Neuropathologie

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 24. November 2016
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Die Neuropathologie ist mit krankhaften Veränderungen des zentralen und peripheren Nervensystems am verstorbenen, aber auch lebendigen Patienten befasst. Biopsien der Muskeln und Nerven sind neben der Liquorentnahme ein Hauptverfahren der Neuropathologie. Innerhalb Europas ist Deutschland das einzige Land, in dem die Neuropathologie ein eigenständiges Teilgebiet der Pathologie bildet.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Neuropathologie?

Die Pathologie beschäftigt sich mit krankhaften Zuständen und Veränderungen im Körper. Die Neuropathologie ist ein Teilgebiet dieses medizinischen Bereichs. Sie befasst sich mit krankhaften Zuständen und Veränderungen von neurologischem Gewebe.

Veränderungen des Zentralnervensystems fallen genauso in dieses Gebiet, wie solche der Hirnhäute oder der peripheren Nerven. Neben der Großhirnrinde und dem Kleinhirn spielen für die Neuropathologie so außerdem die Hirnnervenkerne und das Rückenmark eine Rolle. Die Neuropathologie ist europaweit gesehen nur in Deutschland ein eigenes Gebiet der Pathologie. Eine Facharztausbildung auf diesem Gebiet qualifiziert deutschlandweit zum Neuropathologen.

Von der Neuropathologie zu unterscheiden sind die Neurologie und die Neurochirurgie sowie die Psychiatrie. Während diese medizinischen Teilgebiete praktische Fächer sind, ist die Neuropathologie ein klinisch-theoretisches Fach. Die Anfänge der Neuropathologie gehen auf das 17. Jahrhundert und einen englischen Arzt namens T. Willis zurück. Im 19. Jahrhundert erlebten die Neurowissenschaften eine Hochzeit und die Neuropathologie festigte sich als medizinisches Fachgebiet.

Behandlungen & Therapien

Wie jede andere Pathologie untersucht auch die Neuropathologie die Herkunft und Entstehungsweise von Veränderungen im organischen Gewebe. Im neuropathologischen Teilgebiet konzentriert sich diese Untersuchung auf neurologisches Gewebe aus dem zentralen und peripheren Nervensystem.

Dieses Gewebe kann Nervengewebe, Rückenmarksgewebe oder Hirngewebe entsprechen. Unter Umständen fällt aber auch Muskelgewebe in den Bereich des Neuropathologen. Neben der Herkunft und Entstehungsweise der Veränderungen spielen auch die Verlaufsform und die Folgen von neurologischen Erkrankungen für die Neuropathologie eine Rolle. Krankhaften Veränderungen des neurologischen Systems kann zum Beispiel eine neurologisch degenerative Erkrankung vorausgehen. Andererseits können auch Tumore oder immunologische Prozesse Veränderungen des zentralen und peripheren Nervensystems verursachen. Neben der Untersuchung von verändertem Gewebe des lebendigen Patienten nimmt die Autopsie von Verstorbenen eine wichtige Stellung innerhalb der Neuropathologie ein.

Die Neuropathologie ist mit krankhaften Veränderungen des zentralen und peripheren Nervensystems am verstorbenen, aber auch lebendigen Patienten befasst.

Der mit bedeutendste Teil des neuropathologischen Aufgabenspektrums bleibt die Forschung. Im 21. Jahrhundert spielt im Hinblick auf neuropathologische Forschungen vor allem die Neurodegeneration durch Erkrankungen wie Alzheimer eine Rolle. Auch die Neuroimmunologie nimmt im Rahmen von Krankheiten wie Multipler Sklerose allerdings eine wichtige Stellung in der neuropathologischen Forschung ein. Insbesondere die Neurologie und Neurochirurgie greifen auf die Erkenntnisse der Neuropathologie zurück. Sie entwickeln auf Basis der neuropathologischen Forschungsergebnisse zum Beispiel Prophylaxen, Diagnostiken und Therapien zu verschiedenen Erkrankungen des Nervensystems. Die Diskussion von neuropathologischen Forschungsergebnissen und neuen Beobachtungen ist in dem theoretischen Fachgebiet an der Tagesordnung. In der Regel finden vor allem fachübergreifende Diskussionen mit Kollegen praktischer Medizingebiete statt.

Da die Neuropathologie selbst nicht praktisch, sondern klinisch-theoretisch ist, kann im Rahmen dieser Fachrichtung eigentlich nicht von einem Behandlungsspektrum die Rede sein. Die Neuropathologie übernimmt die Untersuchung und Aufklärung neurologischer Erkrankungen. Die tatsächliche Behandlung übernehmen praktische Gebiete, wie die Neurologie und die Neurochirurgie. Eventuell kann auch die Psychiatrie die Behandlung übernehmen. Das gilt für Störungen, die sich im Rahmen von neuropathologischen Untersuchungen als unabhängig von krankhaften Veränderungen des neurologischen Systems erweisen.

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Diagnose & Untersuchungsmethoden

Eines der wichtigsten Verfahren in der Neuropathologie sind Muskelbiopsien. Bei einer solchen Biopsie entnimmt der Arzt dem Patienten krankhaft verändertes Muskelgewebe und untersucht im Labor die Ursache für die Veränderung. Diese Methode wird vor allem beim Verdacht auf muskuläre Erkrankungen angewandt. Auch Nervenbiopsien sind für die Neuropathologie aber relevant.

Die Entnahme von Nervengewebe aus dem neurologischen System dient meist der Diagnose von neurodegenerativen Erkrankungen. Insbesondere Entmarkungskrankheiten lassen sich über das Verfahren diagnostizieren. Auch Hirnbiopsien finden im Rahmen der Neuropathologie statt. Bei dieser Art der Gewebeentnahme wird in der Regel ein kleines Loch in den Schädelknochen gebohrt. In dieses Loch führt der Arzt eine Hohlnadel ein, mit deren Hilfe er Gewebe entnimmt. Biopsie-Gewebe wird im Labor biochemisch und molekulargenetisch untersucht. So lässt eine Biopsie die Eingrenzung von möglichen Krankheitsursachen zu. Bei der Entnahme und Untersuchung von tumorösen Veränderungen im zentralen und peripheren Nervensystem überschneidet sich die Neuropathologie mit dem Fachgebiet der Molekularpathologie.

Dieses medizinische Gebiet konzentriert sich auf eine genomische Sequenzanalyse von Tumorzellen. Die Entnahme von neurologischen Gewebsarten kann in der Neuropathologie auch im Zuge einer Autopsie und postmortalen Untersuchung stattfinden. In diesem Zusammenhang dient die Gewebeprobe vor allem der neuropathologischen Forschung. Ebenso wichtig wie die Entnahme von Muskel-, Hirn- und Nervengewebe ist für die Neuropathologie die Entnahme von Liquorproben.

Der Liquor ist auch als Hirnwasser bekannt und füllt die Hohlräume des Gehirns. Aus dem Gehirn fließt dieses Hirnwasser in die äußeren Liquorräume ab. Krankhafte Prozesse im zentralen Nervensystem spiegeln sich im Liquor in erhöhter Zellzahl oder abweichenden Konzentrationen anderer Stoffe wieder. Der Liquor wird im Rahmen einer Liquorprobe aus dem unteren Liquorraum entnommen. Dieser Liquorraum liegt im Bereich der Wirbelsäule und wird zur Entnahme angestochen. Die Untersuchung des entnommenen Hirnwassers hat einen Sprung in der Diagnostik verschiedener neurologischer Erkrankungen zugelassen.

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