Narbenbruch

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für innere Medizin) am 25. Oktober 2016
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Der Narbenbruch (medizinisch: Narbenhernie) ist eine Komplikation, die im Rahmen einer Bauchoperation auftritt. Die Narbenhernie muss in jedem Fall operiert werden. Kommt es zu Darmeinklemmungen, besteht akute Lebensgefahr, sodass der Bruch - im Rahmen einer Notoperation - behandelt wird.

Inhaltsverzeichnis

Was ist das Narbenbruch?

Als Narbenbruch wird ein Weichteilbruch bezeichnet, der im Regelfall nach einer Operation auftritt. Dabei kann die Narbe, die beim Zusammennähen von Bauchdecke und Muskel entstanden ist, dem Druck nicht standhalten und verdrängt. In weiterer Folge kommt es zu Vorwölbungen, die Größen von bis zu 30 Zentimetern erreichen können. Kommt es in weiterer Folge zu einer Nebenhernie, die im Rahmen eines Narbenbruchs auftreten kann und werden Teile des Darms in der Bruchpforte eingeklemmt, besteht Lebensgefahr.

Ursachen

Der Druck, der im Bauchraum entsteht, kann durch Übergewicht, Husten, Pressen, einer Schwangerschaft oder auch einer Bauchwassersucht (sogenannte Aszites) verstärkt werden; jener führt - bei einer erworbenen Schwachstelle (Narbe) im Bindegewebe oder in der Bauchdecke - zum Narbenbruch. Ein Narbenbruch kann auch bei fehlender Schonung, wenn der Patient nach Operationen schwere Lasten hebt, eintreten.

Symptome, Beschwerden & Anzeichnen

Im Regelfall tritt der Narbenbruch innerhalb des ersten postoperativen Jahres auf. Der Patient bemerkt eine tast- und sichtbare Vorwölbung, die im Bereich der Operationsnarbe eintritt. Die Vorwölbung tritt beim Stehen, Pressen oder im Rahmen körperlicher Anstrengungen auf und kann - im Laufe der Zeit - an Größe zunehmen.

Mitunter können Schmerzen beim Stuhlgang, Husten oder auch bei körperlichen Anstrengungen auftreten. Verdauungsprobleme oder eine gestörte Symmetrie des Bauches sind ebenfalls möglich. Je nachdem, wie groß der Narbenbruch ist, können die Symptome abweichen. Bei kleinen Narbenbrüchen müssen oft gar keine Beschwerden auftreten.

Charakteristisch für den Narbenbruch ist der Umstand, dass die Vorwölbung in den Bauchraum gedrückt werden kann; im Regelfall verursacht dieser Vorgang keine Schmerzen. Klagt der Patient über starke Schmerzen und leidet er an Übelkeit und Erbrechen, sind Eingeweide beziehungsweise Darmabschnitte eingeklemmt. Die Vorwölbung, die im Regelfall in die Bauchhöhle zurückgedrückt werden kann, bleibt hart und unbeweglich.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Der Mediziner kann im Rahmen der körperlichen Untersuchung relativ schnell feststellen, ob es sich um einen Narbenbruch handelt oder nicht. Er tastet die betroffene Stelle mit den Fingern ab und kann den Bruchsack beziehungsweise die Bruchpforte „fühlen“. Ist sich der Mediziner unsicher, können weitere Untersuchungen durchgeführt werden.

Dazu zählen Ultraschalluntersuchungen (Sonographie), Röntgenaufnahmen oder auch eine Computertomographie. Mitunter kann auch eine Darmspiegelung zur Sicherung der Diagnose durchgeführt werden. Weitere Untersuchungsverfahren kommen im Regelfall bei stark übergewichtigen Personen oder sehr kleinen Brüchen zum Einsatz.

Der Narbenbruch ist - in fast allen Fällen - ungefährlich. Wird der Bruch nicht behandelt, kann er an Größe zunehmen, sodass kleine Brüche, die weniger als vier Zentimeter groß sind, sich bis zu 30 Zentimetern ausbreiten können. Kommt es jedoch zu einer Nebenhernie, kann es zu einem lebensgefährlichen Darmverschluss kommen.

Tritt dieser Umstand ein, muss der Patient sofort operiert werden. Da die Eingeweide beziehunsgweise Darmabschnitte eingeklemmt werden, besteht - aufgrund der Tatsache, dass die eingeklemmten Darmteile absterben können - akute Lebensgefahr.

Behandlung & Therapie

Da sich der Narbenbruch nicht selbst zurückbildet, muss im Regelfall eine operative Behandlung erfolgen. Der Narbenbruch wird nämlich - sofern er nicht behandelt wird - größer und somit auch die Gefahr, dass mitunter Teile von Eingeweiden eingeklemmt werden. Auch dann, wenn der Narbenbruch keine Beschwerden auslöst, ist es ratsam, den Bruch operativ zu behandeln.

Bei kleineren Brüchen muss nicht sofort operiert werden; je länger aber mit dem Eingriff gewartet wird, desto mehr nimmt der Bruch an Größe zu. Zu beachten ist, dass die Primäroperation, die am Ende für den Narbenbruch verantwortlich war, drei bis sechs Monate zurückliegt, bevor ein weiterer operativer Eingriff stattfindet. Damit eine erfolgreiche Narbenbruch-Operation durchgeführt werden kann, muss nämlich die ursprüngliche Operationsnarbe zur Gänze ausgeheilt sein.

Liegen lebensbedrohliche Umstände vor, die eine sofortige Operation notwendig machen, kann jedoch eine derartige Frist nicht abgewartet werden. Während dem Eingriff wird der Narbenbruch freigelegt und der entstandene Bruchsack in die Bauchhöhle verlagert. Der Mediziner verschließt in weiterer Folge die Bruchpforte; hier stehen verschiedene Nahttechniken oder Kunststoffnetze zur Verfügung, die dafür sorgen, dass die Bruchpforte verschlossen bleibt.

Für welche Variante sich der Mediziner letztendlich entscheidet, ist auch davon abhängig, wie groß der Bruch ist und in welcher körperlichen Verfassung der Patient ist. Mitunter müssen auch die Umstände, warum es zu dem Narbenbruch gekommen ist, berücksichtigt werden. Kleinere Brüche, die gerade einmal einen Durchmesser von vier Zentimetern oder weniger haben, werden mittels spezieller Nahttechnik verschlossen.

Bei größeren Brüchen, die auch bis zu 30 Zentimeter groß sein können, wird vorwiegend das Kunststoffnetz eingesetzt. Jene soll die Schwachstelle stabilisieren und dafür sorgen, dass kein weiterer Bruch mehr entsteht.

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Vorbeugung

Um einen Narbenbruch vorzubeugen, sollte der Patient Risikofaktoren, die mitunter für einen Narbenbuch sorgen, vermeiden oder derart minimieren, dass das Risiko deutlich gesenkt werden kann. Nach der Operation sollte der Patient daher - für rund sechs Monate - das Heben schwerer Lasten vermeiden. Bei Übergewicht liegt der Fokus auf der Gewichtsreduktion; Raucher sollten einen Rauchstopp einlegen beziehungsweise mit dem Rauchen zur Gänze aufhören.

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