Nierenschwäche (Niereninsuffizienz)

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 11. September 2017
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Eine Nierenschwäche oder Niereninsuffizienz (auch Nierenversagen) unterscheidet man in eine akute und in eine chronische Ausprägung. Die akute Niereninsuffizienz kann plötzlich und innerhalb weniger Stunden auftreten. Die Ursache ist zumeist eine gestörte Nierendruchblutung. Tritt die Nierenschwäche jedoch häufiger auf oder hält über einen längeren Zeitraum an, so kann von einer chronischen Niereninsuffizienz gesprochen werden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Nierenschwäche (Niereninsuffizienz)?

Bei einer länger dauernden Nierenschwäche (Niereninsuffizienz) sind diese beiden bohnenförmigen Organe im hinteren Teil des Beckens chronisch entzündet. Diese Entzündung führt bei Nierenschwäche zu einer fortschreitenden Zerstörung des Nierengewebes, sodass die Blutreinigung nicht mehr vollständig ablaufen kann. Bleibt die Symptomatik der Nierenschwäche unentdeckt, kann ein akutes Nierenversagen mit Koma eintreten, das lebensgefährlich ist.

Je nach dem Grad der Nierenschwäche wird diese in 5 Stadien eingeteilt. Die chronische Nierenschwäche kann auch lange Zeit unbemerkt bleiben, bis sie zu einem akuten Nierenversagen führt. Das Gewebe der Nieren ist dann so zerstört, dass nur noch ca. 10 % tatsächlich für die Entgiftung funktionieren. Durch die fehlende Entgiftung des Körpers werden bei Nierenschwäche alle anderen Organe in Mitleidenschaft gezogen und die Wasserausscheidung und Reinigung des Blutes muss dann durch eine regelmäßige Dialyse oder eine Transplantation durchgeführt werden.

Ursachen

Nierenschwäche bzw. Niereninsuffizienz tritt in 40% aller Fälle als Folge einer Zuckerkrankheit, Diabetes mellitus, auf. Bei 25 % der Patienten entwickelt sich diese Erkrankung aufgrund nicht bekannter Faktoren. Daneben gibt es auch noch erbliche Faktoren, die eine Zystenbildung in der Niere begünstigen, was ebenfalls zu einer Entzündung der Nierenkörperchen führt. Weiterhin kann Bluthochdruck und die Einnahme von nierenschädigenden Medikamenten bei anderen chronischen Krankheiten zu einer Dauerschädigung und Niereninsuffizienz führen.

Eine genetische Disposition scheint auch eine Rolle bei der Entstehung dieser chronischen Form von Nierenschwäche zu spielen. Es gibt angeborene Fehlbildungen der Harnröhre, bei denen der Urin in die Niere teilweise zurückgespült wird und dort auch zu Entzündungen und chronischer Nierenschwäche führen kann. Davon abgesehen sind Übergewicht und Rauchen Faktoren, die eine Nierenschwäche zusätzlich begünstigen.

Nierenschwäche kann zunächst harmlos mit häufigeren Blasenbeschwerden oder Mattigkeit und Infektionen beginnen. Wer frühzeitig die Symptome entdeckt und behandelt, schützt sich vor der fortschreitenden Zerstörung bei Nierenschwäche und dem lebensgefährlichen akuten Nierenversagen sowie den Folgeschäden.

Typische Symptome & Anzeichen

Die Dialyse ist ein Blutreinigungsverfahren im Rahmen der Nierenersatztherapie bei Nierenversagen.

Krankheitsverlauf

Bei akuter Nierenschwäche ist es wichtig, so früh wie möglich den Arzt zu konsultieren. Krankheitssymptome bei Nierenschwäche ähneln Symptomen einer Erkältung oder Grippe und sind daher oft schwer zu deuten. Mattigkeit, Schwäche, erhöhte Temperatur oder hohes Fieber mit Schmerzen in der Nierengegend oder um die Blase herum, sind Anzeichen, dass eine Nierenerkrankung vorliegt. Zeigt sich zunächst eine Blasenentzündung mit häufigem Harndrang, kann jeder Hausarzt durch eine Urinprobe sofort unter dem Mikroskop erkennen, ob hier akut Erreger für einen grippalen Infekt vorliegen. Diese Erreger werden mit speziellen Antibiotika bekämpft. Sollten die Beschwerden trotzdem nicht binnen drei Tagen verschwinden und die Symptome schlimmer werden, so ist ein Urologe zu Rate zu ziehen oder die Klinik aufzusuchen.

