Nervöse Unruhe und Schlafstörungen

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 8. November 2017
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Wenn nervöse Unruhe die Nachtruhe stört – was Sie dagegen tun können

Jeder Mensch hat sie wahrscheinlich schon das eine oder andere Mal verspürt – die innere Unruhe, die dazu führt, dass die Konzentration erheblich nachlässt, die Nervosität deutlich gesteigert und so manch eine Nacht schlaflos verbracht wird. Auch könnte die betroffene Person bei jeder Kleinigkeit an die Decke gehen, so gereizt ist sie. Doch wie entsteht diese innere Unruhe?

Inhaltsverzeichnis

Was ist nervöse & innere Unruhe?

Innere Unruhe ist kein Krankheitsbild für sich und oft kann sie ganz simple, vorbeigehende Erklärungen haben. Angst vor einer Prüfung, einem Bewerbungsgespräch oder einem sonstigen wichtigen Termin kann im Vorfeld zu innerer Unruhe führen.

Spätestens nach diesem Termin ist sie dann aber wieder vorbei. In manchen Fällen allerdings ist die innere Unruhe nur schwer zu bekämpfen und hat tiefergehende Ursachen. Stress bei der Arbeit oder im Privatleben, wobei die innere Unruhe dann als Vorzeichen für eine mögliche Depression oder ein Burnout-Syndrom denkbar ist. Auch übermäßiger Koffeinkonsum kann die einfache Erklärung für diese Nervosität und Konzentrationsschwäche sein.

Wenngleich es einfache Erklärungen für die nervöse Unruhe gibt, sollte sie nicht auf die leichte Schulter genommen werden, wenn sie länger anhält und nicht auf eine bestimmte Situation zurückzuführen ist. Dann müssen folgende Erkrankungen in Erwägung gezogen und ein Arzt aufgesucht werden:

Auch Alkohol, Drogen und Medikamente bzw. der Entzug von Medikamenten können die Ursachen von einer nervösen Unruhe sein.

Die innere Unruhe ist – egal, was die Ursache dafür ist – selten alleiniges Symptom. Oftmals wird sie von Herzklopfen und Herzrasen, Zittern, Schweißausbrüchen und Müdigkeit begleitet. Trotz Müdigkeit kommt es aber auch zu Schlaflosigkeit.

Ein Teufelskreis, den es dringend zu durchbrechen gilt, denn wer nicht ausgeschlafen ist und seinem Körper die notwendige Ruhe bieten kann, hat es schwer zu einem gesunden Zustand zurückzukehren. Aufgrund der Anspannung am Tag fällt es aber schwer, in der Nacht zur Ruhe zu kommen. Die daraus resultierende Müdigkeit lässt den folgenden Tag dann ebenfalls wieder zu einer Qual werden.

Diagnosedaten & Häufigkeit

Relative Häufigkeit je 100.000 Einwohner pro Bundesland (ICD-10: R45.1 Ruhelosigkeit und Erregung) (2012)
Quelle: GBE des Bundes (Diagnosedaten der Krankenhäuser)

10 Tipps, um die innere Unruhe zu bekämpfen

Damit die Nacht nicht zum Tag gemacht werden muss und auf Nichtigkeiten nicht aggressiv und genervt reagiert wird, kann die betroffene Person einige Tricks anwenden, um die nervöse Unruhe zumindest soweit zu bekämpfen, dass wieder an einen geregelten Schlaf in der Nacht zu denken ist.

Ursachenforschung betreiben

Im Grunde ist die innere Unruhe ein Anzeichen dafür, dass mit dem Körper oder der Psyche etwas nicht stimmt. Der erste Weg diese zu bekämpfen ist demnach, den Grund für die Unruhe zu finden. Gerade im Bereich der psychischen Belastungen ist oftmals eine zu hohe Anforderung an sich selbst der Grund für Stresssymptome wie Unruhe und Schlaflosigkeit. Hier heißt es dann, sich selbst Druck zu nehmen und zu akzeptieren, dass manche Ziele nicht in der Form erreicht werden können, wie es sich der Betroffene vorgenommen hat. Vor allem bei Termindruck oder einem selbst auferlegten Arbeitspensum macht man sich regelrecht „verrückt“.

