Neuroborreliose

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 22. August 2017
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Gemäß den Aussagen von führenden Medizinern gehört die Zecke zu den gefährlichsten Tieren auf der ganzen Welt. So kann eine Zecke ihre Krankheitserreger mit einem einzelnen Biss auf den menschlichen Organismus übertragen. Aktuellen Studien zufolge erkranken immer mehr Menschen an einer mitunter lebensbedrohlichen Neuroborreliose.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Neuroborreliose?

Bei einer Neuroborreliose handelt es sich um eine gefährliche Infektionskrankheit. Für das Auftreten der einzelnen Symptome zeichnet sich eine spezielle Bakterienart verantwortlich.

Da sich die einzelnen Bakterien relativ schnell im menschlichen Organismus ausbreiten, sind oftmals mehrere Organe gleichzeitig von der Infektion betroffen. So kann eine Neuroborreliose beispielsweise zu dauerhaften Schäden an den Augen führen.

Darüber hinaus kann auch das Herz der betroffenen Patienten an Leistungsfähigkeit verlieren. Damit das Auftreten einer Neuroborreliose verhindert werden kann, müssen die möglichen Ursachen zuverlässig bekämpft werden.

Ursachen

Wie bereits erwähnt, tritt eine Neuroborreliose als das Resultat eines Zeckenbisses in Erscheinung. Die verantwortlichen Bakterien werden während des Bisses auf den jeweiligen Körper übertragen.

In der Bundesrepublik Deutschland sind circa 35 Prozent aller Zecken mit dem gefährlichen Erreger infiziert. Da eine Vielzahl der Zeckenbisse von den betroffenen Personen nicht realisiert wird, bleibt eine frühzeitige Behandlung in den meisten Fällen aus.

Darüber hinaus entwickelt nur eine geringe Zahl der infizierten Personen eine klinische Symptomatik. Damit beispielsweise ein multiples Organversagen verhindert werden kann, muss eine Neuroborreliose möglichst schnell diagnostiziert werden.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Die Diagnose einer Neuroborreliose erweist sich in den meisten Fällen als äußerst schwierig. Dennoch kann eine entsprechende Untersuchung vom Hausarzt durchgeführt werden. Im Rahmen der Untersuchung wird unter anderem der bisherige Verlauf der Krankheit einer näheren Betrachtung unterzogen.

Damit eine zielgerichtete Therapie in Angriff genommen werden kann, muss der Patient unter anderem die bisher in Erscheinung getretenen Symptome benennen. So können beispielsweise Kopfschmerzen ein erstes Anzeichen auf eine Neuroborreliose darstellen. Nicht selten klagen die betroffenen Patienten auch über ein dominierendes Gefühl der körperlichen Schwäche. Im Anschluss an die Befragung tastet der behandelnde Arzt die Lymphknoten der betroffenen Person ab.

Eine Schwellung im Bereich der Lymphknoten kann ebenfalls als ein erstes Anzeichen auf eine Neuroborreliose angesehen werden. Im Rahmen der körperlichen Untersuchung kann der behandelnde Arzt auch mögliche Bissverletzungen ermitteln. Sofern ein erster Verdacht auf eine Neuroborreliose besteht, muss eine Blutuntersuchung in Angriff genommen werden. Erst im Anschluss an die Durchführung aller Untersuchungen kann eine Neuroborreliose zuverlässig behandelt werden.

Komplikationen

Die Neuroborreliose stellt bereits eine Komplikation der Lyme-Borreliose dar, bei welcher das Gehirn und die Nervenbahnen mit dem Borreliosebakterium befallen werden. Diese Komplikation tritt bei circa zehn Prozent der Borrelioseinfektionen auf. Aber auch innerhalb dieser besonderen Ausprägung der Borrelieninfektion gibt es noch unterschiedliche Verlaufsformen.

