Nebennierenrindeninsuffizienz

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 21. September 2017
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Bei einer Nebennierenrindeninsuffizienz kann die Nebennierenrinde nicht mehr genügend Hormone produzieren. Hierbei muss zwischen primärer und sekundärer Nebennierenrindeninsuffizienz nach der Lokalisation unterschieden werden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Nebennierenrindeninsuffizienz?

Es leiden etwa 5 von 100.000 Personen an dieser seltenen Krankheit. Eine primäre Nebennierenrindeninsuffizienz wird auch als Morbus Addison bezeichnet. Wenn die Nebennierenrinde nicht mehr richtig arbeiten kann, dann kann dies zu einer lebensbedrohlichen Situation führen.

Die Nebenniere besteht aus der Nebennierenrinde, die Cortisol, Aldosteron und Sexualhormone herstellt, und aus dem Nebennierenmark, welches Adrenalin und Noradrenalin produziert. Das Hormon ACTH, welches im Hypophysenvorderlappen der Hirnanhangdrüse gebildet wird, steuert die Bildung von Cortisol. Wenn der Cortisol-Spiegel im Blut fällt, dann wird mehr ACTH abgegeben, wodurch die Produktion in der Nebenniere gefördert wird.

Aber auch Aldosteron, welches für die Regulation der Konzentration von Kalium und Natrium zuständig ist, wird in der Nebennierenrinde gebildet. Die Produktion dieses Hormons wird jedoch im Gegensatz zum Cortisol nicht über die Hypophyse, sondern über das RAAS reguliert.

Ursachen

Die Ursachen an einer Nebennierenrindeninsuffizienz zu erkranken können verschieden sein. Erst einmal muss diagnostiziert werden, ob es sich um eine primäre- oder sekundäre Nebenniererindeninsuffizienz handelt. Dies gibt nämlich Aufschluss über die Lokalisation der Krankheitsursache.

Bei der primären Form kann die NNR keines der benötigten Hormone mehr herstellen. Sie ist also selbst erkrankt. Bei der sekundären Form ist der Hypothalamus erkrankt, wodurch ebenfalls keine Hormone produziert werden können.

Dies liegt schlichtweg an der Tatsache, dass der Hypothalamus kein CRH mehr an die Hypophyse sendet und diese wiederum sendet dann kein ACTH an die Nebennierenrinde. ACTH regt die Produktion von Cortisol an. Die Produktion von Aldosteron wird nur in geringem Maße beeinträchtigt.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Schematische Darstellung zur Anatomie und Aufbau der Nebenniere. Klicken, um zu vergrößern.

Um eine Nebennierenrindeninsuffizienz feststellen zu können, sind einige Tests notwendig. Neben einem Blutbild, muss 24 Stunden lang Urin gesammelt und außerdem ein Cortisol-Tagesprofil eingerichtet werden.

Darüber hinaus liegt es im Bereich des Möglichen, dass ein ACTH-Test veranlasst wird. Da Cortisol Stress bewältigt, sind Menschen besonders in Stresssituationen gefährdet. Die Krankheit kann sogar zu einer Addison-Krise führen, die ein tödliches Ende nehmen kann. Aus diesem Grund muss ein Patient immer einen Notfallausweis und Cortison bei sich tragen.

Bei der Addison-Krise handelt es sich um einen extremen Abfall des Cortisolspiegels. Dieser wird sich zunächst durch Schwächezustände, Unruhe und Ängste äußern. Aber auch extremes Frieren, Durchfall und Erbrechen wird ohne Behandlung erscheinen. In diesem Sinne fallen unter den Begriff Stress jedoch körperliche Anstrengungen, wie Operationen, Unfälle und Infektionskrankheiten.