Hier gilt es nun, sich mit der entsprechenden Situation auseinanderzusetzen und sich neue Grenzen und Ziele zu stecken, um die Belastung von sich selbst nehmen zu können. Auch wenn Termindruck besteht, muss sich die betroffene Person Zeit für sich selbst eingestehen, um wieder zur Ruhe kommen und die eigenen Gedanken sortieren zu können – denn nur dann ist sie wieder vollkommen einsatzfähig und kann gewohnte Leistungen erbringen.

Dies gilt auch bei innerer Unruhe aufgrund von Prüfungsangst oder Lampenfieber: wer sich zu sehr unter Druck setzt, wird in der Regel immer von sich enttäuscht sein. Besser ist es, mit Ruhe und Gelassenheit an eine Situation heranzugehen, um sich dann selbst zu überraschen.

Entspannungsübungen

Die innere Unruhe ist – egal, was die Ursache dafür ist – selten alleiniges Symptom. Oftmals wird sie von Herzklopfen und Herzrasen, Zittern, Schweißausbrüchen und Müdigkeit begleitet. Trotz Müdigkeit kommt es aber auch zu Schlaflosigkeit.

Um wieder zur Ruhe zu kommen – vor allem vor dem Zubettgehen – sind Entspannungsübungen ideal. Eine einfache und unkomplizierte Übung ist folgende: auf ein weiches Kissen auf den Boden setzen, die Arme und Beine entspannen, die Augen schließen und tief durchatmen.

Keinesfalls sollte dabei an Probleme gedacht werden, sondern an etwas Schönes wie einen Urlaub am Strand, das herzhafte Lachen des eigenen Kindes, die ungetrübte Freude, wenn der Hund seine Streicheleinheiten bekommt oder die Erinnerungen an einen vergangenen, schönen Ausflug mit Freunden oder der Familie. In diesem Moment sollen die Alltagssorgen für kurze Zeit komplett vergessen werden.

Bewusste Atemübungen sind ebenfalls gute Möglichkeiten, zur inneren Ruhe zurück zu kehren. Hierbei wird zum Beispiel die Hand auf den Unterbauch gelegt und tief ein- und ausgeatmet, wobei sich die eigene Hand durch den Atem bewegt – dies wirkt nach mehrmaligem Wiederholen in der Regel sehr beruhigend.

Wenn kleine Übungen nicht helfen, könnte ein entsprechender Kurs ein guter Ausgleich sein. Autogenes Training eignet sich besonders gut, um nervöse Unruhe zu bekämpfen und sich allgemein zu erden. Die progressive Muskelentspannung nach Jacobson kann ebenfalls in Erwägung gezogen werden. Hierbei werden zum Beispiel für kurze Zeit alle Muskeln im Körper angespannt, sodass es zu einem Ziehen, aber nicht zu einem Krampf kommt. Danach kann die Entspannung bewusst genossen werden.

Bewegung

Vielen Menschen hilft vor allem Bewegung, um zur Ruhe zu kommen. Dies kann in einem Sportverein oder Fitnessstudio stattfinden, wobei womöglich zugleich ein neues Hobby und neue Freunde gefunden werden können. Joggen, Walken und Radfahren bieten sich besonders gut an und lassen sich unkompliziert im Freien durchführen.

Neben der benötigten Bewegung kommt die betroffene Person so an die frische Luft und kann die Natur genießen. Unsportlichere Personen, die anstrengenden körperlichen Betätigungen nicht viel abgewinnen können, können auch schlicht und einfach spazieren gehen und kommen somit ebenfalls zur erforderlichen Bewegung. Des Weiteren ist Schwimmen eine sportliche wie auch beruhigende Tätigkeit, die einen guten Ausgleich schafft und somit innere Unruhe im Keim ersticken kann.

Musik

So einfach es klingt, viele Menschen können sich bei Musik perfekt entspannen – einfach auf das Bett legen, den Lieblingssound hören und den Rest der Welt für kurze Zeit vergessen. Empfehlenswert ist an dieser Stelle klassische oder speziell auf Entspannungsübungen konzipierte Musik, jedoch wirkt so manches Mal auch laute, schnelle Musik wahre Wunder. Zu welcher Musik im Einzelfall gegriffen wird, ist demnach Geschmackssache.

Beruhigungstee

Dass koffeinhaltige Getränke bei innerer Unruhe vermieden werden sollten, wurde bereits erwähnt. Demnach ist auch schwarzer Tee nicht zu empfehlen. Beruhigungstees hingegen können vor dem Schlafen tatsächlich wirksam sein und beim Einschlafen helfen.

