Nasopharynxkarzinom

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 21. September 2017
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Das Nasopharynxkarzinom ist ein Krebs des Nasen-Rachen-Raumes. In Europa kommt diese Krebsart im Gegensatz zu einigen asiatischen und afrikanischen Ländern sehr selten vor. Der Behandlungserfolg hängt von der Art und dem Stadium des Karzinoms ab.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Nasopharynxkarzinom?

Beim Nasopharynxkarzinom handelt es sich um einen bösartigen Tumor im Nasen-Rachen-Bereich. Dieses Karzinom zählt zu den Kopf-Hals-Tumoren. Das Nasopharynxkarzinom wird auch synonym als Epipharynxkarzinom oder Nasen-Rachen-Krebs bezeichnet. Die Abkürzung für die Erkrankung lautet NPC als Ableitung von dem englischen Begriff "Nasopharyngeal Carcinoma".

In Mitteleuropa und Nordamerika wird das Nasopharynxkarzinom sehr selten beobachtet. So erkranken Deutschland lediglich ein bis zwei von 200.000 Personen. Allerdings kommt das Nasopharynxkarzinom in einigen asiatischen Ländern wie Burma, Taiwan oder Südchina und in einigen nordafrikanischen Ländern sehr häufig vor. In Taiwan ist diese Erkrankung die Haupttodesursache bei jungen Männern.

Der Grund für das häufige Vorkommen der Erkrankung dort scheint das Kauen der Betelnuss zu sein. In Nordafrika sind besonders Kinder betroffen. Die Ursache hierfür ist noch nicht klar. Es gibt drei Formen des Nasopharynxkarzinoms:

  • Zu etwa 20 Prozent tritt der WHO-Typ I auf, der sich als gut differenziertes verhornendes Plattenepithelkarzinom erweist.
  • Der WHO-Typ II mit einer Häufigkeit von circa 30 bis 40 Prozent stellt ein nicht verhornendes Plattenepithelkarzinom dar.
  • Die häufigste Form ist der WHO-Typ III mit etwa 40 bis 50 Prozent der Fälle. Hierbei handelt es sich um ein lymphoepitheliales Karzinom (Schmincke-Regaud-Tumor), welches wahrscheinlich durch das Epstein-Barr-Virus ausgelöst oder zumindest begünstigt wird.

Ursachen

Für das Nasopharynxkarzinom gibt es mehrere Ursachen. So wird das sogenannte Epstein-Barr-Virus für den größten Teil der Erkrankungen verantwortlich gemacht. Allerdings ist dieses Virus sehr verbreitet. Ungefähr 98 Prozent aller Erwachsenen sind infiziert. Das Virus persistiert ein Leben lang im Organismus.

Aber nur wenige Menschen erkranken an einem Nasopharynxkarzinom. Deshalb wird auch eine genetische Komponente als Ursache für den Entstehungsprozess des Nasen-Rachen-Krebses vermutet. Das Epstein-Barr-Virus ist unter anderem der Auslöser für das Pfeiffersche Drüsenfieber, welches durch massive Lymphknotenschwellungen gekennzeichnet ist.

Während der Infektion wird eine große Menge an Lymphozyten gebildet. Wenn jedoch die Vermehrung der Lymphozyten außer Kontrolle gerät, können sich Lymphdrüsenkrebs und andere an Lymphozyten gebundene Krebsarten wie das Nasopharynxkarzinom bilden. Die Nasopharynxkarzinome auf Basis der Wucherung von Plattenepithelzellen werden durch verschiedene Umweltfaktoren, falsche Ernährungsgewohnheiten oder Rauchen verursacht.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Alle Altersgruppen können von einem Nasopharynxkarzinom betroffen sein. Meist erkranken aber Personen im mittleren Lebensalter. Oft wird das Karzinom aber erst sehr spät diagnostiziert, weil es lange keine Beschwerden bereitet. Frühe Symptome können Nasenbluten, Mittelohrentzündung oder Mittelohrerguss sein.

Der Patient atmet oft nur noch über den Mund, weil Probleme mit der Nasenatmung auftreten. Oft wird die Erkrankung auch erst nach Bildung von Metastasen durch den Ausfall der Hirnnerven von III bis VI symptomatisch. Bei diesen Metastasen handelt es sich um regionäre Lymphknotenmetastasen.

