Nidation

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 29. Januar 2017
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Die Nidation bezeichnet die Einnistung einer befruchteten Eizelle in die Gebärmutterschleimhaut. Diese entwickelt sich zur Versorgung der Eizelle im Anschluss an die Nidation weiter zur Plazenta. Ab dem Zeitpunkt der Nidation gilt die Frau als schwanger.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Nidation?

Befruchtet wird eine Eizelle auf ihrem Weg vom Eierstock in die Gebärmutter, meistens passiert das im Eileiter. Eine späte Befruchtung kann auch noch dann stattfinden, wenn die Eizelle in der Gebärmutter angenommen ist. Während der Reifung der Eizelle hat sich die Schleimhaut der Gebärmutter verdickt, vorbereitend auf die Befruchtung. Eine ausreichend dicke Schleimhaut ist Voraussetzung für die Nidation.

Die Eizelle ist weit größer als ein Spermium, da sie sich eine Weile selbst ernähren können muss. Nach der Befruchtung sind ihre Ressourcen annähernd alle aufgebraucht, doch gerade jetzt braucht sie die Energie für die anstehenden Zellteilungen. Diese bekommt sie durch die Nidation, die sie mit dem Versorgungssystem des Körpers der Frau verbindet.

Die Eizelle setzt sich dazu auf die Oberfläche der Gebärmutterschleimhaut und wird von dieser aufgenommen und umhüllt. Die Schleimhaut bildet Blutgefäße, die zur befruchteten Eizelle führen, um sie mit gelösten Nährstoffen versorgen zu können. Auf diese Weise kann sie dank der Nidation weiterleben, obwohl die eigenen Energieressourcen schon aufgebraucht sind.

Im Anschluss an die erfolgte Nidation gilt die Frau als schwanger, da sich nun der Embryo entwickelt und die Eizelle in den meisten Fällen nicht mehr abstirbt.

Funktion & Aufgabe

Eine Eizelle allein kann sich nur so lange versorgen, wie sie für den Weg vom Eierstock zur Gebärmutter braucht. Wird sie nicht befruchtet, stirbt sie ab, da sie keine Energie und auch keinen Nutzen mehr hat. Eine befruchtete Eizelle dagegen muss mehrere Zellteilungsprozesse durchlaufen und aus einer einzelnen Zelle einen ganzen Embryo mit einer Vielzahl an Zellen entwickeln. Mit ihren annähernd aufgebrauchten eigenen Energieressourcen kann sie dies nicht bewerkstelligen, das Spermium kann ihr ebenfalls nicht die benötigte Energie liefern. Was sie braucht, ist Energie vom Körper der Mutter.

Daher ist die Gebärmutterschleimhaut zur Nidation vorgesehen, denn dieses Gewebe ist dazu in der Lage, ein Versorgungsorgan zu bilden, das nur in der Schwangerschaft entsteht: die Plazenta. Nach der Nidation sammelt sich das vorhandene Schleimhautgewebe an einer Stelle und bildet Blutbahnen zur Versorgung der Eizelle. Die Plazenta, die sich sofort nach der Nidation zu entwickeln beginnt, versorgt den Embryo für neun Monate und wird anschließend bei der Geburt abgestoßen.

Den ersten Schritt zur Entwicklung der Plazenta stellt die Nidation dar. Gleichzeitig bedeutet eine Nidation eine Umstellung des Hormonhaushalts, da der Körper nun erkennt, dass die Eizelle befruchtet wurde und eine Schwangerschaft besteht. Bald nach der erfolgreichen Nidation der Eizelle kommt es also zu den ersten körperlichen Anzeichen einer Schwangerschaft.

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Krankheiten & Beschwerden

Die Nidation selbst ist ein relativ einfacher Prozess, der für sich genommen in den meisten Fällen fehlerfrei erfolgt. Es kann jedoch sein, dass die Schleimhaut der Gebärmutter nicht ausreichend dick für eine Nidation ist und sie deswegen fehlschlägt. Auch andere Probleme mit der Gebärmutterschleimhaut, wie die Endometriose, sind dazu in der Lage, eine Nidation und somit eine Schwangerschaft zu verhindern.

Meistens haben derartige Schwierigkeiten hormonelle Ursachen oder Krankheiten wie der Endometriose, die Veränderungen der Schleimhautbeschaffenheit und -ausbreitung mit sich bringen. Da dann oftmals keine Nidation stattfinden kann, können betroffene Frauen ohne Hilfe nicht schwanger werden.

Auch völlig gesunde Frauen können eine sogenannte Eileiterschwangerschaft entwickeln, die mit der Nidation in Verbindung gebracht wird. Hierbei nistet sich die Eizelle nicht wie vorgesehen in die Gebärmutterschleimhaut ein, sondern verbleibt nach der Befruchtung im Eileiter oder entwickelt sich an einer anderen Stelle im Bauchraum außerhalb der Gebärmutter. Eileiterschwangerschaften können gefährlich sein, da die Eizelle meistens abstirbt und Toxine freisetzt, die für die Frau lebensbedrohlich sein können. Es droht, bei zu später Erkennung, eine Blutvergiftung.

Die Nidation bezeichnet die Einnistung einer befruchteten Eizelle in die Gebärmutterschleimhaut.

Extrem selten ist eine Nidation außerhalb der Gebärmutter, aus der heraus sich trotzdem ein Embryo bildet. In diesen Fällen entwickelt sich das Baby tatsächlich im Bauchraum der Mutter. Unter gewissen Umständen und mit ständiger medizinischer Überwachung kann ein solches Baby ausgetragen, jedoch nicht natürlich geboren werden. Dennoch bewirkt eine solche fehlerhafte Nidation ein großes gesundheitliches Risiko für die Mutter, da die inneren Organe keinen Schutz vor dem Baby haben. Ob das Kind lebensfähig und gesund auf die Welt kommt, ist ebenfalls nicht gewährleistet.

In den Fällen einer fehlerhaften Zellteilung nach der Nidation wird die bereits befruchtete Eizelle vom Körper der Frau abgestoßen und als Blutung – teils unbemerkt - ausgeschieden. Wäre das Kind lebensfähig, bleibt die Schwangerschaft nach der Nidation zwar bestehen, das Kind kommt dann jedoch mit einer Behinderung auf die Welt.

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