Neuroradiologie

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 24. November 2016
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Die Neuroradiologie macht neurologische Strukturen im menschlichen Körper durch die bildgebenden Verfahren der Sonographie (Ultraschall), Computertomographie (CT) und Magnetresonanztomographie (MRT) sichtbar. Sie ist ein Teilgebiet der Radiologie.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Neuroradiologie?

Neuroradiologen sind Fachärzte innerhalb der Radiologie, die eine Zusatzqualifikation zum Neurologen haben. In Deutschland verfügen nur größere Universitätskliniken und Krankenhäuser über eine Erlaubnis zur Weiterbildung in Neurologie. Dieses Fachgebiet beschäftigt sich mit der neuroradiologischen Diagnostik von Veränderungen und Erkrankungen des zentralen und peripheren Nervensystems unter Anwendung des induzierten Strahlenschutzes.

Dazu verwenden die Mediziner bildgebende Diagnoseverfahren. Bildgebende Verfahren (Ultraschall, Röntgen, Tomographie) sind Schnittbilder eines Körperteils. Darüber hinaus stehen diesem Fachgebiet interventionelle Methoden zur Beseitigung festgestellter Erkrankungen zur Verfügung.

Behandlungen & Therapien

Die Neuroradiologie ermöglicht einen punktgenauen Blick in das menschliche Gehirn sowie in das zentrale und periphere Nervensystem. Sie ist nicht nur im Bereich der Diagnose wichtig, sondern findet auch Einsatz bei schonenden Therapien. Durch die bildgebende Diagnostik kann der Neuroradiologe schmerzlindernde Medikamente durch Katheter oder Nadeln zielgenau an die betroffenen Stellen injizieren.

Viele verschiedene Erkrankungen können mittels der Neuroradiologie erkannt und behandelt werden. Leidet der Patient an Rückenschmerzen, werden unter lokaler Betäubung durch kleine Nadeln schmerzstillende Medikamente in die Wirbelsäule gespritzt. Aneurysmen (Gehirnblutung) werden neurochirurgisch (invasive Entfernung) oder endovaskulär (Verschluss durch Katheter mit Platinspiralen) behandelt. Bei einem Schlaganfall wird die gestörte Durchblutung des Gehirns beseitigt. Aus der Leiste wird über einen Katheter ein Stent gesetzt, um die Blutgefäße zu weiten oder ein Blutgerinnsel zu beseitigen.

Die Neuroradiologie macht neurologische Strukturen im menschlichen Körper durch die bildgebenden Verfahren der Sonographie (Ultraschall), Computertomographie (CT) und Magnetresonanztomographie (MRT) sichtbar.

Die Neurologen erkennen und therapieren Schlaganfälle, Tumore (Onkologie), Epilisien, Parkinson, Demenzerkrankungen (Alzheimer), Multiple Sklerose, Hirnblutungen, Ödeme, Gefäßverschlüsse, Gefäßmissbildungen, hämodynamisch relevante Gefäßstenosen (Arteria carotis interna, Halsschlagader), Thrombosen und kleinste Gewebeveränderungen. Wichtig ist die moderne Neuroradiologie bei der Früherkennung von Demenzerkrankungen, denn nicht alle Gedächtnisstörungen sind auf ein demenzielles Syndrom wie Alzheimer zurückzuführen. So kann die Neuroradiologie Demenzerkrankungen schon im Frühstadium erkennen, denn im Gegensatz zu einem Schlaganfall, bei dem innerhalb weniger Minuten das Gewebe des Gehirns nicht mehr durchblutet wird und untergeht, baut sich eine Demenz schleichend auf und wird oft zu spät erkannt.

Einzelne Gehirnregionen verändern sich negativ durch Amyloid-Plaques (Eiweißablagerungen), durch die die Nervenzellen über einen langen Zeitraum absterben. Außerdem bilden sich Neurofibrillen (Faden-Strukturen), die die Hirnaktivität stören. Die bildgebenden Verfahren machen diese Vorgänge zwar nicht sichtbar, ermöglichen jedoch einen abschließenden Befund. Liegt ein verdächtiges Krankheitsmuster vor, stellt die funktionelle Magnetresonanztomographie (fMRT) die endgültige Diagnose.

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Diagnose & Untersuchungsmethoden

Die diagnostischen Methoden der Neurologie sind vielfältig:

  • Röntgenuntersuchungen
  • Schädelbasis-CT (CCT)
  • CT-Angiographie (Kopf und Hals)
  • computertomographische Untersuchung vom Felsenbein
  • virtuelle Otoskopie (Endoskopie des Mittelohrs)
  • CT-Perfusion (Schlaganfälle)
  • kernspintomographische Untersuchungen
  • Diffusionsbildgebung (Bestimmung der Molekularbewegung von Wassermolekülen)
  • funktionelle Magnetresonanztomographie (Messung von Änderungen der Gewebedurchblutung der Hirnregionen)
  • Perfusionsbildgebung (Quantifizierung und Darstellung der Durchblutung von Geweben und Organen)
  • Magnetresonanzspektroskopie (Messung der Gewebezusammensetzung)
  • Diffusion Tensor Imaging (Messung der Diffusionsbewegung von Wassermolekülen im Körpergewebe)
  • Traktografie (nicht-invasive Untersuchungsmethode des Gehirns),
  • Angiographie
  • Sonographie (Ultraschalluntersuchung)
  • Myelographie (radiologische Kontrastdarstellung des Spinalkanals und der Wirbelsäule)
  • Pneumoenzephalographie (Darstellung der Liquorräume des Gehirns).

