Nierenarterienverkalkung (Nierenarterienstenose)

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 19. September 2017
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Eine Nierenarterienverkalkung, in der Fachsprache auch Nierenarterienstenose genannt, ist eine Art der Arterienverkalkung, bei der eine oder beide Nierenarterien verengt sind. Unbehandelt kann die Erkrankung schlimmstenfalls zu Nierenversagen führen und somit lebensbedrohlich werden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Nierenarterienverkalkung?

Unter einer Nierenarterienverkalkung verstehen Mediziner, wie der Name bereits verrät, eine Verkalkung der Nierenarterien. Dabei verengt sich entweder eine oder gleich beide Arterien und beeinträchtigen auf diese Weise den Blutfluss.

Die Nierenarterienverkalkung kann entweder Auslöser für weitere Erkrankungen sein oder auch selbst als Folgeerkrankung auftreten. Meist steht eine Nierenarterienstenose in direktem Zusammenhang mit Bluthochdruck. Sie kann diesem entweder vorausgehen oder später als Folgeerscheinung durch den hohen Blutdruck entstehen.

Auch Herzerkrankungen können in Verbindung zu einer Nierenarterienverkalkung stehen, besonders etwa die koronare Herzkrankheit oder die arterielle Verschlusskrankheit.

Ursachen

Statistiken zufolge liegen die Ursachen für eine Nierenarterienverkalkung in ca. 80 % der Fälle eine allgemein vorliegende Verkalkung der Arterien im Körper.

Diese entsteht durch Ablagerungen in den Gefäßen, die durch eine ungesunde Lebensweise begünstigt werden. Werden Fett und Cholesterin in großen Mengen und über Jahre hinweg zu sich genommen, lagern sich diese an den Innenwänden der Gefäße ab und führen so zu einer langsamen Verengung. Infolge dieser kommt es unter anderem zu einem Anstieg des Bluthochdrucks.

Dieser Vorgang findet meist an verschiedenen Stellen im Körper statt und kann so auch die Nierenarterien betreffen. Zu den Risikofaktoren, die eine Nierenarterienverkalkung begünstigen, zählen unter anderem Diabetes, Rauchen, ein hoher Cholesterinspiegel, Bewegungsmangel und Stress.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Bei Verdacht auf Nierenarterienverkalkung wird der behandelnde Arzt zunächst den Blutdruck messen. Ein deutlich erhöhter diastolischer Wert kann auf eine Verkalkung hindeuten. Zusätzliche Blut- und Urinuntersuchungen geben weiteren Aufschluss über den Gesundheitszustand des Patienten, ebenso wie ein Ultraschall der Nierenregion.

Auch ein ausführliches Gespräch über die Krankengeschichte und den Lebenswandel kann helfen, eine Diagnose zu stellen. Unter Umständen ist beim Abhören der Nierenregion mit dem Stethoskop ein zischendes Geräusch zu hören. Wird eine Nierenarterienverkalkung frühzeitig erkannt, kann sie meist gut behandelt werden, bevor eine dauerhafte Schädigung der Nieren eintritt. Ist bereits eine Nierenarterienstenose eingetreten, hängt die Prognose vom Grad der Schädigung ab.

Komplikationen

Die Nierenarterienverkalkung (Nierenarterienstenose) kann in den meisten Fällen mit verschiedenen Methoden gut behandelt werden. Wenn sie jedoch unbehandelt bleibt, schreitet die Erkrankung weiter voran. Das hat unter Umständen zahlreiche Komplikationen zur Folge. Aufgrund der Verengung der Nierenarterien werden die Nieren zunächst mit Blut unterversorgt. Um die normale Blutversorgung zu gewährleisten, wird ein Signal ausgesendet, welches eine allgemeine Erhöhung des Blutdruckes im Körper veranlasst.

