Nierenabszess

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 29. August 2017
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Als Nierenabszess wird eine abgekapselte Eiteransammlung im Nierengewebe verstanden. Nierenabszesse können aus verschiedenen Gründen entstehen und machen in der Regel eine Krankenhausbehandlung notwendig.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Nierenabszess?

Wenn sich Eiter im Nierengewebe ansammelt und einkapselt ist von einem Nierenabszess die Rede. Die Symptome einer solchen, bakteriellen Entzündung sind gravierend, die Patienten leiden unter starken Nierenschmerzen, Fieber und Ausscheidungsstörungen.

Die Hauptschmerzen entstehen in der Flanke, auf der Seite der betroffenen Niere. Die Nierenfunktion wird durch den Abszess nicht beeinträchtigt, dennoch ist eine sofortige Behandlung notwendig, da die Gefahr einer Blutvergiftung droht.

Nierenabszesse können einzeln oder in Gruppen auftreten. Schließen sich mehrere Abszesse zu einem großen Eiterherd zusammen, wird von einem Karbunkel gesprochen. Die Eiteransammlung kann sich in verschiedenen Gebieten der Niere ansiedeln, mitunter ist nur die Nierenrinde betroffen.

Ursachen

Es gibt verschiedene Ursachen, die zur Entstehung eines Nierenabszesses führen können. Häufig entsteht die Eiteransammlung aufgrund einer vorangegangenen Harnwegsinfektion.

Die Bakterien steigen über die Harnwege bis zur Niere auf und sorgen dort für die Entstehung des Eiterherds. Auch Hauterkrankungen kommen als Auslöser für den Nierenabszess in Frage, die Bakterien werden über die Blutbahn bis zur Niere transportiert und kapseln sich dort ab.

Ein durch Hauterkrankungen ausgelöster Abszess befindet sich in der Regel nicht direkt in der Niere, sondern siedelt sich in der Nebenrinde an. Patienten, welche unter Nierensteinen leiden, haben grundsätzlich ein höheres Risiko einen Nierenabszess zu bekommen, daher sollte eine regelmäßige Überwachung bei bekannten Nierensteinen erfolgen.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Der Erstkontakt zum Arzt erfolgt in der Regel aufgrund der heftigen Symptome. Charakteristisch für einen Nierenabszess sind starke Schmerzen in der betroffenen Flanke. Der Arzt verschafft sich zunächst durch ein Gespräch mit dem Patienten einen Überblick und wird dann als bildgebendes Verfahren eine Ultraschalluntersuchung vornehmen.

Parallel hierzu erfolgt eine Untersuchung von Blut und Urin, um die Entzündungswerte in Erfahrung zu bringen. Die Symptome treten in der Regel sehr akut auf und verschlimmern sich stetig. Fieber, Kopf- und Flankenschmerzen sowie Schüttelfrost sind klare Anzeichen für einen Nierenabszess und erfordern eine sofortige Behandlung.

Unbehandelt kann ein Nierenabszess im schlimmsten Fall zur Blutvergiftung führen und somit tödlich verlaufen. Bei rechtzeitiger Behandlung bessern sich die Symptome innerhalb weniger Tage.

Komplikationen

Ein Abszess an den Nieren kann durchaus verschiedene Komplikationen hervorrufen, die in der Regel immer von einem entsprechenden Arzt behandelt werden sollte. Wer auf eine Behandlung verzichtet, setzt sich selbst einem großen Risiko aus. Bei einem Abszess handelt es sich um einen Hohlraum, der mit Eiterflüssigkeit gefüllt ist. Ein solcher Abszess entsteht in den meisten Fällen durch eine bestehende Entzündung, sodass die Bildung von Eiter im Nachhinein auch noch deutlich zunehmen kann.

Bleibt dieses Krankheitsbild ohne jegliche Behandlung, sind weitere Komplikationen vorprogrammiert. Häufig wird ein Abszess an den Nieren von starken und stechenden Kopfschmerzen begleitet. Auch eine erhöhte Temperatur und Übelkeit sind häufige Komplikationen, die im Zusammenhang mit einem Nierenabszess auftreten können. Wer sich an dieser Stelle für eine ärztliche Behandlung entscheidet, der trifft definitiv die richtige Entscheidung.

Ein Abszess an den Nieren muss definitiv ärztlich beziehungsweise medikamentös behandelt werden. Andernfalls kann es sogar zu einer gefährlichen Blutvergiftung kommen, die im schlimmsten Fall sogar bis zum Tod führen kann. Daher gilt: Bei einem Abszess an den Nieren ist der Gang zum Arzt unausweichlich. Nur mit einer entsprechenden Behandlung können Komplikationen und weitere Beschwerden vermieden werden.

Behandlung & Therapie

Ein Nierenabszess wird zunächst mit Antibiotika behandelt, um den Entzündungsherd so schnell wie möglich einzudämmen. Die Patienten werden stationär ins Krankenhaus aufgenommen, um eine Verschlimmerung der Symptome rechtzeitig zu bemerken.

Es wird in der Regel ein Breitbandantibiotika verabreicht, welches innerhalb der ersten drei Tage bereits erste Wirkung zeigt. Eine eingeleitete Antibiotikatherapie muss über einen Zeitraum von mindestens 14 Tagen erfolgen. Auf diese Weise soll verhindert werden, dass sich aus einem Restbestand von Bakterien erneut ein Abszess bilden kann.

Je nach Ausmaß der Vereiterung muss die Ausleitung des Eiters im Rahmen einer Nephrostomie erfolgen. Hierbei wird unter lokaler Narkose ein Katheder durch die Haut ins Nierengewebe eingeführt und der Eiter abgelassen. Eine sofortige Besserung der Symptome und insbesondere der Schmerzen ist die Folge dieser Behandlung. Bei vielen Patienten bilden sich immer wieder neue Abszesse oder Karbunkel. In diesem Fall kann die Entfernung der betroffenen Niere sinnvoll sein, um den Körper vor weiteren Entzündungen zu schützen.

Die Entfernung einer Niere stellt für den Betroffenen keine Beeinträchtigung dar, sofern die andere Niere beschwerdefrei und voll funktionsfähig ist. Die andauernde Belastung des Körpers durch Nierenabszesse birgt für den Patienten deutlich mehr Gefahren, als das Leben mit nur einer Niere.

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Vorbeugung

Um einem Nierenabszess vorzubeugen, sollten einige Verhaltensregeln grundsätzlich beachtet werden. Da ein häufiger Auslöser für einen Abszess eine Harnwegsinfektion ist, sollte diese nach Möglichkeit vermieden werden. Eine ausreichende, tägliche Trinkmenge kann die Entstehung einer Blasenentzündung verhindern. Auch der Verzicht auf Intimsprays oder stark parfümhaltige Seifen kann einer Bakterienbildung in den Harnwegen vorbeugen. Verkühlungen sind häufig der Auslöser für Erkrankungen im Bereich der Harnwege und der Nieren, daher sollten diese unbedingt vermieden werden.

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Quellen

  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016
  • Keller, C.K., Geberth, S.K.: Praxis der Nephrologie. Springer, Berlin 2010
  • Piper, W.: Innere Medizin. Springer, Berlin 2013

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