Nierenquetschung

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für innere Medizin) am 25. Oktober 2016
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Bei einer Nierenquetschung handelt es sich um eine Verletzung der Niere aufgrund von stumpfer Gewalteinwirkung. Sie zählt zu den häufigsten Nierentraumata.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Nierenquetschung?

In der Medizin wird eine Nierenquetschung auch als Nierenprellung oder Nierenkontusion bezeichnet. Dabei können sowohl eine einzelne Niere als auch beide Organe durch stumpfe Einwirkung von Gewalt in Mitleidenschaft gezogen werden.

Die Nierenquetschung gilt nach Definition der AAST (American Association for the Surgery of Trauma) als leichteste Nierentraumaform. Mit einem Anteil von circa 70 Prozent stellt sie auch die häufigste renale Traumaart dar. Begleitet wird die Nierenquetschung von einem Bluterguss (Hämatom), einer Schwellung und Schmerzen in der Flankenregion.

Ursachen

Bei einer Quetschung der Niere besteht oftmals ein Zusammenhang mit einem Polytrauma. Zu den gefährdeten Personenkreisen zählen Menschen, die unter Nierenfehlbildungen leiden und Kinder. Männer sind bis zu vier Mal häufiger von einer Nierenkontusion betroffen als das weibliche Geschlecht.

In etwa 80 bis 90 Prozent aller Fälle werden Nierenquetschungen durch Verkehrsunfälle oder Sportverletzungen hervorgerufen. Manchmal kann aber auch eine Körperverletzung der Grund für die Kontusion sein. Von der Medizin wird die Nierenquetschung in mehrere unterschiedliche Schweregrade eingeteilt. Sie reichen von Grad I bis Grad V.

Rund zwei Drittel sämtlicher Nierenverletzungen entsprechen Grad I. Dabei liegt eine Quetschung der Niere mit einem Bluterguss im Inneren der Bindegewebskapsel vor, von der die menschliche Niere umgeben wird. Das Hämatom dehnt sich im weiteren Verlauf nicht aus. Zwar wird das funktionelle Gewebe der Niere verdrängt, Schaden trägt es jedoch nicht davon.

Bei Schweregrad II liegt ein Einriss des Nierenparenchyms von weniger als einem Zentimeter vor. Ebenso kann ein perirenales Hämatom bestehen. Von Grad III ist die Rede, wenn der Parenchymeinriss mehr als einen Zentimeter umfasst. Grad II und III lassen sich in der Regel noch konservativ behandeln.

Im Falle von Schweregrad IV und V bestehen schwere Nierenverletzungen sowie Schäden an den ableitenden Harnwegen. Dabei kann ein Teil des Nierenfunktionsgewebes zerstört worden sein. Sogar ein Abreißen der ableitenden Harnwege ist möglich. Zur Behandlung gilt daher eine Operation als erforderlich.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Die Symptome bei einer Nierenquetschung können unterschiedlich und zum Teil unspezifisch ausfallen. Nicht immer zeigen sich unmittelbar nach dem Unfall sofort Beschwerden, sondern treten erst etwas später auf. Die meisten Patienten leiden unter starken Schmerzen auf der betroffenen Flankenseite.

Dieser ist meist bohrend, dumpf oder stechend und zeigt sich auf der Hinterseite auf Bauchnabelhöhe. Mitunter strahlen die Schmerzen auch in Richtung Rücken oder Bauch aus. So leiden einige Patienten bei einer Nierenquetschung unter intensiven Rückenschmerzen und Verspannungen.

Zurückzuführen ist dies auf eine ausgeprägte Vernetzung der Nervengeflechte, die zu einer Verkrampfung der Rückenmuskeln führen. Als weiteres typisches Symptom der Nierenkontusion gilt die Bildung eines Blutergusses mit einer Schwellung. Von Bedeutung ist zudem die Hämaturie, bei der sich Blut im Urin zeigt. Mediziner unterscheiden zwischen einer Mikrohämaturie sowie eine Makrohämaturie.

Von einer Mikrohämaturie ist die Rede, wenn der Urin durch das Blut kaum verfärbt wird, während bei einer Makrohämaturie der Betroffene die rötliche Verfärbung schon mit dem Auge erkennen kann. Außerdem lassen sich im Urin komplette rote Blutkörperchen, die intakt geblieben sind, nachweisen. Doch selbst wenn der Urin eine normale Färbung aufweist, kann eine Nierenblutung nicht ausgeschlossen werden.

Allerdings gilt eine Hämaturie als Hinweis auf zahlreiche andere Erkrankungen wie Harnsteine oder Harnwegsinfekte, sodass sie nicht prinzipiell einer Nierenquetschung zuzuordnen ist. Einige Patienten leiden im Rahmen einer Nierenkontusion auch unter Übelkeit und Erbrechen. Bessern sich die Beschwerden nicht oder verschlimmern sich sogar, wird ein Besuch beim Arzt empfohlen.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Beim Arzt erfolgt zunächst die Erfassung der Krankengeschichte, um mögliche Unfälle als Auslöser zu ermitteln. Danach findet eine körperliche Untersuchung statt. Das Feststellen einer Nierenquetschung gilt nicht als schwierig. Wichtig ist jedoch der Ausschluss von schweren Nierenschädigungen, die eine Operation erforderlich machen könnten.

Der Arzt tastet die verletzte Stelle ab und achtet auf Schwellungen, Rötungen und Blutergüsse. Als typisches Anzeichen für eine Nierenquetschung oder Nierenprellung gelten Druckschmerzen. Des Weiteren entnimmt der Mediziner eine Urinprobe, die auf Blutungen überprüft wird.

Zum Nachweis einer Mikrohämaturie kommen spezielle Teststreifen zur Anwendung. Außerdem stehen bildgebende Untersuchungsmethoden zur Verfügung, um mögliche Unsicherheiten auszuschließen. Dazu gehören eine Sonographie (Ultraschalluntersuchung), eine Computertomographie (CT) sowie eine Kernspintomographie (MRT), mit denen sich das genaue Ausmaß der Nierenverletzung ermitteln lässt.

Eine Nierenquetschung verläuft zwar sehr schmerzhaft, hat jedoch nur selten längere Schäden zur Folge. In der Regel ist die Kontusion nach einigen Tagen von selbst wieder verheilt, sodass eine positive Prognose gestellt werden kann.

Behandlung & Therapie

Die Behandlung einer Nierenquetschung besteht aus mehrtägiger Bettruhe und leichter Kühlung der gequetschten Stelle. Dabei gilt die Anwendung der sogenannten PECH-Regel als empfehlenswert. Außerdem sollte der Patient viel Flüssigkeit erhalten. Auf diese Weise lässt sich der Heilungsprozess gut unterstützen.

Zur Behandlung der Schmerzen eignen sich Wirkstoffe wie Ibuprofen oder Diclofenac. Fast immer kann eine Nierenkontusion auf konservative Weise behandelt werden. Operationen finden nur bei hochgradigen Verletzungen der Nieren statt. Um schlimmere Beeinträchtigungen sicher auszuschließen, müssen Ultraschall-Kontrolluntersuchungen und eine Urinuntersuchung stattfinden.




Vorbeugung

Vorbeugende Maßnahmen gegen eine Nierenquetschung sind nicht bekannt. Mitunter kann es sinnvoll sein, aggressive Kontaktsportarten zu vermeiden.

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