Dadurch entwickelt sich ein chronischer Bluthochdruck. Außerdem kann sich die Nierenarterie vollkommen verschließen. In der Folge droht eine chronische dialysepflichtige Niereninsuffizienz. Die Entgiftung des Blutes kann dann ohne regelmäßige Blutwäsche nicht mehr ausreichend stattfinden. Es treten harnpflichtige Substanzen ins Blut, die dort zu vielfältigen Schädigungen verschiedener Organe führen können.

Im Extremfall kommt es zu einem Multiorganversagen mit tödlichem Ausgang. Aber auch der chronische Bluthochdruck kann zu vielen Folgeerkrankungen führen, die besonders das Herzkreislaufsystem betreffen. Das Risiko für Herzinfarkte oder Schlaganfälle wächst. Allerdings führt auch eine Behandlung der Nierenarterienstenose nicht in jedem Fall zum Erfolg.

So normalisiert sich der Blutdruck bei einer fibromuskulären Nierenarterienstenose zwar in circa 75 Prozent der Fälle. Sollte sie jedoch von einer Arteriosklerose verursacht worden sein, kann der Erfolg zuweilen auch ausbleiben. Des Weiteren bleibt auch nach einer erfolgreichen Operation ein Restrisiko für einen erneuten Verschluss des Blutgefäßes bestehen.

Behandlung & Therapie

Hat der behandelnde Mediziner eine Nierenarterienverkalkung diagnostiziert, muss eine angemessene Therapie eingeleitet werden. In vielen Fällen lässt sich die Erkrankung recht gut behandeln, indem die krankhaft verengten Arterien geweitet werden.

Dies geschieht mithilfe eines Ballonkatheters, der durch die Blutbahnen bis an die verengte Stelle geschoben wird. Dort wird ein Ballon aufgeblasen, sodass die Arterie wieder geweitet wird und das Blut in normalem Ausmaß fließen kann. Gegebenenfalls kann es notwendig sein, dass diese Prozedur an mehreren Stellen oder auch wiederholt stattfinden muss.

Besonders, wenn die Nierenarterienverkalkung durch dauerhaft erhöhten Blutdruck entstanden ist, können sich die Arterien relativ schnell wieder verengen. Stellt sich durch diese Art der Behandlung keine Besserung ein, besteht die Möglichkeit, eine Gefäßoperation durchzuführen, bei der ein sogenannter Bypass gelegt wird. Die verengte Arterie kann so umgangen und der reguläre Blutfluss wieder gewährleistet werden. Unterstützend kann der behandelnde Arzt Medikamente verordnen, die den Blutdruck senken.

Hierbei muss allerdings die Nierenfunktion immer wieder kontrolliert werden, da die Medikamente sich negativ auf diese auswirken können. Eine gesunde Lebensweise trägt außerdem zur Verbesserung des Arterienzustands und der allgemeinen Gesundheit bei und sollte daher eingehalten werden, um die Verschlimmerung der Nierenarterienverkalkung zu vermeiden.

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Vorbeugung

Da die Ursachen einer Nierenarterienverkalkung in den meisten Fällen in einer allgemeinen Arterienverkalkung liegen, gilt es als Vorbeugung, die Risikofaktoren wenn möglich deutlich zu minimieren. In diesem Zuge sollte das Rauchen eingestellt und Übergewicht abgebaut werden. Eine fettreduzierte und ausgewogene Ernährung wirkt sich ebenso positiv auf die Arterien aus wie regelmäßige Bewegung. Bestehen bereits Erkrankungen wie Diabetes, ein erhöhter Cholesterinspiegel oder Bluthochdruck, sollten diese auf jeden Fall behandelt werden, damit eine Nierenarterienverkalkung gar nicht erst entstehen kann.

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Quellen

  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016
  • Keller, C.K., Geberth, S.K.: Praxis der Nephrologie. Springer, Berlin 2010
  • Piper, W.: Innere Medizin. Springer, Berlin 2013

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