Eine Mischung aus Passionsblumenkraut, Baldrianwurzel und Pfefferminzblättern zwei bis dreimal am Tag sind denkbar, auch Schwarznessel- und Kamillentee wirken beruhigend. Wer den puren Teegeschmack so allerdings nicht mag, sollte dennoch unbedingt auf das Süßen mit Zucker verzichten. Denn Zucker wirkt aufputschend und geht somit in die völlig falsche Richtung.

Besser ist es, den Tee mit Honigsirup zu süßen. Viele Beruhigungstees lassen sich übrigens auch leicht selbst herstellen – die passenden Anleitungen dafür hält vitanet.de bereit.

Auf die Ernährung achten

Koffein und Zucker sind – vor allem in großen Mengen – tabu, wenn jemand unter innerer Unruhe leidet. Aber auch auf Fett, Nikotin und Alkohol sollte nach Möglichkeit verzichtet werden, da diese Substanzen nervöse Unruhe und Schlaflosigkeit eher begünstigen als zu verhindern. Ein großes Glas Buttermilch hingegen kann wahre Wunder bewirken.

Akupressur: Stimulieren des Druckpunkts „Herz 7“

Akupressur hilft nicht nur bei verschiedenen Schmerzen, sondern auch bei Ängstlichkeit. Der entsprechende Punkt in dem Fall ist der Druckpunkt „Herz 7“. Hierzu wird das Handgelenk leicht Richtung Unterarm gebeugt. Der entsprechende Akupressur-Punkt liegt direkt auf der Beugefalte der Innenseite des Handgelenks, die Behandlung erfolgt durch leichtes Drücken und Kreisen für etwa ein Minute. Diese Methode wirkt vor allem gut, wenn Angst und Unruhe akut sind und kann demnach auch kurz vor dem Schlafen angewandt werden.

Entspannungsbad vor dem zu Bett gehen

Ein Entspannungsbad ist eine einfache und günstige Wellness-Variante. Jeder, der eine Badewanne zuhause hat, kann ein heißes Bad zum Relaxen und Entspannen nutzen.

Wer zuhause eine Badewanne besitzt, der weiß, dass ein Vollbad Entspannung pur sein kann – auch im Kampf gegen die innere Unruhe. Allerdings sollte nicht zu heiß gebadet werden, 38° Celsius Wassertemperatur sind bei einer Raumtemperatur von bis zu 21°C optimal für ein entspannendes Bad. Als Badezusätze empfehlen sich Baldrian, Hopfen, Lavendel oder Heublumen.

Allerdings darf nicht übertrieben werden: Höchstens 20 Minuten sollte das Bad dauern, um danach warm eingepackt im Bett weitere Ruhe zu finden. Auch im Schlafzimmer sollte dementsprechend aktiv etwas für die Erholung getan werden, Tipps dazu bietet folgender Ratgeber. So kann etwa die Wahl der Decke, des Kissens und der Matratze große Auswirkungen auf die Nachtruhe haben.

Homöopathische Behandlung

Nicht jeder möchte wegen Schlaflosigkeit oder Unruhe gleich auf die Pharmaindustrie zurückgreifen. Das muss auch nicht sein, es gibt diverse homöopathische Mittel, die Besserung versprechen.

Als Beispiele seien zu nennen: Aconitum D12 bei Unruhe, Schlaflosigkeit, Angst und Herzklopfen. Gelsemium D30 bei Lampenfieber, Flugangst und inneren Verkrampfungen. Coffea D30 bei Übernervosität, Schlaflosigkeit und Herzunruhe.

Chamomilla D30 bei Nervosität, geistiger Ermüdung, Launenhaftigkeit und Überempfindlichkeit. Cocculus D6 bei Nervosität aufgrund von Schlafmangel. Wenngleich diese Mittel recht risikolos sind, sollten sie nicht eingenommen werden, ohne vorher einen Fachmann zu Rate gezogen zu haben.

Hier finden Sie Ihre Medikamente:

Einen Arzt aufsuchen

Wenn das alles allerdings nicht hilft, die Unruhe und Schlaflosigkeit anhalten und eine richtige Ursache dafür nicht ermittelt werden kann, sollte der Gang zum Arzt nicht gescheut werden. Dieser wird die betroffene Person einer körperlichen Untersuchung unterziehen, den Blutdruck messen, eine Blutprobe entnehmen und eventuell weitere Tests wie eine Computertomografie durchführen, um der Ursache für die Beschwerden auf den Grund zu gehen und bestimmte Krankheitsbilder ausschließen zu können.

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