Nasenhöhle

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 3. November 2016
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Die Nasenhöhle, auch Cavitas nasi, genannt ist paarig angelegt und Teil der Atemwege. Sie spielt somit eine wichtige Rolle bei der Atmung und beherbergt zudem die Riechschleimhaut, die für den Geruchsvorgang relevant ist.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Nasenhöhle?

Die Nase wird geformt durch ein knöchernes Gerüst, das durch Knorpelplatten ergänzt wird. Zu den sichtbaren Teilen der Nase gehören die Nasenlöcher, die Nasenscheidewand und auch die Nasenflügel. Der innere Anteil der Nase ist jedoch wesentlich größer als der äußere sichtbare Teil. Er wird gebildet durch die Nasenhöhle (Cavitas nasi). Die Nasenhöhle wird nach unten begrenzt vom harten Gaumen (Palatum durum), welcher wiederum vom Oberkieferknochen und dem Gaumenbein gebildet wird.

Nach oben und hinten findet die Begrenzung durch das Siebbein (Os ethmoidale) der Schädelbasis statt. Seitlich schließt die Nasenhöhle mit den drei Nasenmuscheln, den sogenannten Conchae, die in den Nasenraum vorragen, ab. Durch die Nasenmuscheln wird die Schleimhautoberfläche der Nase vergrößert. Die Choanen, paarige Öffnungen der Nasenhöhle, bilden den Übergang von der Nasenhöhle zum Rachenraum. In die Seitengänge der Nasenhöhle münden die Nasennebenhöhlen.

Die Nasenhöhle bildet somit einen fast dreieckigen, pyramidenförmigen Hohlraum. Dieser wird in der Mitte durch die teils knorpelige, teils knöcherne Nasenscheidewand in eine rechte und eine linke Hälfte geteilt.

Anatomie & Aufbau

In der Nasenhöhle lässt sich der innerhalb der äußeren Nase gelegene Nasenvorraum, auch Vestibulum nasi genannt, von dem tiefer liegenden Nasenraum (Cavum nasi proprium) unterscheiden. Der Nasenvorraum entspricht ungefähr der Ausdehnung der Nasenflügel und ist mit mehrschichtigem verhorntem Plattenepithel ausgekleidet. Zudem befinden sich in der Haut des Nasenvorraums die Nasenhaare und kleine Talg- und Schweißdrüsen.

Am sogenannten Limen nasi, einer bogenförmigen Leiste, ist der Übergang vom Nasenvorraum zum Nasenraum. Hier verändert sich auch die Auskleidung der Nasenhöhle und es findet sich ein Übergang vom mehrschichtigen verhornten Plattenepithel zum respiratorischen Epithel. Das respiratorische Epithel wird hier auch als Nasenschleimhaut bezeichnet. Es handelt sich um eine Haut mit vielen kleinen Flimmerhärchen, die Fremdpartikel aus der Atemluft in Richtung Nasen-Rachen-Raum befördern können. Becherzellen sorgen für die Schleimproduktion und zahlreiche Drüsen für eine Befeuchtung der Schleimhaut.

Dieser Schleimhautbereich wird unterbrochen durch einen kleinen Bezirk der mit Riechschleimhaut (Pars olfactoria) ausgekleidet ist. Die Riechschleimhaut findet sich vor allem in der oberen Nasenmuschel und misst beim Erwachsenen pro Seite etwa 1,3cm². Nerval versorgt wird die Nasenschleimhaut durch den Nervus ophtalmicus und den Nervus maxillaris. Dementsprechend erfolgt die Blutversorgung durch die Arteria ophtalmica und die Äste der Arteria maxillaris.

Funktion & Aufgaben

Die Nasenhöhle hat im Wesentlichen drei Funktionen. Zum einen dient sie der Erwärmung, Reinigung und Anfeuchtung der Atemluft. Für diese Funktion ist vor allem die Schleimhaut der Nasenhöhle zuständig. An der Oberfläche der Schleimhaut befinden sich wie schon erwähnt Flimmerhärchen. Diese Härchen bewegen sich rhythmisch in Richtung Nasen-Rachen-Raum und transportieren dabei kleine Fremdpartikel wie beispielsweise Staubteilchen.

Zwischen dem Flimmerepithel sind Becherzellen eingelagert. Diese produzieren den Schleim, auf dem die Fremdpartikel kleben bleiben. Flimmerepithel und Becherzellen sorgen zudem zusammen für die Anfeuchtung der Atemluft. Die Wasserdampfsättigung beträgt im Nasenraum über 90%. Zusätzlich sorgt ein Venengeflecht in der Schleimhaut der Nasenhöhle für die Erwärmung der Atemluft. Je nach Temperatur der Atemluft werden die kleinen Gefäße entweder erweitert oder verengt. Je kälter es ist, desto stärker ist die Durchblutung des Venengeflechts und umso stärker wird die Atemluft erwärmt.

Die Nasenhöhle erfüllt zudem eine wichtige Funktion beim Riechvorgang, denn sie beherbergt das Riechorgan. Die in der Riechschleimhaut eingelagerten Riechzellen sind die Zellkörper des Nervus olfactorius (Riechnerv). Dieser steigt in vielen feinen Fasern durch die Siebbeinplatte in die Schädelgrube auf und gibt seine Informationen an das Riechhirn weiter. Neben diesen beiden Aufgaben erfüllt die Nasenhöhle auch noch eine Funktion als Resonanzraum für die Stimme.

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Krankheiten

Durch das Venengeflecht in der Nasenschleimhaut und ein ausgeprägtes Geflecht von kleinen Kapillaren am Übergang von dem Nasenvorraum zum Nasenraum ist die Nasenschleimhaut extrem gut durchblutet. Die Gefäße sind aufgrund der kleinen Strukturen sehr fein und somit auch empfindlich, sodass es auch bei kleinsten Verletzungen schon zu Nasenbluten (Epistaxis) kommen kann.

Nasenbluten kann schnell durch zu trockene Atemluft oder Nasenbohren verursacht werden. Doch nicht immer ist der Auslöser der Blutung so harmlos. Vor allem bei kleinen Kindern sollte man beim Auftreten von Nasenbluten immer auch an einen Fremdkörper in der Nase denken. Auch eine erhöhte Blutungsneigung verursacht durch bösartige Erkrankungen des Blutes kann Nasenbluten verursachen. Nicht selten ist Nasenbluten eines der ersten Symptome bei Leukämie. Die häufigste Erkrankung der Nasenhöhle ist jedoch der einfache Schnupfen, in der Fachsprache auch Rhinitis genannt.

Eine akute Rhinitis wird meist durch Viren wie beispielsweise Rhino- oder Adenoviren verursacht. Infolge der Infektion kommt es zu einer vermehrten Produktion von Nasensekret, der Patient klagt über eine "laufende Nase". Die Schleimhäute schwellen an, wodurch die Nasenatmung erschwert wird. Zudem ist die Nasenschleimhaut gerötet und eventuell wund. Ist die Nasenatmung dauerhaft behindert und die Nasensekretion ständig erhöht spricht man von einer chronischen Rhinitis. Oft mündet die chronische Rhinitis in eine chronische Nasennebenhöhlenentzündung.

Eine Entzündung der Nasenhöhlenschleimhaut kann auch allergisch bedingt sein. Hauptsymptome sind hier ebenfalls eine behinderte Nasenatmung und eine verstärkte Sekretion. Zusätzlich kommt es aber häufig zu Niesattacken und starkem Juckreiz in der Nase.

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