Nephrotisches Syndrom

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 19. September 2017
Startseite » Krankheiten » Nephrotisches Syndrom

Unter dem nephrotischen Syndrom versteht man in der Medizin eine Zusammenfassung mehrerer Symptome. Diese treten bei unterschiedlichen Krankheiten der Nierenkörperchen auf.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein nephrotisches Syndrom?

Die vier Leitsymptome des nephronischen Syndroms sind Ödeme, Proteinurie in großem Maße, Hyperlipoproteinämie und Hypoproteinämie. Unter der Proteinurie versteht man eine Eiweißausscheidung im Urin, die über 3,5 Gramm pro Tag liegt.

Ödeme führen zu Gewebsschwellungen, da sich Wasser im Körper anhäuft. Eine verminderte Konzentration des Eiweißes wird unter der Hypoproteinämie verstanden. Die Hyperlipoproteinämie beschreibt eine Erhöhung des Cholesterins und der Lipoproteine. All diese Symptome entstehen, weil die Nieren das Blut nicht mehr richtig filtern. Die Niere besteht aus einer Million kleiner Filtereinheiten, die als Glomeruli oder Nierenkörperchen bezeichnet werden.

Die Filtermembran ist jedoch durchlässiger, sobald ein Nephrotisches Syndrom besteht. Der Organismus versucht daher durch einen reduzierten Abbau und eine erhöhte Produktion an Fett den Eiweißmangel, der verursacht wird, auszugleichen.

Ursachen

Zu den häufigsten Ursachen eines nephrotischen Syndroms zählen chronische Erkrankungen der Nierenkörperchen und Minimal-Change-Glomerulonephritis, eine Erkrankung der Nierenkörperchen, die jedoch meistens bei Kindern auftritt.

Zu etwa 15 % liegt die Ursache des nephronischen Syndroms bei einer chronischen Erkrankung der Niere. Bei dieser sogenannten Fokal segmetale Glomerulosklerose sind im Vergleich zu den beiden anderen Erkrankungen nicht alle Nierenkörperchen beschädigt.

Zu selteneren Ursachen gehören die progessiven Nierenerkrankungen, die Nierenbeteiligungen bei Kollagenosen und Amyloidose, die Nierenvenenstauung, die Nierenschädigung durch ein Plasmozytom und Komplikationen, die bei Malaria auftreten können.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Das nephrotische Syndrom kann primär oder sekundär sein. Das sekundäre nephrotische Syndrom tritt immer im Zusammenspiel mit Krankheiten, wie HIV oder Krebs auf. Bei der primären Form besteht kein Bezug zu anderen Krankheiten. Sollte die sekundäre Form vorliegen, dann kann die Erkrankung zumeist erfolgreich mit Glukokortikoiden behandelt werden.

Häufig kommt es jedoch zum Rückfall. Sollte das nephrotische Syndrom jedoch auf fokaler Glomerulosklerose basieren, dann erweist sich die Behandlung als besonders schwierig. Dann ist nämlich Narbengewebe in den Nierenkörperchen zu finden, sodass der Nierenfilter seiner Funktion nicht mehr ausreichend nachgehen kann. Dies kann zum kompletten Verlust der Nierenfunktion führen.

Neben einer herkömmlichen Urinprobe, muss 24 Stunden Urin gesammelt werden. Auch eine Blutuntersuchung wird für mehr Aufschluss sorgen, da somit der Eiweißspiegel kontrolliert werden kann. Aber auch Fettstoffwechselwerte sind von hoher Bedeutung. Zuletzt wird eine Nierenbiopsie veranlasst, wobei mit einer Nadel ein ein oder zwei Zentimeter langes Stück Nierengewebe entnommen wird.

Komplikationen

Bei diesem Syndrom leiden die Patienten an einer Reihe unterschiedlicher Beschwerden und Symptome. Aus diesem Grund hängt der weitere Verlauf bei dieser Krankheit sehr stark von der Ausprägung dieser Symptome ab. In erster Linie leiden die Patienten dabei an einer deutlich erhöhten Infektanfälligkeit und an einem geschwächten Immunsystem. Dabei kommt es häufiger zu Entzündungen und zu Infekten, sodass auch die Lebenserwartung des Patienten dadurch möglicherweise verringert wird.

Auch eine Störung der Blutgerinnung oder eine Thrombose kann aufgrund dieses Syndroms auftreten und die Lebensqualität des Patienten weiterhin verringern. Ebenso kommt es zu einem blutigen Urin und zu starken Schmerzen in den Flanken. Diese können sich auch in den Rücken ausarbeiten. Sollte es nicht zu einer Behandlung dieses Syndroms kommen, so kann der Patient auch eine vollständige Niereninsuffizienz erleiden und an dieser versterben.

Die Behandlung dieser Erkrankung erfolgt in der Regel mit Hilfe von Medikamenten. Besondere Komplikationen treten dabei in der Regel nicht ein. In schwerwiegenden Fällen ist der Betroffene dabei auf eine Dialyse oder auf die Transplantation einer Niere angewiesen, um weiterhin zu überleben.

Behandlung & Therapie

Initial wird das nephrotische Syndrom mit Glukokortikoiden behandelt. Wenn es zu häufigen Rückfällen kommt, dann kann mit Hilfe dieser Medizin keine Heilung erzielt werden, sodass andere Medikamente zum Einsatz kommen müssen.

Hierzu zählen Mycophenolatmofetil, Cyclosporin oder auch Cyclophosphamid. Bei manchen Erkrankten wirkt sich eine Kombinationstherapie besonders positiv aus. Die Ödeme werden durch eine salzarme Diät, ausschwemmenden Mitteln und eine geringeren Trinkmenge in den Griff bekommen. In besonders hartnäckigen Fällen kommen Albumininfusionen zum Einsatz, da somit der Eiweißverlust über den Urin ausgeglichen werden kann.

Um die Eiweißausscheidung zu reduzieren können ACE-Hemmer eingenommen werden. Diese senken außerdem den Blutdruck. Bei manchen Erkrankten müssen auch noch weitere blutdrucksenkende Medikamente zum Einsatz kommen. Das nephronische Syndrom kann trotz Behandlung zu irreversiblen Schäden der Nieren führen, sodass eine Nierentransplantation der letzte Ausweg ist. Zum Glück ist dies jedoch nur bei einem minimalen Teil aller Erkrankten der Fall.

Hier finden Sie Ihre Medikamente:

Vorbeugung

Da das nephrotische Syndrom häufig eine Folge anderer Erkrankungen ist, sollte man durch eine gesunde Lebensweise auf sich und seinen Körper achten. Die Nieren sollten immer gut durchspült werden, weswegen die Aufnahme von Wasser besonders wichtig ist. Pro Tag sollten etwa 2 bis 3 Liter aufgenommen werden.

Aber auch die unnötige und übermäßige Einnahme von Medikamenten sollte unterlassen werden. Sollte ein geringer Verdacht auf ein nephrotisches Syndrom bestehen, sollte unmittelbar der Arzt aufgesucht werden, da eine rasche Behandlung oftmals größere Erfolge verspricht. Weiterhin sollten Krankheiten, die das nephrotische Syndrom womöglich auslösen können, frühzeitig behandelt werden.

Bücher über Proteinurie

Quellen

  • Hahn, J.-M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016
  • Keller, C.K., Geberth, S.K.: Praxis der Nephrologie. Springer, Berlin 2010

Diese Seite teilen:

Das könnte Sie auch interessieren:

Bekannt aus: