Nierenerkrankung (Nephropathie) bei Bluthochdruck

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 20. September 2017
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Bluthochdruck tritt manchmal kurzzeitig auf. Sollten die Werte jedoch dauerhaft höher als normal sein, muss ein Arzt konsultiert werden. Eine Nierenerkrankung, wie die Nephropathie, kann die Folge von unbehandeltem Bluthochdruck sein.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Nierenerkrankung (Nephropathie)?

Eine Nierenerkrankung (Nephropathie) entsteht bei Patienten, die unter Bluthochdruck leiden und diesen nicht oder nur unzureichend behandeln lassen.

Da die Nierenfunktion und der Blutdruck in Wechselwirkung zueinander stehen, entsteht als Folgeerkrankung eine chronische Niereninsuffizienz. Der Blutdruck wird einerseits über die Hormonausschüttung der Niere geregelt. Zum anderen ist die Niere für den Flüssigkeitshaushalt im Körper verantwortlich. Das Zusammenspiel beider Faktoren bestimmt somit den Blutdruck.

Besteht ein dauerhafter Bluthochdruck, kann das Gefäßsystem innerhalb der Niere beschädigt werden. Aber auch eine Schädigung der Niere kann ursächlich für einen Bluthochdruck sein. Eine Nierenerkrankung verläuft zunächst unbemerkt. Je geringer die Nierenfunktion wird, desto mehr Beschwerden stellen sich sein.

Zunächst verspüren die Patienten Müdigkeit und haben weniger Appetit. Es kann zu Kopfschmerzen mit Übelkeit und Erbrechen kommen. Hinzu kommt auch die Einlagerung von Gewebeflüssigkeit (Ödeme), verbunden mit einem Juckreiz der Haut. Diese kann bronzefarbig aussehen. In der Folge treten bei einer Nierenerkrankung Anämie (Blutarmut) sowie eine Herzschwäche auf.

Ursachen

Die Ursache für eine Nierenerkrankung ist die langsame Verkalkung der Nierengefäße. Tritt diese neben den kleinen Kapillaren auch in den großen Gefäßen auf, wird die Niere nicht mehr ausreichend durchblutet. Sie kompensiert diesen Zustand durch die Ausschüttung einer größeren Hormonmenge, die allerdings auch den Blutdruck weiter ansteigen lässt.

Die kleineren Nierengefäße verlieren zunehmend ihre Stabilität. Im Urin ist die Eiweißkonzentration erhöht, weil die so geschädigte Niere ihrer Funktion nicht mehr nachkommen und das Eiweiß entsprechend filtern kann.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Eine Nierenerkrankung, wie Nephropathie, wird vom Arzt zunächst anhand einer Analyse des Urins festgestellt. Je mehr Eiweiß darin vorhanden ist, desto weiter ist die Schädigung der Niere bereits vorangeschritten. Über die Aufnahme der Anamnese erhält der Arzt vorher zusätzliche Informationen zu den weiteren Beschwerden des Patienten, die richtungsweisend für eine Nierenerkrankung sind und die sich über eine anschließende Laboruntersuchung bestätigen lassen.

Beim gesunden Menschen sollten weniger als 20ml/l Eiweiß im Urin vorhanden sein. Bei Werten zwischen 20 und 200 mg/l besteht eine Mikroalbuminurie und damit eine beginnende Nierenerkrankung. Darüber liegende Werte zeigen eine fortgeschrittene Nierenerkrankung an. Die Blutuntersuchung gibt weiteren Aufschluss über die Nierenfunktion. Zusätzliche Organschäden wie etwa von Augen und Herz müssen bei einer diagnostizierten Nierenerkrankung ausgeschlossen werden.

Komplikationen

Wenn eine Nierenerkrankung (Nephropathie) aufgrund von Bluthochdruck verursacht wird, kann sich ohne Behandlung ein Teufelskreis entwickeln, bei welchem sowohl die Nephropathie als auch der Bluthochdruck weiter steigt. Das führt in der Regel zu schwerwiegenden Komplikationen. Wie bereits erwähnt, ist Bluthochdruck eine Ursache der Nephropathie. Die Nierengefäße sind verkalkt und können nicht mehr ausreichend durchblutet werden.