Dabei kommt es zum Hervortreten der Augäpfel, zum Sehen von Doppelbildern sowie teilweise zu weiteren Sehstörungen und Geruchsstörungen. Außerdem sind hartnäckige und heftige Kopfschmerzentypisch, die sich kaum therapieren lassen. Das Auftreten von Fernmetastasen in Leber, Lunge oder Knochen durch die Verbreitung der Krebszellen über die Blutbahn ist jedoch recht selten. Selbst Erkrankte im fortgeschrittenen Stadium bilden nur in circa 30 Prozent der Fälle Fernmetastasen aus.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Zur Diagnose eines Nasopharynxkarzinoms werden die Methoden der Sichtdiagnostik, der Palpation, der bildgebenden und anderen gerätemedizinischen Verfahren sowie serologischer Laboruntersuchungen angewendet. Bei der Sichtdiagnostik oder Inspektion fallen die fehlende Nasenatmung, Halslymphome und Hirnnervenausfälle auf. Durch Abtasten können schmerzlose Lymphknotenschwellungen festgestellt werden.

Wichtig ist die Funktionsprüfung der verschiedenen Hirnnerven. Durch verschiedene Verfahren wird außerdem der HNO-Status bestimmt. Über eine Endoskopie des Nasopharynxs kann der Tumor nachgewiesen werden. Mittels CT- und MRT-Untersuchungen wird die Größe des Tumors festgestellt. Im Rahmen der Serologie werden Antikörper gegen das Epstein-Barr-Virus nachgewiesen.

Komplikationen

Da es sich beim Nasopharynxkarzinom um eine Krebserkrankung handelt, ist diese in jedem Fall mit verschiedenen Komplikationen verbunden. In der Regel hängt der Erfolg bei der Behandlung der Erkrankung sehr stark vom Zeitpunkt der Diagnose und von der Ausbreitung des Tumors in andere Regionen des Körpers ab. Eventuell wird durch das Nasopharynxkarzinom auch die Lebenserwartung des Patienten verringert, sodass es zu einem vorzeitigen Tod kommt.

Die Patienten leiden dabei häufig an Nasenbluten oder an Entzündungen in den Ohren. Auch Beschwerden bei der Atmung mit der Nase können dabei auf den Tumor hinweisen und sollten untersucht werden. Vor allem beim Übergang des Tumors in die Lymphknoten kann es zu einer schnellen Ausbreitung kommen. Weiterhin führt das Nasopharynxkarzinom zu Sehbeschwerden und damit zu Doppelbildern oder zu einem Schleiersehen.

Auch starke Kopfschmerzen können auftreten, die nicht mit Hilfe von Schmerzmitteln gelindert werden können. Die Lebensqualität des Betroffenen wird aufgrund des Nasopharynxkarzinoms deutlich eingeschränkt und verringert. Der Krebs wird bei dieser Erkrankung vollständig entfernt. Ob es dabei allerdings zu einer vollständigen Heilung kommt, kann nicht universell vorhergesagt werden. Die Betroffenen sind meistens auch auf eine Chemotherapie angewiesen, die mit verschiedenen Nebenwirkungen verbunden ist.

Behandlung & Therapie

Der Erfolg der Therapie hängt vom Stadium der Erkrankung ab. Bei kleinen und lokalisierbaren Tumoren kann dessen vollständige Entfernung bereits zur Heilung führen. Allerdings gelingt dies in den meisten Fällen nicht. Aufgrund der schweren Zugänglichkeit des Tumors ist eine vollständige Entfernung nur sehr selten möglich. Deshalb ist eine Operation in der Regel auch nicht sinnvoll.

Die hauptsächliche Behandlungsmethode ist die Strahlentherapie. Dadurch kann der Tumor oft sehr gut behandelt werden. Meist wird aber lediglich die Überlebenszeit verlängert. In günstigen Fällen ist jedoch auch eine vollständige Heilung möglich. Allerdings reagieren verhornende Plattenepithelkarzinome schlechter auf die Strahlenbehandlung.

Bei fortgeschrittenen Karzinomen werden häufig immer noch gute Resultate durch eine Kombinationstherapie von Strahlentherapie mit Chemotherapie erreicht. Als Chemotherapeutikum kommt Oxaliplatin zum Einsatz. Da der Schmincke-Regaud-Tumor besonders strahlenempfindlich ist, liegt hier die Heilungsquote bei Bestrahlung im Stadium I der Erkrankung sogar bei 90 Prozent.

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Vorbeugung

Die beste Vorbeugung vor einem Nasopharynxkarzinom ist der Verzicht auf das Rauchen und dem Genuss von Alkohol. Im Besonderen gilt das auch für das Kauen von Kautabak und Betelnüssen. Ansonsten wird das allgemeine Risiko, an einem bösartigen Tumor zu erkranken, durch eine gesunde Lebensweise erheblich gesenkt.

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Quellen

  • Arnold, W., Ganzer, U.: Checkliste Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. Thieme, Stuttgart 2011
  • Boenninghaus, H. G., Lenarz, T.: Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. Springer, Heidelberg 2012
  • Preiß, J. et al.(Hrsg.): Taschenbuch Onkologie. Zuckschwerdt, München 2014

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