperliche Entzugserscheinungen zu mildern.

Die Ersatzprodukte geben zwar auch Nikotin ab, aber in geringerer Form und langsamer als Zigaretten. Außerdem enthalten Nikotinersatzprodukte weder Teer, noch Kohlenmonoxid oder andere krebserregende Stoffe, die in Zigaretten enthalten sind. Solche Niktotinersatzprodukte werden als Nikotinkaugummis, -pflaster, -lutschtabletten, - inhalatoren (E-Zigarette) oder -nasensprays angeboten.

Funktion, Wirkung & Ziele

Nikotin ist mit verantwortlich für die Abhängigkeit der Raucher von Tabakprodukten, aber für sich allein macht es nicht so stark abhängig, wie Tierversuche und Studien über den Drogenkonsum von Menschen zeigen.

In Verbindung mit anderen Stoffen, die in einer Zigarette enthalten sind, erhöht es jedoch die Suchtgefahr. Schon wenige Tage mit mäßigem Zigarettenkonsum können ausreichen, um eine körperliche Abhängigkeit zu erzeugen. Deshalb enthalten Nikotinersatzpräparate ausschließlich Nikotin. Es gibt verschiedene Arten von Nikotinersatzprodukten:

Nikotinpflaster führen dem Körper über eine Membran oder Klebeschicht regelmäßig eine bestimmte Dosis Nikotin zu, damit der Nikotinspiegel konstant bleibt. Es gibt sie in unterschiedlichen Stärken, je nachdem wie viele Zigaretten ein Raucher vorher an einem Tag geraucht hat. Nikotinpflaster sind besonders geeignet für Entwöhnungswillige mit einer mittleren bis schweren Nikotinabhängigkeit und einem relativ hohen Zigarettenkonsum (mindestens 10 bis zu über 40 Zigaretten), der gleichmäßig über den Tag verteilt ist.

In einer Nikotinersatztherapie wird Nikotin in dosierter Form dem Körper zugeführt, durch z.B. Nikotinkaugummis oder -pflaster, um körperliche Entzugserscheinungen zu mildern.

Nikotinkaugummis sollen langsam und behutsam gekaut werden, bis die Wirkung des Nikotins einsetzt. Wenn ausreichend Nikotin aufgenommen wurde, soll das Kaugummi in der Backentasche verbleiben. Nikotinkaugummis sind vor allem für Raucher mit einem niedrigen bis mittleren Zigarettenkonsum (bis zu 15 Zigaretten pro Tag) geeignet. Sie sind helfen auch, wenn das Rauchen hauptsächlich an bestimmte Situationen geknüpft ist, z. B. in Stresssituationen, in Gesellschaft, im Restaurant, vor dem Fernseher, etc.). In diesen kritischen Momenten ist das Nikotinkaugummi ein sinnvoller Ersatz für die Zigarette.

Nikotinlutschtabletten setzen 10 bis 30 Minuten lang Nikotin frei, das über die Mundschleimhaut wirkt. Die Tabletten sind vor allem für mittleren bis starken Zigarettenkonsum, der nicht gleichmäßig über den Tag verteilt ist, geeignet. Normalerweise werden sie als 2-mg-Tabletten empfohlen, aber starke Raucher sollten lieber Tabletten mit 4-mg nehmen.

Nasensprays werden dem Körper schnell über die Nasenschleimhaut zugeführt und sind relativ hoch dosiert. Deshalb eignen sie sich in erster Linie für Raucher mit einem starken Verlangen und einem Zigarettenkonsum von mindestens 30 Zigaretten pro Tag.

Bei einem Nikotininhalator (E-Zigarette) inhaliert man wie bei einer Zigarette über ein Mundstück Nikotin. Der Inhalator enthält neben dem Nikotin zusätzlich Geschmacksstoffe wie Menthol. In einer Patrone sind 10 oder 15 mg Nikotin enthalten.

Bis auf das Nikotinnasenspray sind alle Nikotinersatzpräparate frei verkäuflich in Apotheken zu kaufen.

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Risiken, Nebenwirkungen & Gefahren

Entwöhnungswillige Raucher sollten sich bewusst machen, dass Nikotinersatzpräparate zwar die Entwöhnung auf körperlicher Ebene unterstützen können, aber keinen Ersatz für das Zigarettenrauchen darstellen sollen. Die Nikotinersatztherapie ist lediglich geeignet, die erste Zeit mit den schlimmen körperlichen Entzugserscheinungen zu überbrücken. In erster Linie geht es bei der Raucherentwöhnung darum, ein schädliches Verhalten zu ändern.

Studien belegen eine gute Wirksamkeit der Ersatztherapie als Zwischenschritt zur endgültigen Entwöhnung von der Zigarette. Wenn sie richtig angewandt werden, haben Nikotinkaugummis etc. nur geringe Nebenwirkungen wie Schwindel, Kopfschmerzen, leichte Magen-/Darmprobleme, seltener auch Herzklopfen oder Schmerzen in der Brust. Bei Menschen mit empfindlicher Haut kann es durch Nikotinpflaster zu Hautrötungen und Juckreiz kommen, Kaugummis und Tabletten können die Schleimhäute reizen. Da aber Rauchen dem Körper dauerhaft mehr Schaden zufügt, besonders bei einem hohen Zigarettenkonsum, ist eine vorübergehende Nikotinersatztherapie das kleinere Übel, zumal sie - wie Studien belegen - die Zigarettenentwöhnung wirksam fördern kann.

Die Entscheidung, welche Art von Ersatz in Frage kommt, hängt davon ab, welcher Typ Raucher jemand ist. Für starke Raucher sind am besten Nikotinpflaster geeignet, die in kritischen Situationen bei Bedarf durch Kaugummis oder Tabletten ergänzt werden können. Eine Nikotinersatztherapie sollte sich möglichst nicht länger als 12 Wochen hinziehen, um nicht die Zigarettenabhängigkeit gegen die Abhängigkeit von Nikotinersatzprodukten einzutauschen. Um das Durchhaltevermögen zu verbessern, sind ergänzend Raucherentwöhnungskurse oder -programme sinnvoll, um schon während der Ersatztherapie Verhaltensmaßnahmen für ein rauchfreies Leben einzuüben.

Wer Medikamente nimmt, muss während der Ersatztherapie berücksichtigen, dass durch das Nikotin Medikamente eventuell schneller ausgeschieden werden und während dieser Zeit schlechter wirken. Schwangeren kann eine Nikotinersatztherapie nicht empfohlen werden, weil mögliche gesundheitliche Risiken für das Kind noch nicht erforscht sind. Sie sind mit der herkömmlichen Raucherentwöhnung besser bedient.

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