Während der Untersuchung durch diese bildgebenden Verfahren kann der Patient parallel therapiert werden, wenn ein Katheter ins Gehirn eingeführt wird, um rupturierte Gefäße (Aneurysmen) zu verschließen oder verschlossene Blutgefäße zu öffnen. Auch können mittels Nadeln Medikamente an die zu behandelnde Stelle (z. B. Wirbelsäule) gespritzt werden. Neben diesen klassischen Diagnosemöglichkeiten sind interventionelle Maßnahmen zur Beseitigung krankhafter Zustände möglich: Erweiterung von Gefäßstenosen, Rekanalisation von Gefäßverschlüssen (Trombosen), Verschluss von Gefäßmissbildungen (Aneurysmen).

Ein Patient wird immer dann zum Neuroradiologen geschickt, wenn es wichtig ist, zu verstehen, was im Gehirn passiert. Hat der Patient eine Blutung im Gehirn oder einen Schlaganfall erlitten, oder besteht der Verdacht auf Parkinson, MS oder einen Hirntumor? Der Neuroradiologe findet mithilfe der bildgebenden Verfahren heraus, welche Erkrankung vorliegt. Auch in akuten Verletzungsfällen, zum Beispiel nach einem Unfall, werden Patienten in die Neuroradiologie verbracht, um herauszufinden, ob eine Durchblutungsstörung vorliegt und welcher Natur sie ist. Die Neuroradiologie verwendet zwar nach wie vor die Röntgendiagnose, jedoch ist sie zugunsten moderner Diagnoseverfahren zurückgetreten, da sie das Gehirn selbst nicht sichtbar machen kann.

Die Darstellung der Schädelknochen erfolgt jedoch sehr exakt, daher wird diese Untersuchungsmethode häufig bei Unfallpatienten mit Verdacht auf Schädelbasisbruch angewendet. Die Angiographie ist Standard zur Untersuchungen von Hirnblutungen in Form von Gefäßaussackungen (Aneurysma). Sie beruht gleichfalls auf Röntgenstrahlung, bei der mit einem Kontrastmittel die Gefäße markiert werden, um auf dieser Grundlage ein Röntgenbild zu erstellen. Die Computertomographie (CT) erkennt sowohl die Knochen des Gehirns, als auch das, was innerhalb geschieht, zum Beispiel eine Blutung. Der Patient wird durch eine Röntgenröhre geschoben. Dabei werden Schnitt- oder Schichtbilder angefertigt.

Mit der CT-Angiographie lassen sich nach der Vergabe eines Kontrastmittels auch die Arterien, die für die Durchblutung des Gehirns zuständig sind, visualisieren. Bei der Darstellung minimaler Veränderungen oder Verletzungen kommt das CT jedoch an seine Grenzen, dann ist ein MRT induziert. Die Magnetresonanztomographie (MRT) macht das Gehirn in Form von Dichteunterschieden im Inneren des Gehirngewebes in einer hohen visuellen Auflösung mittels jodhaltiger Kontrastmittel sichtbar. Wasserstoffatome werden durch den Einsatz eines starken Magneten angeregt und richten sich in einem externen Magnetfeld auf, wobei die Atomkerne die für die Untersuchung notwendigen Signale aussenden und die Anfertigung von Schnittbildern ermöglichen.

Die Funktionelle Magnetresonanztomographie (fMRT) veranschaulicht, wie das Gehirn arbeitet und macht eine erhöhte Durchblutung sichtbar. Die Funktionen des Gehirns werden indirekt mittels der Durchblutung gemessen. Nervenzellen benötigen Energie, um einwandfrei funktionieren zu können. Das Gehirn ist das Organ, das am meisten Energie verbraucht. Die Positronen-Emissions-Tomographie fertigt genau wie das MRT Schnittbilder an. Der Unterschied besteht jedoch darin, dass künstliche Tracer injiziert werden, die den Stoffwechselprozess des Gehirns visualisieren. Der Mediziner klärt zuvor ab, ob der Patient in der Vergangenheit schon einmal allergische Reaktionen auf Kontrastmittel, einzelne Bestandteile oder Tracer gezeigt hat.

Einige Diabetes-Medikamente wie Juformin, Siofor, Glucophage oder Diabesin bilden eine Kontraindikation zu den Kontrastmitteln. Im Fall einer Niereninsuffizienz dürfen bildgebende Verfahren auf Kontrastmittelbasis nicht angewendet werden, da diese über die Nieren wieder ausgeschieden werden. Nimmt der Patient regelmäßig Medikamente ein, darf er diese nicht eigenverantwortlich vor der Untersuchung absetzen, sondern muss seinen Hausarzt konsultieren. Tracer sind radioaktiv versetzte, körperfremde (künstliche) oder körpereigene Substanzen, die zur Behandlung beziehungsweise zur Sichtbarmachung von Krebszellen eingesetzt werden.

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