Nervus infraorbitalis

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 8. August 2017
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Der Nervus infraorbitalis ist ein Gesichtsnerv. Er versorgt die Haut zwischen dem Auge und der Oberlippe sowie der oberen Zähne. Er gehört zum V. Hirnnerv.

Inhaltsverzeichnis

Was ist der Nervus infraorbitalis?

Der Nervus infraorbitalis ist ein Nerv, der weite Bereiche des menschlichen Gesichts versorgt. Er gehört als einer der Endäste zum V. Hirnnerv, dem Nervus trigeminus.

Mit all seinen Ästen übernimmt der Nervus trigeminus die Versorgung der Schleimhaut, des gesamten Gesichts und der Kaumuskulatur. Er ist ebenso wie der Nervus infraorbitalis ein Teil des zentralen Nervensystems. Der Nervus infraorbitalis versorgt die Haut der Wange zwischen dem Unterlid des Auges und der Oberlippe. Aus diesem Grund wird er auch als Unteraugenhöhlennerv bezeichnet. Darüber hinaus innerviert er die Zähne des menschlichen Oberkiefers. Zusätzlich ist der für die Versorgung der Kieferhöhle zuständig. Der Nervus infraorbitalis ist ein gut verzweigt Nerv.

Mit seinen Ästen versorgt er das Gesicht der oberen und vorderen Region. Er ist einer der wenigen Nerven, die auf der Gesichtshaut problemlos ertastet werden können. Dies ist an seinem Austrittsort dem Foramen infraorbitalis möglich. Das ist das Unteraugenloch des Menschen. Bei einer Entzündung des Nervs übt der Arzt an dieser Stelle Druck aus. Dies führt zu einem intensiven Schmerzerleben und dem Stellen der Diagnose.

Anatomie & Aufbau

Der Nervus trigeminus verläuft als der V. Hirnnerv über die Felsenbeinpyramide zur Dura mater. Dies ist die Hirnhaut. Anschließend bildet er das Ganglion trigeminale und gabelt sich danach in mehrere Äste auf. Es sind drei und diese heißen Nervus ophtalmicus, Nervus maxillaris und der Nervus mandibularis.

Als zweiter Hauptast zieht der Nervus maxillaris nach dem Ganglion entlang des Sinus cavernosus. Er tritt am Foramen rotundum durch die Schädelbasis und erscheint in der Der Nervus maxillaris tritt unterhalb der Schädelbasis wieder aus und erscheint in der Fossa pterygopalatina. Dort teilt sich der Nervus maxillaris in weitere Äste auf. Dies sind die Endäste Rami ganglionares, der Nervus zygomaticus und der Nervus infraorbitales.

Der Nervus infraorbitalis tritt durch die Fissura orbitales inferior in die Augenhöhle ein. Anschließend verläuft er nach vorn und zieht in den Canalis infraorbitalis. Dieser befindet sich unterhalb des Auges. Der Nervus infraorbitalis zieht weiter in Richtung der Wange bis zum Kiefer. Er mündet im Foramen infraorbitale und verzweigt sich in den Ramus alveolaris superior anterior, medius und posterior.

Funktion & Aufgaben

Der Nervus infraorbitalis hat die Aufgabe, die Gesichtshaut des Menschen zu versorgen. Insbesondere die Haut zwischen dem unteren Augenlid und der Oberlippe wird auf beiden Seiten des Gesichts von diesem Nerv innerviert. Damit ist er zuständig für die Weiterleitung aller dort aufgenommen Reize wie Berührung, Schmerz oder das Temperaturempfinden.

Darüber hinaus versorgt der Nervus infraorbitalis den Sinus maxillaris. Dies ist die Kieferhöhle des Menschen. Die Kieferhöhle gehört zu den Nasennebenhöhlen. Die Nasennebenhöhlen werden dem Atmungsapparat zugeordnet. Sie sind mit Luft befüllt und dienen der Regulierung der Atmung. Der Sinus maxillaris ist ein pyramidenförmiger Hohlraum, in dem sich der Knochen des Oberkiefers befindet. Zusätzlich befinden sich in der Kieferhöhle die Zähne des Oberkiefers. Diese werden ebenfalls von Nervus infraorbitalis versorgt. Zähne sind ein Bestandteil des Kauapparates.

Dieser hat die Hauptaufgabe, aufgenommene Nahrung zu zerkleinern. Darüber wird eine wichtige Vorarbeit der Verdauung vorgenommen. Um dies zu in einem ausreichenden Maß lebenslang zu gewährleisten, muss die Substanz der einzelnen Zähne möglichst lange erhalten bleiben. Dies geschieht neben einer regelmäßigen Reinigung der Zähne unter anderem über Nervenäste des Nervus maxillaris. Der Nervus infraorbitalis ist einer von ihnen.

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Krankheiten

Da der Nervus infraorbitalis weite Bereiche des Gesichtsfeldes versorgt, kommt es bei einer Beschädigung des Nervs meist zu einer Überempfindlichkeit der Hautregion oder einem Taubheitsgefühl auf der Wange sowie der Oberlippe. Auch kleine Berührungen wie etwa das Eincremen kann bei einem starken Schmerzempfinden sehr unangenehm werden.

In schlimmen Fällen wird von Schmerzattacken berichtet. Da der Nervus infraorbitalis die Zähne des Oberkiefers versorgt, kann eine Entzündung einer Zahnwurzel zu kaum aushaltbaren Schmerzen führen. Kopfschmerzen sind ebenso denkbar wie Migräne.

Die Nerven im Gesicht können sich selbst regenerieren. Viele Verletzungen heilen ohne weitere Behandlungen nach einigen Tagen oder Wochen vollständig aus. Dies lässt ein chirurgischen Eingriff meist unnötig werden. Es ist hilfreich, die Gesichtshaut zu schonen. Bei einer sehr starken Beschädigung des Nervs durch Unfälle oder Stürze kann dem Patienten bei einem operativen Eingriff mit einer Transplantation geholfen werden. Dieses Vorgehen hat sich aufgrund der erzielten Erfolge gut etabliert.

Bei einer starken Quetschung des Nervs oder wenn Nervenfasern zu stark gedehnt wurden, wird diese Methode meist verwendet. Nach dem Eingriff ist oft eine vollständige Regeneration des gesamten Nervs gegeben. Es dauert in der Regel einige Monate, bis der Patient beschwerdefrei ist.

Der Gesichtsnerv kann von einem Herpes befallen werden. Dies ist eine Viruserkrankung, die durch schmerzhaftes jucken und Bläschenbildung gekennzeichnet ist. Es gibt verschiedenen Formen einer Herpeserkrankung im Gesicht. Die Oberlippe, aber auch die Schleimhäute im Mund können von dem Virus befallen werden. Die Erkrankung gilt als unangenehm, da durch die Schmerzen die Nahrungsaufnahme eingeschränkt wird und soziale Ausdrucksformen wie das Lächeln beeinträchtigt sind.

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