In der Regel ist die Neuroborreliose bei entsprechender Behandlung gut heilbar, wenn das Bakterium vollständig eliminiert wird. Allerdings kann wiederum bei circa fünf bis zehn Prozent aller von Neuroborreliose betroffenen Personen zusätzlich eine Infektion des Rückenmarks und des Gehirns dazukommen. In diesen Fällen gestaltet sich die Verlaufsform der Erkrankung noch komplizierter.

Die entzündlichen Prozesse dauern in diesen Fällen in der Regel länger als sechs Monate an. Aber auch hier bestehen bei vielen Erkrankten noch gute Chancen für eine vollständige Heilung. Es kann jedoch passieren, dass sich chronische Beschwerden einstellen, wenn das Nervensystem sehr stark beeinträchtigt ist. Das ist besonders dann der Fall, wenn in der Folge der Infektion Autoimmunreaktionen des Immunsystems dazukommen, die gegen das Nervensystem gerichtet sind.

Bekannterweise können zerstörte Nervenzellen nicht mehr ersetzt werden. So kann es vorkommen, dass sich dauerhafte spastische Gang- und Bewegungsstörungen sowie Harn- und Stuhlinkontinenz einstellen. Auch Wahrnehmungs-, Sprach- oder Hörstörungen werden beobachtet. In manchen Fällen treten sogar chronische psychiatrische Beschwerden oder ständige epileptische Anfälle auf.

Behandlung & Therapie

Die frühzeitige Behandlung einer Neuroborreliose erweist sich grundsätzlich von wesentlicher Bedeutung. Nur so können schwerwiegende Folgeerscheinungen verhindert werden.

Sollte sich die Neuroborreliose noch in einem frühen Stadium befinden, kann eine Behandlung mit einem entsprechenden Antibiotikum durchgeführt werden. In der modernen Medizin vertraut man in erster Linie auf Präparate, welche den Wirkstoff Penicillin enthalten. Sofern eine Unverträglichkeit gegenüber dem Wirkstoff Penicillin besteht, kann auch ein alternativer Wirkstoff eingesetzt werden.

So erfreut sich vor allem der Wirkstoff Azithromycin einer wachsenden Beliebtheit. Schwangere Frauen sollten ebenfalls auf eine Behandlung mit dem Wirkstoff Penicillin verzichten. Da eine Neuroborreliose oftmals erst sehr spät erkannt wird, schlagen die bereits erwähnten Wirkstoffe nicht mehr zuverlässig an. Aus diesem Grund muss eine Therapie mit einem speziellen Antibiotikum in Erwägung gezogen werden.

Die jeweils enthaltenen Wirkstoffe werden oftmals intravenös verabreicht. Damit ein möglichst optimales Ergebnis erzielt werden kann, sollten die jeweiligen Präparate über einen Zeitraum von mindestens vier Wochen eingenommen werden. In Bezug auf den Kontakt zu anderen Personen gibt es keine besonderen Verhaltensregeln. So kann eine Neuroborreliose grundsätzlich nicht von Mensch zu Mensch übertragen werden.

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Vorbeugung

Resultierend aus den möglichen Komplikationen muss einer Neuroborreliose stets vorgebeugt werden. Im Rahmen der Vorbeugung sollten Bisse von Zecken vermieden werden. Aus diesem Grund sollte bei Ausflügen möglichst lange Kleidung getragen werden. Eine Hose muss darüber hinaus über einen Hosenbund verfügen. Entsprechende Salben beugen einem Zeckenbiss in der Regel nicht vor.

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Quellen

  • Darai, G., Handermann, M., Sonntag, H.-G., Zöller, L. (Hrsg.): Lexikon der Infektionskrankheiten des Menschen. Springer, Berlin 2012
  • Suttorp, N., et al.: Infektionskrankheiten. Thieme, Stuttgart 2004
  • Suttorp et al.: Infektionskrankheiten verstehen, erkennen, behandeln. Thieme, Stuttgart 2003

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