Auch die Beschaffenheit der Haut mit extremer Blässe und die Atem- und Herzfrequenz sowie die Blutfüllung der Halsvenen geben dem Arzt Hinweise auf eine Nierenschwäche. Die Anzahl der weißen Blutkörperchen, das C-reaktive Protein, Leberwerte und Fettwerte sind weitere Anhaltspunkte zur Diagnose für den Arzt. Mediziner sprechen bei Nierenschwäche auch von prärenalem und postrenalem Nierenversagen. In prärenalen Fällen kann der Arzt weitere Komplikationen wie Herzrhythmusstörungen, Infektionen und Lungenödeme verhüten; bei postrenalem Versagen der Niere gilt es Schädigungen durch Urinstau in den Nierenhohlräumen festzustellen. Dann ist eine Nierenpunktion notwendig, wobei auch Gewebe zur histologischen Diagnose entnommen wird.

Komplikationen

Unbehandelt schreitet das Krankheitsbild der Niereninsuffizienz voran, bis es zum völligen Versagen der Nieren kommt. Je mehr Nierengewebe zerstört wird, desto langsamer können die Nieren die aufgenommene Flüssigkeit verarbeiten. Im Endstadium der Niereninsuffizienz reichern sich die Schadstoffe, die durch die Nieren ausgeschieden werden sollten, im Blut an, so dass nur noch eine Dialyse helfen kann. Hier wird das Blut regelmäßig dem Körper entzogen, von Schadstoffen gereinigt und wieder zugeführt- eine langwierige und anstrengende Prozedur.

Da durch die Hormone der Nieren, dem Angiotensin-Aldosteron-Renin-System, auch der Blutdruck reguliert wird, kann es hier zu weiteren Komplikationen kommen. Mediziner sprechen vom renalen, also durch die Nieren ausgelösten, Hochdruck.

Die Liste der weiteren Komplikationen der Nierenleistungsschwäche ist lang: eine erhöhte Neigung zu Knochenbrüchen, Wassereinlagerungen in den Beinen und im Gewebe, Uringeruch der Haut, blass-gelbliche Hautfarbe, Herzrhythmusstörungen, Wasser in den Lungen, vom Gehirn ausgelöste Krämpfe, schlechte Ausscheidung von Medikamenten, Salzmangel, Kaliummangel, Erbrechen und Durchfall. Jede einzelne Komplikation sollte ernst genommen und unbedingt mit dem Arzt besprochen werden.

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Behandlung & Therapie

Sobald bei einer Nierenschwäche (Niereninsuffizienz) das Blut nicht mehr ausreichend gefiltert wird, steigen auszuscheidende Stoffe wie Kreatinin und Harnstoff im Blut an. Dies wird durch eine Blutuntersuchung festgestellt. Je höher der Anteil dieser Stoffe im Blut ist, umso schwächer ist die Funktion der Nieren. Ist der Harnstoffwert auf über 450 Milligramm pro Liter Blut angestiegen, so liegt eine Störung vor. Vor allem ist auch das Ansteigen von Eiweißen im Urin ein sicherer Hinweis auf die Nierenschwäche.

Der Hausarzt wird anhand dieses Wertes durch den Schnelltest eine erste Diagnose stellen. Anhand der GFR, der globulären Filtrationsrate, kann der Hausarzt auch sofort feststellen, wie akut die Erkrankung ist. Vermehrtes Urinsediment ist immer ein Indikator für eine Störung. Anschließend ist dann vor allem die Menge an Kreatinin zu messen. Leider zeigt dieser Wert erst einen Anstieg, wenn die Nierenfunktion bereits um mehr als 50% gesunken ist. Eine Nierenschwäche wird daher leider oft zu spät diagnostiziert.

Damit der Patient nicht in ein akutes Nierenversagen mit Koma fällt, muss dann sofort eine Behandlung eingeleitet werden. Besser geeignet ist für die Diagnose die sogenannte Kreatinin Clearance. Dabei wird festgestellt, wie schnell die Nieren das vorhandene Kreatinin aus dem Blut herausfiltern. Erst bei einem Abfall der Nierenfunktion von 60% spricht man von einer akuten Insuffizienz. Bei einer Nierenschwäche von über 80% muss der Betroffene durch eine Dialyse behandelt werden, um die stark gestörte Blutreinigung maschinell vorzunehmen. Die Dialyse dauert immer mehrere Stunden. Dialysepatienten müssen je nach Schweregrad alle 2-4 Wochen in eine Dialyseabteilung der Klinik gehen, um sich für einige Stunden an ein Dialysegerät anschließen zu lassen. Das ist eine erhebliche Minderung der Lebensqualität.

Um einer Nierenschwäche vorzubeugen, raten Ärzte bei wiederholt auftretenden Blasenentzündungen zu pflanzlichen Medikamenten wie Kräutertees und Tabletten aus Heilkräutern für die Stärkung des Urogenitaltraktes. Eine Abhärtung durch Kneipp Kuren ist ebenfalls empfehlenswert.

Bücher über Nierenschwäche (Niereninsuffizienz)

Quellen

  • Geberth, S., Nowack, R.: Praxis der Dialyse. Springer, Berlin 2014
  • Keller, C.K., Geberth, S.K.: Praxis der Nephrologie. Springer, Berlin 2010
  • Piper, W.: Innere Medizin. Springer, Berlin 2013

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