Beim Versuch des Organismus, die Nieren besser zu durchbluten, wird der Blutdruck noch weiter erhöht. Der gestiegene Blutdruck verstärkt allerdings die bereits bestehende Nierenerkrankung und kann im Extremfall zu einem Nierenversagen mit anschließender Dialysepflicht führen. Wenn der hohe Blutdruck nicht behandelt wird, droht außerdem auch ein Totalausfall einer oder gar beider Nieren.

Allerdings sind nicht nur die Nieren betroffen. Der immer weiter steigende Blutdruck birgt außerdem die Gefahr der Entstehung von schwerwiegenden Herzkreislauferkrankungen. Dabei wächst das Risiko für Herzinfarkte oder Schlaganfälle. Komplikationen bei einer Nierenerkrankung (Nephropathie) bei Bluthochdruck können jedoch durch frühzeitige Behandlung des Bluthochdrucks sehr gut vermieden werden.

Wenn bereits eine Nierenfunktionsstörung aufgrund von zu hohem Blutdruck vorliegt, sollte der Blutdruck auf einen Wert von 130/80 mmHg gesenkt werden, um ein Fortschreiten der Nierenerkrankung zu verhindern. Wenn die Nieren schon stark geschädigt sind, ist auch dieser Blutdruckwert noch zu hoch. Um weitere Einschränkungen der Nierenfunktion zu vermeiden, muss der Blutdruckwert neben der Behandlung der Nephropathie dann idealerweise unter 125/75 mmHg gesenkt werden.

Behandlung & Therapie

Nierenerkrankungen durch Bluthochdruck erfordern die Einstellung des Blutdrucks auf optimale Werte. Ist die Nierenfunktion bereits eingeschränkt, sollten die Blutdruckwerte nicht höher als 130/80 mmHg erreichen, um einer weiteren Einschränkung der Nierenfunktion vorzubeugen.

Liegt bereits eine schwere Nierenerkrankung vor, muss der Blutdruck noch weiter gesenkt werden. Als ideal gelten hier Werte bis 125/75 mmHg und darunter. Bei den Medikamenten, die gewöhnlich zur Blutdrucksenkung verordnet werden, gibt es fünf verschiedene Wirkstoffgruppen. Wegen der Nierenschädigung der Patienten kommen jedoch nur Medikamente aus der Gruppe der ACE-Hemmer sowie AT1-Antagonisten für die Behandlung in Frage.

Regelmäßige Kontrollen von Blut- und Urinwerten sowie natürlich der Stabilität der Blutdruckwerte sind in der Folge notwendig. Verschlechtert sich der Zustand der Patienten durch das Fortschreiten der Nierenerkrankung und ist die Nierenfunktion in hohem Maße eingeschränkt, muss die Nierenfunktion durch eine dauerhafte Dialyse (Blutwäsche) ersetzt werden. In der Folge kann eine Nierentransplantation notwendig sein, da die Dialyse und ihre Nebenwirkungen für Patienten mit einer Nierenerkrankung eine große Belastung im täglichen Leben darstellen.

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Vorbeugung

Einer Nierenerkrankung kann durch eine regelmäßige Kontrolle des Blutdruckes vorgebeugt werden. Bei dauerhaft zu hohen Blutdruckwerten, muss schnellstmöglich eine Behandlung erfolgen. Auch bei einer bereits bestehenden Nierenerkrankung ist die regelmäßige Überwachung durch den Arzt wichtig, da das Risiko an anderen Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems zu erkranken bei dieser Patientengruppe entsprechend erhöht ist. Im täglichen Leben sollte auf salzarme Kost geachtet werden.

Bücher über Bluthochdruck

Quellen

  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016
  • Keller, C.K., Geberth, S.K.: Praxis der Nephrologie. Springer, Berlin 2010
  • Piper, W.: Innere Medizin. Springer, Berlin 2013

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