Komplikationen

Im schlimmsten Fall kann es bei der Nebennierenrindeninsuffizienz zum Tod des Betroffenen kommen. Aus diesem Grund muss diese Krankheit auf jeden Fall behandelt werden, da auch eine Selbstheilung in der Regel nicht eintritt. Die Betroffenen leiden bei der Nebennierenrindeninsuffizienz in erster Linie an einer allgemeinen Schwäche. Weiterhin verlieren sie ohne einen besonderen Grund an Gewicht und leiden dabei auch an einer starken Infektanfälligkeit.

Damit kommt es öfter und einfacher zu verschiedenen Infekten oder Entzündungen. In der Regel führt diese Krankheit auch zu starken Bauchschmerzen, zu Erbrechen und auch zu einer Übelkeit. Die Patienten leiden dabei an einem staken Hunger, wobei vor allem salzhaltige Lebensmittel bevorzugt werden. Auch ein Schwindel oder eine Blässe können bei der Nebennierenrindeninsuffizienz auftreten und die Lebensqualität des Patienten deutlich einschränken.

Weiterhin kann es auch zu einer Unterzuckerung und zu einem Bewusstseinsverlust des Patienten kommen. Die Behandlung der Nebennierenrindeninsuffizienz erfolgt mit Hilfe von Medikamenten. Besondere Komplikationen treten dabei nicht ein. Allerdings muss auch die Schilddrüse des Betroffenen untersucht werden, da auch diese von einer Fehlfunktion betroffen sein kann. Bei einer erfolgreichen und richtigen Behandlung wird auch die Lebenserwartung des Betroffenen nicht verringert.

Behandlung & Therapie

Sobald das Problem der Nebennierenrindeninsuffizienz erkannt ist und die Therapie erfolgt, wird es bei ordnungsgemäßer Einnahme höchstwahrscheinlich zu keinen größeren Zwischenfällen kommen.

Zweimal am Tag sollte in der Regel Cortisol eingenommen werden. Da bei einigen Patienten jedoch Probleme in der Nacht auftreten, kann die Einnahme auch mehrmals am Tag erfolgen. Es ist besonders wissenswert, dass die Medikamente eine Langzeitwirkung haben, was heißt, dass eine Hochdosierung strengstens untersagt ist.

Darüber hinaus werden Präparate angeboten, die sich schnell abbauen. Hierzu zählt beispielsweise Hydrocortison, welches vermehrt in der Addisonkrise oder bei Notfällen verwendet wird. Dieses kann hochdosiert verabreicht werden. Weiterhin dürfen sich Nebennierenrindeninsuffizient-Patienten im Alltag nicht zu sehr anstrengen. Jeden Tag sollte man dem Körper ausreichend Schlaf gönnen.

Sollte eine Infektion bestehen, dann sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden, da die Cortisoldosis erhöht werden muss. Nach der Erkrankung kann das Medikament jedoch wieder langsam herunter dosiert werden. Sollte es sich um eine sekundäre Hypothyreose handeln, dann müssen oftmals auch Schilddrüsenhormone eingenommen werden. Die Nebennierenrindeninsuffizienz ist zwar nicht heilbar, jedoch gut behandelbar, wodurch die Lebensqualität erhalten werden kann.

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Vorbeugung

Um der Nebennierenrindeninsuffizient vorzubeugen gibt es leider keine konkreten und erwiesenen Maßnahmen, jedoch sollte man sich nichtsdestotrotz an einige Regeln halten. Wer erst einmal erkrankt ist, der sollte einen Ausweis und Notfallmedikamente bei sich tragen. Auf diese Weise hat man die Situation stets im Griff.

Stress sollte man größtenteils vermeiden. Vor Operationen und während Infektionen muss die Cortisoldosis erhöht werden, um in keine Addison-Krise zu gelangen. Eine gesunde Lebensweise wird Erkrankungen vermeiden, die als mögliche Ursachen von primärer und sekundärer Form von Morbus Addison bekannt sind.

Bücher über Nebenniereninsuffizienz

Quellen

  • Arasteh, K., et. al.: Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016
  • Keller, C.K., Geberth, S.K.: Praxis der Nephrologie. Springer, Berlin 2010

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